Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Mikroskopische  Untersuchung.  Lupine.

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schon  gesagt,  nur  in  Zeiten  der  Not  mit  zur  Brotbereitung  verwendet;  vereinzelt ­
  dienen  sie  auch  zur  Bereitung  eines  Kaffeeersatzmittels.  Wegen  ihres
Gehaltes  an  gerbstoffhaltigen  Bitterstoffen,  Alkaloiden  und  dem  mitunter  darin
auftretenden  anscheinend  enzymatischen  Gift  (Iktrogen)  sind  sie  aber  hierzu,
besonders  auch  zur  Fütterung  wenig  geeignet  und  wenig  beliebt.  Um  ihnen
die  unschmackhaften  hezw.  schädlichen  Bestandteile  zu  nehmen,  pflegen  sie  auf

Fig.  100.  Lupine.  (Vergr.  200.)  Nach  C.  Böhmer.
Querschnitt  der  Lupine.
1  Palissadeuzellen,  2  Säulenzellen,  3  Parenchym  Tangentialansichten  zu  den  entsprechenden
der  Schale,  4  Innenepithel,  5  Oberhaut  der  Samen-  Nummern  des  Querschnittes  der  Lupine,
lappen,  6  Parenchym  der  Samenlappen,  a  Cuticula,
h  Liohtlinie,  c  Farbstoff,  d  Gefäßbündel,  e  Proteinkörner.

verschiedene  Weise  enthittert  zu  werden,  nämlich  entweder  durch  längere  Behandlung ­
  mit  heißem  Wasser  oder  Einquellen  mit  Wasser,  einstündiges  Dämpfen
im  Wasserbade  und  Auswaschen,  oder  durch  Ausziehen  mit  schwefelsäurehaltigem
Wassser  und  Auswaschen  mit  Wasser  bis  zum  Verschwinden  der  sauren  Reaktion,
Darren  oder  Rösten.  Durch  das  Einquellen  in  Wasser,  Dämpfen  und  Auswaschen
gehen  die  Alkaloide  zu  93—95%  in  Lösung;  von  der  Trockensubstanz  gehen
15—20  %,  vom  Protein  3,0—4,5  %  gleichzeitig  verloren.  Aber  die  enthitterten
Lupinen  werden  nach  O.  Kellner  höher  verdaut,  als  die  nicht  enthitterten.
            
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