Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

durch  Bestimmung  des  spezifischen  Gewichtes  eines  wässerigen  Auszuges ­
  (Verfahren  Neuhauer)  auszuführen.  Die  Versuchs-Stationen  sind
aufzufordern,  durch  eine  Vervollständigung  der  von  Schmoeger  und
Neubauer  angegebenen  Korrektionszahlen  für  den  wasserlöslichen  Teil
des  Melasseträgers  Material  zu  liefern  für  eine  etwa  nötig  werdende
Richtigstellung  derselben.“
Das  Verfahren  von  M.  Schmoeger 1 )  besteht  in  folgendem:
„6  g  der  vorgetrockneten  und  gemahlenen  Mischung  werden  zur  Lösung  der
Melasse  mit  10  bis  20  ccm  kaltem  Wasser  angerührt  und  sodann  auf  einem  Saugfilter ­
  oder  in  einem  größeren  Goochschen  Tiegel  unter  weiterem  Auftropfen  von
kaltem  Wasser  ausgewaschen.  Das  gesamte  Waschwasser  soll  etwa  100  ccm  betragen. ­
  Der  Rückstand  wird  bei  95°  getrocknet  (zweckmäßig  erst  auf  offenem
Wasserbad,  dann  im  Wassertrockenschrank).  Aus  dem  Gewicht  des  gefundenen
Wasserunlöslichen  berechnet  man  unter  Berücksichtigung  des  in  Lösung  gegangenen
Teiles  der  Trockensubstanz  des  Melasseträgers  *)  und  des  durchschnittlichen  Wassergehaltes ­
  des  lufttrocknen  Melasseträgers  (cfr.  die  gebräuchlichen  Futtermitteltabellen)
  den  Prozentgehalt  der  Melassemischung  an  Melasseträger  oder  Melasse.“
H.  Neubauer  bestimmt  die  Menge  der  Melasse  in  Melassemischfutter  wie  folgt:
M  bedeutet  das  spezifische  Gewicht  der  Melassetrockeusubstanz  (1,69),
T  das  Gewicht  der  in  1  g  Trockensubstanz  des  Aufsaugungsmaterials  enthaltenen  wasserlöslichen ­
  Stoffe  (ausgedrückt  in  Gramm),  unter  gewissen  Voraussetzungen  aus  dem
spezifischen  Gewicht  ihrer  Lösung  berechnet  (im  Mittel  etwa  0,046), 2 )
w  das  Gewicht  der  in  einer  Melasselösung  enthaltenen  Wassermenge  (Gramm),
s'  das  direkt  beobachtete  spezifische  Gewicht  einer  reinen  Melasselösung,
s  das  direkt  beobachtete  spezifische  Gewicht  des  aus  einem  Melassemischfntter  hergestellten ­
  wässerigen  Auszuges,
s"  das  direkt  beobachtete  spezifische  Gewicht  des  wässerigen  Auszuges  eines  Anfsaugungsmaterials.

a  die  zur  Untersuchung  verwendete  Gewichtsmenge  Trockensubstanz  des  Melassemischfutters ­

  (Gramm),
x  das  gesuchte  Volumen  der  in  dem  Mischfutter  enthaltenen  Melassetrockeusubstanz  iu
com,  also
Mx  das  gesuchte  Gewicht  der  Melassetrockeusubstanz  in  Gramm.
Löst  man  Mx  g,  entsprechend  x  g  Melassetrockensubstanz  in  so  viel  Wasser
auf,  daß  das  Volumen  der  Flüssigkeit  v  beträgt,  und  ist  das  spezifische  Gewicht
dieser  Lösung  s',  so  besteht  die  Gleichung:
Mx  +  v  —  x  =  vs'.
Durch  weitere  Beziehungen  zwischen  den  einzelnen  Größen  erhält  man
schließlich  das  Gewicht  der  Melasse-Trockensubstanz  durch  folgende  Gleichung:
v  (s  —  1)  —  a  T

Mx  =  M  ,

M  (1-  T)  —  1'

Behufs  Ausführung  des  Verfahrens  werden  3  g  bei  etwa  100°  bis  zum  beständigen ­
  Gewicht  getrocknet;  es  seien  7,86  °/ 0  Wasser  =  92,14  °/ 0  Trockensubstanz
gefunden.

x )  Vergl.  G.  Schmoeger,  Landw.  Versuchs-Stationen  1902.  57,  27.  Dort  werden
jz.  B.  als  ungelöst  von  der  Trockensubstanz  (Schmoegersche  Konstanten)  angegeben:
.Palmkern-  Trockne  Trocken-  „  ,  ,  .  Trocken-  „  ,  „ r  .  ...
mehl  Biertreber  sohlempe  Malzkelrae  schnitze!  Torf  Weizenkleie
90,2  o/o  95,1  o/o  90,7  o/„  62,4  %  90,2  %  99,5  <>/ 0  82,3%.
s )  Für  Biertreber  ist  T  z.  B.  =  0,026.  Brennereitreber  =  0,018,  Erdnußhülsen  =  0,026,
Malzkeime  =  0,153,  Palmkernmehl  =  0,039,  Rübenschnitzel  =  0,046,  Torffaser  =  0,007,
            
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