Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Sauerfutter,  Preßfutter,  Schnitzel.

257

Auch  findet  man  in  dem  bei  50—60°  vorgetrockneten  Sauerfutter  entweder  keine
oder  doch  erheblich  weniger  freie  Säure  als  im  frischen  Zustande.  Um  daher  Gesamt-Stickstoff ­
  und  freie  Säure  zu  finden,  darf  man  nicht,  wie  bei  Trockenfutter,  die
vorgetrocknete,  sondern  man  muß  die  ursprüngliche  frische  Masse  verwenden.
1.  Gesamt-Stickstoff.  Zur  Ermittelung  des  Gesamt-Stickstoffs  kann  man  wie
folgt  verfahren:
a)  100  g  (bei  feinstengeligen)  oder  200  g  und  mehr  (bei  grobstengeligen
Massen)  des  tunlichst  fein  zerschnittenen  Sauer-  bezw.  Preßfutters  werden  wie  bei
Stallmist  (S.  131,  b)  in  100—200  ccm  der  für  das  Kjeldahl-Verfahren  benutzten
Schwefelsäure,  welche  sich  in  einer  geräumigen,  vorher  nebst  Pistill  gewogenen
orzellanschale  befindet,  nach  und  nach  in  kleinen  Mengen  eingetragen,  indem  man
mit  dem  Pistill  langsam  rührt  und  die  härteren  Stücke  leise  zerdrückt.  Man  trägt
eist  eine  neue  Menge  ein,  wenn  die  vorherige  der  Hauptsache  nach  zergangen  ist.
feinstengeligen  und  feuchten  Futtermassen  zergeht  alles  infolge  der  natürlichen
tzung  verhältnismäßig  rasch  zu  einem  gleichmäßigen,  mehr  oder  weniger
unnen  Brei;  bei  grobstengeligen  Massen  (wie  Mais,  Lupinen  usw.)  unterstützt  man
16  Aufschließung  dadurch,  daß  man  die  Schale  in  ein  mäßig  erwärmtes  Sandbad
® e tzt  und  unter  öfterem  Umrühren  mit  dem  Pistill  so  lange  erhitzt,  bis  die  gröberen
ncke  zergangen  sind.  Alsdann  läßt  man  unter  Bedecken  der  Schale  erkalten,
^ägt  und  verwendet  von  dem  tüchtig  durchgerührten  gleichmäßigen  Brei  30—50  g
weiteren  vollständigen  Verbrennung.  Diese  werden  direkt  in  die  für  die
^Jeidahl-Bestimmungen  verwendeten  Kolben  auf  einer  größeren  Wage,  die  noch
an zeigt,  —  diese  Genauigkeit  ist  für  die  angewendete  größere  Menge  aushend
  —  abgewogen,  mit  noch  weiteren  10  ccm  Schwefelsäure,  sowie  1  Tropfen
CKsilber  versetzt,  anfänglich  mit  ganz  kleiner  Flamme  erhitzt  und  diese  erst
'  ei gert,  wenn  das  überschüssige  Wasser  verdampft  ist.  Im  übrigen  wird  wie
Sonst  verfahren.
nis  ( ^ ese  Weise  erhält  man  stets  gleichmäßige  und  übereinstimmende  Ergeb-So
  | ir  den  Stickstoff  gehalt  dieser  Futtermittel,
oder  ■  St  ^ em  ® auer f utter  e ' ne  beträchtlichere  Menge  Salpetersäure  vorhanden
lieh  ZU  Vermuten )  80  nimmt  man  auf  300  ccm  konzentrierte  Schwefelsäure  ursprüng-1
  etwa  100  ccm  Phenol-Schwefelsäure  (vergl.  S.  141,  a).
öas  ^  ,^ ac k  O-  Kellner  (1.  c.)  befeuchtet  man  die  zerschnittene  Sauerfutter-8et
  6 ,  verdünnter  Salzsäure,  trocknet  hiermit  bei  50—60°,  zermahlt  die  vordieseW^
 6  ^ asse  unc *  bestimmt  den  Stickstoff  in  der  lufttrocknen  Substanz.  Auf
.  eise  wird  nach  Kellners  Versuchen  das  freie  Ammoniak  bezw.  kohlensaure
^■mmon  i
durch eS p inrnUn ^  der  Trockensubstanz  etwas  zu  hoch  aus,

vor  Verflüchtigung  geschützt.  Zwar  fällt  durch  die  Bindung  von  Salzsäure
mung  der  Trockensubstanz  etwas  zu  hoch  aus,  indes  wird  dieses  Plus
*ls  aufc"  Z erflUc , hti e un S  von  aromatischen  Stoffen  und  flüchtigen  Säuren  mehr
beim  / eWogen -  Nach  F.  W.  A.  Woll 1 )  soll  indes  die  Besprengung  mit  Salzsäure
ergebe^  °] C  ') Uen  ^ es  ® auer l u tt ers  nicht  oder  nur  unwesentlich  mehr  an  Stickstoff
We ithak'  ^ erner  bann  man  100—200  g  fein  zerschnittenes  Sauerfutter  in  einen
Verschlief 611  ^°^ )en  füllen,  diesen  mit  einem  doppelt  durchbohrten  Gummistopfen
führt  und 6 ',  ( * urcl1  dessen  eine  Öffnung  ein  Glasrohr  bis  auf  den  Boden  des  Kolbens
erstens  p  dessen  andere  Öffnung  ein  Glasrohr  bis  unter  den  Pfropfen  mündet;
Kolben  i n °*.  dient  als  Zuleitungs-,  letzteres  als  Ableitungsrohr.  Man  setzt  den
n  ein  Vasserbad,  erwärmt  dieses  bis  zum  Kochen  und  leitet  trockne,

Land-’)

  Landw.  Versuchs-Stationen  1889,
J  wirtschaftliche  Stoffe,  3.  Auflage.

36,  161.

17
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.