Spiritus, Branntweine und Liköre.
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Oder man versetzt nach Amthor die alkoholische Flüssigkeit mit Paraldehyd
(auf 10 ccm der Flüssigkeit 30—50 ccm Paraldehyd) und mit so viel Alkohol, daß
die Flüssigkeiten sich mischen; nach 24 Stunden hat sich das Karamel als bräunliche
Masse ausgeschieden; man löst den Niederschlag in Wasser, engt auf dem
Wasserhade ein, filtriert und prüft das Filtrat durch Zusatz von 1 g salzsaurem
Phenylhydrazin und 2 g essigsaurem Natrium auf Zucker. Bei Gegenwart desselben
entsteht ein gelber Niederschlag bezw. eine gelbe bis rötliche Färbung. Der
Niederschlag löst sich in Ammoniak und wird durch Salzsäure wieder in Flocken
gefällt.
Wenn die braungelbe Färbung eines Branntweines von Holzfarbstoff (Gerbsäure)
durch längeres Lagern in hölzernen Fässern herrührt, so erzeugt Eisenchloridlösung
eine sehwarzgrünliche Färbung.
Man verdampft unter Zusatz von Sand zur Trockne und zieht den Rückstand
mit Äther oder Amylalkohol aus. Eine rote Färbung kann von Fuchsin.
Orseille usw. herrühren (vergl. unter „Wein“); eine gelbe Färbung von Kurkuma,
Safran oder Pikrinsäure usw. (vergl. „Butter“ S. 562 u. ff.).
Für die Liköre werden meistens Anilinfarben zum Färben verwendet.
Über den Nachweis derselben vergl. unter „Wein“.
16. Nachweis der Bitterstoffe. Für die Bereitung der bitteren Liköre
werden mitunter schädliche Bitterstoffe wie Aloe, Gummigutti, Lärchenschwamm,
Sennesblätter, Rhabarber usw. verwendet; unter diesen dürfte Aloe die meiste Verwendung
finden. Aloe gibt an Petroleumäther nichts, an Benzol und Chloroform
aloetinartige Körper, an Amylalkohol dagegen Aloin ab.
Man kann daher den bitteren Likör zur Sirupkonsistenz verdampfen und
wiederholt mit farblosem Benzin (von 80 0 Siedepunkt) ausschütteln; hierdurch werden,
falls sie vorhanden sind, gelöst Absynthin, Colchioin und Colocynthin. Man
teilt den Benzinauszug in 2 Teile; den einen versetzt man mit Salpetersäure von
1,33—1,40 spezifischem Gewicht, eine Violettfärbung deutet auf Colchicin; zu
dem anderen setzt man konzentrierte Schwefelsäure, welche bei Gegenwart von
Colocynthin und Absynthin rot bezw. violett gefärbt wird. Da Colocynthin
nur schwer in Benzin löslich ist, so kann man den ursprünglichen Rückstand auch
mit Chloroform ausschütteln und mit dem Rückstand hiervon die Prüfung vornehmen.
Der Rückstand vom Benzinauszuge wird nach dem Befreien von Benzin mit
Amylalkohol ausgezogen; dieser Auszug soll nicht bitter schmecken und farblos sein.
Hinterläßt er beim Verdampfen auf einem ührglase feine, weiße kristallinische
Ausscheidungen, so läßt dieses auf Pikrotoxin schließen; bei Gegenwart von Aloe
bleibt eine unkristallinische, gelbe, safranartige Masse zurück. Dieselbe zeigt den
eigenartigen Aloegeschmack, gibt mit Brom-Bromkalium, basischem Bleiacetat, salpetersaurem
Quecksilberoxydul und Gerbsäure Niederschläge ■— letzterer Niederschlag ist
im Uberschuß der Gerbsäure löslich —, reduziert alkalische Kupferlösung und Goldlösung
beim Erwärmen; wird ein Teil des Rückstandes mit konzentrierter Salpetersäure
gekocht, letztere auf dem Wasserbade verdampft, so bleibt eine Masse, welche, mit
Kalilauge und Cyankalium erwärmt, eine blutrote Färbung annimmt.
Wenn der Rückstand von der Amylalkoholausschüttelung mit Äther ausgezogen
wird, so können weiter in Lösung gehen; Absynthin, Quassiin,
Menyanthih und.Gentipikrin, von denen die ersten drei ammoniakalische Silberlösung,
alkalische Kupferlösung reduzieren sowie mit Brom-Bromkalium, Jod-Jodkalium,
Gerbsäure usw. schwache Trübungen bezw. Niederschläge geben.
Gummigutti löst sich leicht in Chloroform; verdampft man letzteres, so bleiht
<las Harz als gelbrotes Pulver zurück. Dasselbe ist in Ammoniak und Natrium-