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Futtermittel.
schlecht eingeerntete Gerste ist häufig stark verschimmelt. Schlecht aussehende,
beregnete oder havarierte Gerste wird auch wohl geschwefelt.
Für die mikroskopische Unterscheidung der Gerste und deren Mahlerzeugnisse
von anderen Getreidearten kommen nur die Gewehselemente der
Spelzen in Betracht, welche entweder mit der Fruchtschale fest verwachsen sind oder,
wie bei der Braugerste, die Frucht doch so fest einschließen (Fig, 66, S. 305), daß sie
erst nach mehrstündigem Einweichen sich von der Frucht trennen lassen. Man unterscheidet
hei den Spelzen zunächst die kräftigst entwickelte Bücken- oder äußere
Deckspelze und die Bauch- oder innere Vorspelze und in diesen von außen nach
innen 4 Zellreihen, nämlich äußere Epidermis, Faserschicht, Schwammparenchym
und innere
Epidermis, von denen die
äußere Epidermis und das
Schwammparenchym am
meisten unterschiedliche
Merkmale von anderen ähnlichen
Getreidearten, wie z. B.
dem Hafer, darbieten. Bruchstücke
der Gerstenspelzen
findet man aber selbst bei
sorgfältigster Reinigung des
Mahlgutes in allen Mahlerzeugnissen.
A. Emm erlin g 1 )bringt
zur Bloßlegung der Schichten
ein aufgefundenes und mit
einem Tropfen Wasser aufgeweiohtes
Bruchstück der
Spelzen so auf den Objektträger,
daß die Epidermis
das Glas berührt, hält es
mit der Nadel fest, schabt
mit dem Rasiermesser das
Gew'ebe von der Innenseite
der Spelze ab und erhält so
das Parenchym neben einigen
derhwandigen Fasern. C. Böhmer 2 ) schließt erst mit 5 °/ 0 -iger Salzsäure, dann
mit 1 °/ 0 -iger Kalilauge auf, wäscht mit Wasser aus und bringt den Rückstand in
Glyzerin oder konzentrierte Chloralhydratlüsung (vergl. auch S. 286).
1. Zellen der äußeren Epidermis (Fig, 67). Die Zellen der äußeren
Epidermis der Gerstenspelzen zerfallen in Lang- und Kurzzellen, von denen
erstere am zahlreichsten Vorkommen, in der Mitte der Spelzen sehr dickwandig
sind und nach den Rändern dünner und schwächer werden [längste Zellen 80—100 (i
(vereinzelt bis 150 /,(.), Breite 15—20 kürzeste Zellen kaum 40 fi lang]. Zwischen
den verdickten, kaum wellig gebogenen Schmalseiten, also zwischen den Querwänden
der Langzellen liegen die Kurzzellen (nämlich die einfachen, nahezu kreisrunden,
nach innen gekerbten, stark verkieselten, in der Nähe der Grannen mit kurz zuFig.
67. Gerste. Zellen der äußeren Epidermis. A Zellen der
äußeren Epidermis aus der Mitte, A' vom Rande der Spelze,
1 Langzellen, kr einfache, kreisrunde Zellen, h Haare von denselben,
zk Zwillingskurzzellen, von denen eine halbmondförmig, B Faserzellen.
Nach C. Böhmer.
1 ) Landw. Versuchs-Stationen 1898, 50, 1.
2 ) C. Böhmer, Die Kraftfuttermittel, Berlin 1903, 227.