Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

’)  Landw.  Versuchs-Stationen  1885,  82,  56  und  Chem.-Zeitung  1890,  14,  905.

Für  gewöhnlich  wird  man  indes  die  für  die  lufttrockne  Substanz  gefundenen
Zahlen  erst  auf  wasserfreie  und  von  da  auf  ursprüngliche  Substanz  berechnen,  um
auch  die  Zusammensetzung  der  Trockensubstanz  zu  finden.  Man  hat  dann  die  gefundenen ­
  Zahlen  nach  der  Gleichung;
I.  x  :  100  =  1;  93,13  (=  1,074)  mit  1,074,
II.  x  :  100  =  1:  94,37  (=  1,059)  mit  1,069
zu  multiplizieren,  um  die  Zusammensetzung  der  Trockensubstanz  zu  erhalten,  und
86  33  x;  i
die  Prozentzahlen  hierfür  mit  —-j-qq—=0,8533  (für  I.)  und  mit  0,1405  (für  II.)
zu  multiplizieren,  um  die  prozentige  Zusammensetzung  der  ursprünglichen  Substanz
zu  finden.  Ein  Beispiel  wird  dieses  näher  erläutern.
I.  Rauhtrockenfutter  (Wiesenheu).

Lufttrockne  i

f  mal  \  /

Trocken-\

  mal  \

(  Ursprüngliche

Substanz  <

Substanz

x  1

l  mi  i  l

X

j  0,8533  |

i  x

Wasser

6.87

—

14,67

Rohprotein  ....

9,58

10,29

8,78

Rohfett

2,57

2,76

2  36

N-freie  Extraktstoffe

.  46,60

50,03

42,68

Rohfaser

.  28,97

31,11

26,55

Asche

5,41

5,81

4,96.

II.  Grünfutter  (Rotklee

vor  der

Blüte).

Lufttrockne  j

W

Trocken-\

  mal  \  ,

f  Ursprüngliche

Substanz  <

Substanz

!  Substanz

°/o  1

1,059  i  1

X

J  0,1405  j

[  X

Wasser

5,63

—

85,95

Rohprotein  ....

.  18,67

19,77

2,78

Rohfett

3,87

4,09

0,57

N-freie  Extraktstoffe

.  40,76

43,26

6,07

Rohfaser

21,55

22,82

3,21

Asche

9,52

10,08

1,42.

II.  Sauerfutter,  Pressfutter  (Ensilage),  Schnitzel  (frisch  und  eingesäuert).
Die  Probeentnahme,  Vorbereitung  für  die  Untersuchung,  die  Wasserbestimmung
und  Berechnung  erfolgt  wie  unter  No.  I  bei  Rauh-  und  Grünfutter.
Sollte  das  Sauer-  und  Preßfutter  sehr  wasserreich  sein,  so  daß  Wasser  abtropft ­
  oder  doch  ins  Papier  eindringt,  so  muß  das  Vortrocknen  bei  60—60°  in
großen  flachen  Porzellanschalen  oder  emaillierten  Eisenschalen  vorgenommen  werden.
Beim  Trocknen  dieser  Futterstoffe  geht  ein  Teil  des  Stickstoffs  in  Form  von
Ammoniak  und  ein  Teil  der  organischen  Säuren  in  Form  von  flüchtigen  Säuren  (Essigsäure ­
  usw.)  verloren;  man  findet  daher  für  diese  Futterstoffe  durch  die  angegebene
Wasserbestimmung  leicht  zu  wenig  Trockensubstanz.  Für  ganz  genaue  Untersuchungen
ist  daher  die  Menge  der  flüchtigen  Stickstoff-Verbindungen  und  Säuren  durch  Bestimmung ­
  in  der  frischen  und  getrockneten  Substanz  zu  ermitteln  und  die  Differenz
der  in  üblicher  Weise  gefundenen  Trockensubstanz  zuzuzählen.  Für  die  Bestimmung
des  Stickstoffs  und  der  freien  Säuren  an  sich  ist  dieser  Umstand  ganz  unbedingt
zu  beachten.
0.  Kellner 1 )  fand  z.  B.  erhebliche  Verluste  an  Stickstoff  im  Sauerfutter,
wenn  er  den  flüchtigen  Stickstoff  in  Form  von  Ammoniak  usw.  nicht  berücksichtigte.
            
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