Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Milchdauerwaren. 
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wärmen. Bei geheizten Zentrifugen genügt ein einmaliges, 6—8 Minuten langes 
Zentrifugieren mit 800—1000 Touren in der Minute. Für die Fettbestimmung in 
Magermilch, Buttermilch und Molken empfehlen sich in erster Linie die sog. 
Präzisions-Butyrometer mit ihren im oberen Teile verengten Lumen, da sie eine 
bequemere und schärfere Ablesung gestatten. 
Zu erwähnen ist noch, daß bei Milch, die im erwärmten Zustande einer starken 
mechanischen Behandlung (z. B. Weiterbeförderung mittels Ejektors) unterworfen worden 
ist, und ebenso bei homogenisierter Milch (vergl. unten) infolge der Zerteilung der Milch 
fettkügelchen in feinste Teile die Petthestimmungen nach den Extraktions-Verfahren 
namentlich bei Magermilch zu niedrige. Ergebnisse liefern sollen. Auf das Gottlieb- 
Rösesohe sowie das acidbutyrometrische Verfahren soll diese Behandlung ohne Einfluß sein. 1 ) 
III. Milchdauerwaren. 
Hierher gehören: 
1. pasteurisierte, sterilisierte und homogenisierte Milch, 
2. mit oder ohne Zuckerzusatz eingedickte Milch, Magermilch, Rahm oder 
Molken, die entweder sterilisiert oder nicht sterilisiert sind, 
3. Milchtafeln und Milchpulver. 
Über Verfälschungen dieser Erzeugnisse ist bis jetzt sehr wenig bekannt 
geworden. Sicher weiß man nur, daß man es versuchte, eingedickte Magermilch 
als eingedickte Milch zu verkaufen oder statt ganzer schwach entrahmte Milch zu 
verwenden. Pasteurisierte und sterilisierte Milch darf nicht braungelb gefärbt sein 
und an der Oberfläche keine Butterklumpen oder Fettaugen zeigen. Milchtafeln und 
Milchpulver müssen frei von ranzigem Geruch und von Frischhaltungsmitteln (aus 
genommen Zucker) sein. 
Bei der Beurteilung dieser Stoffe wird man sich auf eine chemische Unter 
suchung nicht beschränken dürfen, sondern wird auch häufig noch eine mikroskopische 
u ud bakteriologische Prüfung, sowie eine Prüfung auf Haltbarkeit und Frisch- 
haltungsmittel vornehmen müssen. 
Der Gang der Untersuchung ist im allgemeinen derselbe wie bei der Milch, 
doch ist im besonderen über die Untersuchungsverfahren und die Anhaltspunkte 
für die Beurteilung noch folgendes hervorzuheben; 
1. Pasteurisierte, sterilisierte und homogenisierte Milch. 
Die chemische Zusammensetzung der pasteurisierten und sterilisierten Milch 
ls _t natürlich dieselbe wie die der verwendeten frischen Milch; auch gelten für 
dieselbe die gleichen Hegeln zum Nachweise von Fälschungen. Besondere Vor 
sicht ist bei der pasteurisierten und sterilisierten Milch darauf zu verwenden, 
* äß etwa ausgeschiedene größere Fetttröpfchen oder -klümpchen vor der Abwägung 
.® r Probe möglichst gut verteilt werden. Unter Umständen kann durch schwaches 
cwärmen diese Verteilung sehr befördert werden. 
Weiterhin aber ist bei pasteurisierter und sterilisierter Milch durch eine 
a kteriologische Untersuchung festzustellen, wie weit dieselbe keimfrei ist, und 
Namentlich ist auf das Vorhandensein von Frischhaltungsmitteln ein besonderes 
ll Senmerk zu richten. 
, Pie homogenisierte Milch wird nach dem Verfahren von Gaulin in der 
o,-A Se kergestellt, daß die auf 85° vorgewärmte Milch unter einem Druck von 
Atmosphären durch sehr feine Kanäle zwischen zwei federnden, fest aufeinander- 
’) Ve rgl, Milch-Ztg, 1903, 32, 337, 481 u, 577. 
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