Mikroskopische Untersuchung. Künstlich getrocknete Futtermittel.
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b) Getrocknete Schlempen. Die bei der Stärke- und Branntwein-Her
stellung gewonnenen Schlempen werden jetzt durchweg aus denselben Gründen wie
die Treber eingetrocknet. Wegen des höheren Wassergehaltes der Schlempe geht
indes hier ein Eindampfen dem Trocknen voraus. Denn bei der Schlempe ist eine
vorherige Pressung bezw. Filtration behufs Entfernung eines großen Anteiles des
Wassers nicht angängig, weil sie eine größere Menge in Wasser löslicher Nährstoffe
enthält, als die Treber; die 70—80 °/ 0 der Schlempe betragende Schlempe-
Flüssigkeit enthält etwa 3 °/ 0 , der 20—30 °/ 0 ausmachende Treber-Anteil 20 °/ 0
Trockensubstanz; bei Entfernung der Flüssigkeit gehen daher etwa 30—40 °/ 0 der
Nährstoffe, und zwar die am leichtesten verdaulichen Nährstoffe, verloren. Wenn
dennoch eine Filtration oder Pressung vor dem Trocknen auch hier vorgenommen
wird, so kann das nur durch den zu großen Kostenaufwand, der beim Miteintrocknen
der Flüssigkeit entsteht, entschuldigt bezw. gerechtfertigt werden.
Die Zusammensetzung der Trocken-Schlempen muß naturgemäß den ver
wendeten Rohstoffen entsprechend verschieden sein und werden eine große Anzahl
Rohstoffe, nämlich fast sämtliche Getreidearten, Kartoffeln, Melasse usw., für die
Branntwein-Herstellung verwendet. Am umfangreichsten gelangen wohl die Kar
toffeln zur Anwendung, indes wird deren Schlempe meist frisch verfüttert und bildet
®ür selten im getrockneten Zustande eine Handelsware. Meistens hat man es mit
Schlempen aus Roggen und Mais bezw. aus einem Gemisch beider, selbstverständlich
Jedesmal unter Zusatz von Gerstenmalz, zu tun. Den Schlempen dieser Art mögen
bei der Stärke-Herstellung gewonnenen, ebenfalls Schlempe genannten Abfälle
^geschlossen werden. Davon ist die Weizenschlempe in derselben Weise wie die
rennereischlempe getrocknet, die Reisschlempe (bezw. Reisabfall) dagegen nur ge-
Pießt. Hiernach enthalten 1 ) im Mittel:
Art der Schlempe:
Anzahl
der
Unter
suchungen
Wasser
Stickstoff-
Substanz
Fett
Stickstoff
freie
Extrakt-
stofte
Rohfaser Asche
Brannt
wein-
Schl
aus
<7 o
°/o
%
°/o
°/o
°/o
12
10,0 2 )
22,70
5,40
47,10
8,90
5,90
34
10.0
27,10
12,60
36,60
9,10
5,60
19
10,0
25,44
12,18
33,86
14,39
4,15
2
10,0
23,03
3,45
38,88
8,23
16,51
7
12,90
8,65
1,74
74,63
0,84
1,28
18
65,15
12,92
0.84
17,94
3,89
1,96
2
9,56
3,80
0,46
71,54
12,97
1,67
[ Roggen . . .
J Mais ....
empen 1 Mais u. Roggen
iUs [ Kartoffeln . .
Stärke- (■ Weizensohlempe
q ?, ' a "‘ j Reispreßfutter .
^hlempen ( Kartoffelpülpo .
, Selbstverständlich sind diese Zahlen großen Schwankungen unterworfen; so
hu r kt *^ er der Trockenmaisschlempe an Protein zwischen 18,0—39,0 °/ 0 ,
ein p 6tt , zwiscileri 6 ,-0—21,5 °/ 0 . Im allgemeinen ist die Maistrockenschlempe oder
sei l U!miScl1 dieser protein- und fettreicher als Roggen- und andere Getreide-
empen; nur Reistrockenschlempe hat einen reichlich ebenso hohen Gehalt an
muß S ^ c * 10 zu gesetzt sind oder von einer Miteinmaisohung von Reis oder Reismehl herrühren,
Letzter' 111 V<H ' . a " em au ^ das Vorkommen des Silberhäutchens (Fig. 77, S. 3131 achten,
ist- ßs es j miß ln größerer Menge vorhanden sein, wenn Reis oder Reismehl mitverwendet
solche a 6h ’ a ' 3er °d er findet sich nur vereinzelt vor, wenn gemahlene Reisspelzen als
-Trebern zugesetzt sind.
2 ) T) Cr ^’ ^'* 1 ' Dietrich, Landw, Versuchs-Stationen 1901, 56, 345.
Umo- ere( !p 6 . r besseren Übersicht wegen ist die Zusammensetzung auf 90% Trockensubstanz
8—,'ii oi Ue ^' Der Wassergehalt kann von 5,0—16.0 °/ 0 schwanken und beträgt durchweg
1 Io-