Spiritus, Branntweine und Liköre.
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destilliert und titriert werden. Das erstere Verfahren ist aber wohl das richtigere.
K. Windisch fand auf diese Weise folgende Gehalte:
In den öesamtsäuren I Ameisensäure Essigsäure Buttersäure Höhere Fettsäuren 9
von Kirsch-, Zwetsohen-, t
Tresterbranntwein . . 1 2,3—3,8 % 72,3—76,9 % 8,4—15,7 % 8,2—17,0 %.
In 100 00m
Rum 0—12,0 mg 4,0—147,0 mg Spur—11,0 mg Spur—12,0 mg
Kognak u. Arrak . . 0—10,6 mg 13,4—116,2 mg 3,3—6,0 mg 5,0—6,0 mg.
d) Bestimmung der Blausäure im Kirschwasser. Dadurch, daß die
Kirschen — vorwiegend werden im Schwarzwald die schwarzen, wilden Kirschen
verwendet — ferner Zwetschen mit den Kernen der Gärung und Destillation unterworfen
werden, nimmt der Kirschbranntwein oder das Kirschwasser einen schwachen
Gehalt an Blausäure an.
Das beliebte Kirschwasser wird wohl in der Weise naohgeahmt, daß man zu
entsprechend verdünntem Weingeist und etwas Zucker natürliches oder künstliches
Bittermandelöl oder Bittermandelwasser gibt. 2 )
J. Neßler und M. Barth 3 ) verfahren zur quantitativen Bestimmung der
Blausäure wie folgt;
10 ccm Kirschwasser werden mit 3 Tropfen einer 0,5 °/ 0 -igen Kupfersulfatlösung und
mit 1,6 ccm einer frisch bereiteten Guajakholztinktur von weingelber Farbe versetzt (5 g
Guajakholz werden mit 100 com Weingeist von 50% kurze Zeit bis zur weingelben
Färbung der Lösung ausgezogen). Man schichtet die Guajaklösung vorsichtig über das
Kirschwasser, vermischt dann plötzlich durch einmaliges Umkehren des verschlossenen
Reagensglases und vergleicht die Stärke der Bläuung sofort mit derjenigen einer frisch
bereiteten Yersuchsskala.
Für die Skala bedient man sich an Stelle des Kirsohwassers einer Verdünnung von
Kirschlorbeerwasser mit 50 %-igem Weingeist. Den Blausäuregehalt des Kirschlorbeerwaasers
stellt man titrimetrisch nach dem Liebigschen Verfahren 4 ) mit Silberlöaung fest
und wählt die Verdünnungen so, daß die Vergleichsflüssigkeiten im Liter 2—10 mg und
nach Bedarf mehr mg Blausäure enthalten. Am zweckmäßigsten wählt man 4 Vergleichsflüssigkeiten,
deren Blausäuregehalt um je 2 mg in 1 1 auseinanderliegen.
Das Verfahren von Neßler und Barth gibt aber nur die in freiem, nicht
auch die in gebundenem Zustande 5 ) vorhandene Blausäure an. K. Windisch
verfährt zur quantitativen Bestimmung der freien und gebundenen Blausäure
wie folgt:
a) Freie Blausäure. Eine abgemessene Menge Branntwein (300—400 ccm)
wird in einem Halbliterkolben mit einer überschüssigen Menge 1 / 50 N.-Silbernitrat-9
Mittleres Molekulargewicht der Fettsäuren 144—174.
2 ) Im echten Kirschwasser bewirkt eine Lösung von Silbernitrat wegen der sehr
geringen Menge an Blausäure ein kaum bemerkbares Opalisieren; außerdem soll künstliches
Kirschwasser nach kräftigem Schütteln mit Quecksilberoxyd (Hydrarg. oxyd.
rubr, praec.) seinen Geruch nach Bittermandelöl nicht verlieren, während in echtem Kirschwasser
der Blausäuregeruoh auf diese Weise fast ganz verschwinden soll.
3 ) Zeitschr. f. anal. Chemie 1883, 22, 33.
4 ) Ebenda 1863, 2, 173.
5 ) Um auch die gebundene Blausäure nach diesem Verfahren zu bestimmen, macht
man 5 ccm des Branntweins mit Alkalilauge alkalisch, säuert nach 3—5 Minuten mit
Essigsäure ganz schwach an und verfährt alsdann in derselben Weise weiter, wie bei der
Bestimmung der freien Blausäure.
Landwirtschaftliche Stoffe, S. Auflage.
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