Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Butter  und  Butterschmalz.

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Zusehen.  Doch  ist  hierbei  besondere  Vorsicht  zu  empfehlen,  da  der  Geschmack
gerade  hinsichtlich  der  Beurteilung  der  Butter  sehr  verschieden  ist.  Auch  ist  zu
berücksichtigen,  daß  eine  Butter,  welche  zum  direkten  Genuß  nicht  mehr  brauchbar
ist,  trotzdem  noch  zu  Kochzwecken  Verwendung  finden  kann.  In  zweifelhaften
Fällen  dürfte  es  sich  empfehlen,  die  Geschmacksprohe  auch  durch  einen  erfahrenen
Butterhändler  ausführen  zu  lassen.
Im  übrigen  ist  noch  folgendes  zu  erwähnen:
a)  Schimmelige  Butter  wird  durch  die  mikroskopische  Untersuchung  erkannt. ­
  Am  besten  eignet  sich  hierzu  der  nach  dem  Schmelzen  und  Filtrieren
bleibende  Rückstand.  Zu  beachten  ist,  ob  das  Schimmelwachstum  bloß  an  der
Oberfläche  vorkommt,  oder  ob  schon  das  Innere  der  Butter  davon  ergriffen  ist.  —
Rote  Butter,  wie  solche  wiederholt  beobachtet  wurde,  wäre  auf  die  Gegenwart
von  Rosahefe  zu  prüfen.  —  Auch  grüne,  Algen  enthaltende  Butter  wurde  schon
beobachtet.  Im  übrigen  sei  bezüglich  der  bakteriologischen  Untersuchung  und
namentlich  auch  hinsichtlich  der  Erkennung  der  Ursachen  von  sog.  Butterfehlern
auf  die  einschlägige  bakteriologische  Literatur  und  insbesondere  auch  auf  die  obige
Arbeit  von  0.  Jensen  verwiesen.
b)  Für  die  bakteriologisch-hygienische  Prüfung  der  Butter  (Nachweis ­
  von  Krankheitskeimen  und  Butterfehlern,  soweit  sie  Bakterien  ihre  Entstehung
verdanken)  sind  die  in  den  bakteriologischen  Lehrbüchern  angegebenen  Verfahren
maßgebend.  Auch  muß  diese  Prüfung  durch  einen  Bakteriologen  von  Fach  ausgeführt
  werden.
c)  Die  Bestimmung  des  Säuregrades.  Für  gewöhnlich  begnügt  man
sich  damit,  den  Säuregrad  des  ausgeschmolzenen  Butterfettes  zu  bestimmen.  Hierbei ­
  ist  zu  beachten,  daß  die  Butter  nur  wenig  über  ihren  Schmelzpunkt  und  nicht
z u  lange  erwärmt  werden  darf.  Mit  dem  filtrierten  Fett  verfährt  man  nach  S.  526.
Da  unter  Umständen  ein  Teil  der  freien  Säuren  im  Wasser  der  Butter
gelöst  sein  kann,  so  ist  es  mitunter  wünschenswert,  den  Gehalt  der  natürlichen
Butter  an  Säuren  zu  bestimmen.  Man  versetzt  zu  dem  Zweck  etwa  5  g  der  gut
durchgemischten  Butter  mit  25  ccm  Alkohol,  fügt  25  ccm  Äther  hinzu  und  titriert
die  Emulsion  unter  Zusatz  von  Phenolphthalein  als  Indikator.
Der  Gehalt  an  Säuren  pflegt  in  Säuregraden  (vergl.  S.  526)  ausgedrückt
zu  Werden.
t  )  7.  Erkennung  von  wiederaufgefrischter  Butter.  Die  wiederaufgefrischte
(Renovated-  oder  Prozeß-)  Butter  unterscheidet  sich  von  frischer  Butter  dadurch,
daß  das  in  ihr  enthaltene  Fett  in  mehr  oder  weniger  kristallinischem  Zustande
vorhanden  und  das  Wasser  sehr  innig  mit  dem  Fett  verbunden  ist.  Infolgedessen
zeigt  die  wiederaufgefrischte  Butter  beim  Schmelzen  und  Erhitzen  nicht  die
Eigenschaften  der  frischen  Butter,  sondern  •—  natürlich  von  der  Zusammensetzung
des  Fettes  selbst  abgesehen  —  die  der  Margarine.  Bei  der  sog.  Schmelz  probe
bleibt  sie  trübe.  Nach  Ch.  A.  Crampton, 1 )  der  über  diese  in  Amerika  schon
v  eitverbreitete  Renovated-  oder  Prozeßbutter  eingehender  berichtet,  können  zur  Erennung
  dieser  Butter  dienen:  a)  das  Verhalten  des  Fettes  gegen  polarisiertes
ioht  nach  Bro  wn-Taylor-Richards,  b)  das  Verhalten  der  Butter  beim  Er-„

  o  io/«  on  H58-  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-*)
  Journ.  Ämenc.  Chem.  Soc.  1903,  -5,  .  Probe  verg i.  auch  die  Arbeit
u.  Genußmittel  1904,  7,  43.  -  Bezüglich  der  Wate  1  f  Chemists  1903,
von  G.  F.  Patrick  in  Procedinga  20.  Annual  Convent  ot  th  >  Aguc.  m
Washington  1904;  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Aahrung
            
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