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Rohstoffe und Erzeugnisse der Spiritusfahrikation.
b) Die Ameisensäure bestimmt man in der Weise, daß man das Destillat
neutralisiert, die Hälfte der neutralen Lösung nach Porter und Ruyssen 1 ) mit
Quecksilberchloridlösung (50 g Quecksilberchlorid und 27,5 g Natriumacetat in 1 1)
versetzt und 6 Stunden im Wasserbade erwärmt. Das Quecksilberchlorid wird
nach der Gleichung;
2 Hg Cl 2 + HCOOH = Hg 2 Cl 2 + C0 2 + 2 HCl
zu unlöslichem Quecksilberchlorür reduziert und kann für sich auf einem trocknen
gewogenen Filter gesammelt, getrocknet und gewogen werden. 1 Gewichtsteil
Hg 2 Cl 2 = 0,0976 Gewichtsteilen Ameisensäure.
c) Bestimmung der Essigsäure und der Buttersäure. Die zweite
Hälfte der Salzlösung wird eingeengt und mit dem gleichen Volumen einer Lösung,
die im Liter 90 g Kaliumbichromat und 400 g konzentrierte Schwefelsäure enthält,
10 Minuten am Eüokflußkühler erhitzt. Dadurch wird die Vorhandene Ameisensäure
zu Kohlensäure oxydiert. Die nicht veränderten anderen Säuren (Essigsäure und
Buttersäure) destilliert man mit Wasserdampf Uber, wobei man Sorge trägt, daß das
Volumen der destillierenden Flüssigkeit sich nicht zu sehr vermindert. Das Destillat
wird mit 1 110 Normal-Barytwasser genau titriert, die Lösung der Baryumsalze eingeengt,
schließlich in eine Platinschale filtriert, eingedampft, bei 100 0 getrocknet
und gewogen. Dann zerreibt man die trocknen Baryumsalze zu einem feinen Pulver
und bestimmt ihren Baryumgehalt, indem man einen abgewogenen Teil in einem
Platintiegel mit Schwefelsäure abraucht und das entstandene Baryumsulfat wägt.
Wurden a Gramm des Baryumsalzgemisches angewendet und daraus b Gramm Baryumsulfat
erhalten, so enthält die Baryumsalzmischung d = 607,63 . - — 455,37 °/ 0 essigsaures
Baryum.
Aus dem Verbrauch der Essig- und Buttersäuremischung an 1 / 10 N.-Barytwasser
zur Neutralisation und dem Baryumgehalte des aus dem Säuregemische hergestellten
Baryumsalzgemisches läßt sich der Gehalt der angewendeten Substanzmenge
an freier Essigsäure und Buttersäure berechnen. Bedeutet
c die Anzahl ccm 1 / 10 N.-Barytwasser, die zur Neutralisation der Essigsäure
und Buttersäure (also nach der Zerstörung der Ameisensäure durch die Chromsäuremischung)
erforderlich war,
d die Prozente essigsaures Baryum in der Baryumsalzmischung (vorher berechnet),
so enthält die angewendete Substanzmenge:
0,00272. d.c „ .
x = 36761 + 0,0887dg Essigsäure,
y = 1 . 18178 . —- g Buttersäure.
Nach einem anderen Vorschläge soll man die trocknen Baryumsalze mit
absolutem Alkohol bei 30 0 behandeln; hierdurch wird das Baryumbutyrat gelöst,
während das Baryumacetat ungelöst bleibt. Aus den so getrennten Salzen
soll die Säure in beiden Fällen für sich nach Zusatz von Schwefelsäure wieder
mit 1 / 10 N.-Lauge titriert (Phenolphthalein als Indikator). Da diese Säuren sämtlich einbasisch
sind, kann man das Molekulargewicht nach der Formel berechnen,
„ 10 000. a
M —. b .
worin a die angewendete Menge der Fettsäuren und b die verbrauchten ccm 1 / 10 Normal-Lauge
bedeuten.
r ) Zeitschr. f. anal. Chemie 1877, 16, 250.