Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Speisefette  und  -öle.

CMCOrtliOCOD-COas

fremde  Butter  zukauft  —  sicher  nachweisen  läßt,  empfiehlt  sich,  wie  hei  der  Milchuntersuchung, ­
  die  Stallprobe,  bei  der,  wie  bei  der  Milch,  alle  näheren  Umstände
(Futterwechsel,  Witterungswechsel  usw.)  zu  berücksichtigen  sind,  die  auf  das  Butterfett ­
  von  Einfluß  sein  können.

2.  Ein  Zusatz  von  Pflanzenfetten  und  -ölen  und  solche  enthaltenden
Fettzubereitungen  (Margarine,  Kunstspeisefett  usw.)  läßt  sich  mittels  der
Phytosterinacetat-Probe  bestimmt  nachweisen. 1 )
Fällt  diese  Probe  positiv  aus,  d.  h.  beträgt  der  korrigierte  Schmelzpunkt ­
  der  letzten  Kristallisation  117°  oder  darüber,  so  sind  dem
Butterfette  bestimmt  Pflanzenfette  oder  solche  enthaltende  Fettzubereitungen. ­
  zugesetzt  worden.  Liegt  der  korrigierte  Schmelzpunkt
zwischen  116  und  117°,  so  ist  ein  solcher  Zusatz  anzunehmen,  und  zwar  um  so
eher,  wenn  das  Butterfett  gleichzeitig  eine  niedrige  Reichert-Meißlsche  Zahl
neben  niedriger  oder  hoher  Verseifungszahl  aufweist  und  die  Reaktionen  auf
Baumwollsamenöl  oder  Sesaraöl  positiv  ausgefallen  sind.
Beispiele:  A.  Börner 2 )  fand  für  reine  und  von  ihm  selbst  gemischte
Butterfette,  sowie  für  solche  des  Handels  folgende  Werte:

J

:(

10,
11
12.
13,

Reichert-Furfurol-




Korrigierte  Schmelzpunkte  der  Acetate

Keines  Butterfett  ....

Zahl
.  27,8

auf
Sesamöl
0

3.  Knst.
114,3

4.  Knst.
114,3

5.  Krist.
114,1

6.  Krist.
114,9

7.  Krist

Dasselbe  Butterfett  mit  f  1  0

Io  ■

—

positiv

116,6

116,3

116,9

117,4

—

Zusatz  von  Sesamöl  \  3

1

—

positiv

117,3

119,1

120,4

121,2

—

Dasselbe  (  a)  deutsoher

f  10 # /*

.  25,1 8 )

positiv

116,1

116,3

116,4

117,1

117,3

Butterfett  mit  Mar ^ arine

<-20  „

.  22,4 3 )

positiv

115,6

117,6

118,6

119,1

120,3

Zusatz  von  b )  holländ.

(10  „

.  25,1 3 )

0

116,0

116,5

117,1

117.6

117,9

1  Margarine

120  „

.  22,4 3 )

0

117,7

118,8

119,7

121,6

123,7

Verfälschte  [holländische

.  18,5

0

119,5

121,0

122,5

126,0

127,4

Butter  des  >  deutsche  ■

.  18-19

0

116,3

116,9

117,3

117,7

119,5

.  25,0

schwach

116,8

117,6

117,9

117,9

120,2

.  19,6

stark

122,1

122,8

123,4

—

—

,,  .  (No.  4  u.  5  zugesetzte

—

stark

128,0

129,2

130,2

131,1

—

maxgaime  ^  ^  g  u .7

.  —

0

128,9

128,9

129,1

130,5

—

3.  Da  die  vorschriftsmäßig  hergestellte  deutsche  —  auch  die  österreichische
und  belgische  —  Margarine  einen  Zusatz  von  Sesamöl  enthalten  muß,  so
kann  der  Nachweis  des  Sesamöles  im  Butterfett  mittels  der  Furfurol-Reaktion

(vergl.  S.  556)  auch  zum  Nachweise  von  solcher  Margarine  dienen,  falls  die  Reaktion
eine  deutliche  und  nicht  nur  spurenweise  auftretende  ist.
Bei  den  vorliegenden  Versuchen  über  den  Übergang  des  die  Purfurol-Reaktion  und
auch  die  Zinnohlorür-Keaktion  (vergl.  S.  586)  verursachenden  Körpers  aus  dem  Putter  in
das  Milchfett  ist  von  der  Mehrzahl  der  Versuchsansteller  ein  solcher  Übergang  nicht  beobachtet ­
  worden,  dagegen  ist  von  einigen  Versuchsanstellern  [Backhaus, 4 )  Utz B )]  eine

*)  Von  Baumwollsamenöl,  Sesamöl,  Erdnußöl,  Rüböl,  Maisöl  usw.  lassen  sich  1—2  °/ 0
in  der  Butter  nachweisen;  dagegen  sind  hei  Anwendung  von  60—100  g  Butterfett  von
Kokosfett,  das  weit  geringere  Mengen  Phytosterin  enthält  als  jene  Öle,  nur  etwa  5—10  °/ 0
nachweisbar.
ä )  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  und  Genußmittel  1902,  5,  1018.
3 )  Diese  Zahlen  sind  nicht  bestimmt,  sondern  aus  der  E.-M.-Zahl  der  Butter  und  der
für  die  Margarineproben  angenommenen  E.-M.-Zahl  (1,0)  berechnet.
4 )  Bericht  des  Landw.  Instituts  Königsberg  1900,  5.  110.
6 )  Chem.-Ztg.  1902,  26,  730.
            
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