Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Butter  und  Butterschmalz.

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erforderlich.  Liegt  jedoch  ein  besonderer  Anlaß  vor,  den  Niederschlag  zur  Wägung
zu  bringen,  so  läßt  man  ihn  ahsitzen  und  prüft  durch  Zusatz  eines  Tropfens
Baryumchloridlösung  zu  der  über  dem  Niederschlage  stehenden  klaren  Flüssigkeit,
oh  die  Schwefelsäure  vollständig  ausgefällt  ist.  Hierauf  kocht  man  das  Ganze
nochmals  auf,  läßt  dasselbe  6  Stunden  in  der  Wärme  stehen,  gießt  die  klare
Flüssigkeit  durch  ein  Filter  von  bekanntem  Aschengehalte,  wäscht  den  im  Becherglase ­
  zurückhleibenden  Niederschlag  wiederholt  mit  heißem  Wasser  aus,  indem  man
jedesmal  ahsitzen  läßt  und  die  klare  Flüssigkeit  durch  das  Filter  gießt,  bringt
zuletzt  den  Niederschlag  auf  das  Filter  und  wäscht  so  lange  mit  heißem  Wasser,
bis  das  Filtrat  mit  Silbernitrat  keine  Trübung  mehr  erzeugt.  Filter  und  Niederschlag ­
  werden  getrocknet,  in  einem  gewogenen  Platintiegel  verascht  und  geglüht;
hierauf  befeuchtet  man  den  Tiegelinhalt  mit  wenig  Schwefelsäure,  raucht  letztere
ab,  glüht  schwach,  läßt  im  Exsikkator  erkalten  und  wägt.
Lieferte  die  Prüfung  ein  positives  Ergebnis,  so  ist  als  erwiesen  anzusehen,
daß  entweder  schweflige  Säure,  schwefligsaure  oder  unterschwefligsaure  Salze  angewendet ­
  sind.  Liegt  ein  Anlaß  vor,  festzustellen,  ob  die  schweflige  Säure  unterschwofligsauren
  Salzen  entstammt,  so  ist  in  folgender  Weise  zu  verfahren:
b)  50  g  geschmolzenes  Fett  werden  mit  der  gleichen  Menge  Wasser  in
einem  mit  Eückflußkühler  versehenen  Kolben  von  etwa  500  ccm  Inhalt  vermischt.
In  das  Gemisch  wird  eine  halbe  Stunde  lang  strömender  Wasserdampf  eingeleitet,
der  wässerige  Auszug  nach  dem  Erkalten  filtriert  und  das  Filtrat  mit  Salzsäure
versetzt.  Entsteht  hierbei  eine  in  Äther  schwer  lösliche  Abscheidung,  so  wird
diese  auf  Schwefel  untersucht.“
Zu  dem  Zwecke  wird  der  abfiltrierte  und  gewaschene  Niederschlag  folgendermaßen ­
  weiter  behandelt:

„Der  erhaltene  Niederschlag  wird  abfiltriert  und  so  lange  ausgewaschen,  bis
im  Waschwasser  weder  schweflige  Säure  noch  Schwefelsäure  nachweisbar  sind.
Alsdann  löst  man  den  Niederschlag  in  25  ccm  5  °/ 0 -iger  Natronlauge,  fügt  50  ccm
gesättigtes  Bromwasser  hinzu  und  erhitzt  bis  zum  Sieden.  Nunmehr  wird  mit  Salzsäure ­
  angesäuert  und  filtriert.  Das  vollkommen  klare  Filtrat  gibt  bei  Gegenwart
von  unterschwefligsauren  Salzen  im  Fleische  auf  Zusatz  von  Baryumchloridlösung
sofort  eine  Fällung  von  Baryumsulfat.“

fl  Nachweis  der  Fluorwasserstoffsäure  und  ihrer  Salze.  Die  Bestimmung  wird
nach  der  Anlage  d  der  Ausführungsbestimmungen  D  vom  30.  Mai  1902  zum  „I  leischheschau-Gesetz“
  vom  3.  Juni  1900  ausgeführt,  jedoch  mit  der  Abänderung,  daß  bei
Butter  und  Margarine  nicht  das  geschmolzene  Fett,  sondern  die  natüi  liehe  Butter
bezw.  Margarine  verwendet  wird.  Die  Vorschrift  lautet:
.  „30  g  geschmolzenes  Fett  werden  mit  der  gleichen  Menge  Wasser  in  einem
mit  Rückflußkühler  versehenen  Kolben  von  etwa  500  ccm  Inhalt  vermischt.  In
Jas  Gemisch  wird  eine  halbe  Stunde  lang  strömender  Wasserdampf  eingeleitet,  der
wässerige  Auszug  nach  dem  Erkalten  filtriert  und  das  Filtrat  ohne  Rücksicht  auf
eine  etwa  vorhandene  Trübung  mit  Kalkmilch  bis  zur  stark  alkalischen  Reaktion
versetzt.  Nach  dem  Absetzen  und  Abfiltrieren  wird  der  Rückstand  getrocknet,
zerrieben,  in  einen  Platintiegel  gegeben  und  darauf  mit  etwa  3  Tropfen  Al  asser
un J  1  ccm  konzentrierter  Schwefelsäure  versetzt.
Sofort  nach  dem  Zusatze  der  Schwefelsäure  wird  der  behufs  Erhitzern  auf
eine  Asbestplatte  gestellte  Platintiegel  mit  einem  großen  I  hrglase  bedeckt,  das  auf
Jer  I  nterseite  in  bekannter  Weise  mit  Wachs  überzogen  und  beschrieben  ist.  Um
Jas  Schmelzen  des  AVachses  zu  verhüten,  wird  in  das  Uhrglas  ein  Stückchen  Eis
gelegt.
            
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