Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Bier  und  seine  Rohstoffe.

Die  folgenden  Bestimmungen  in  einem  Malz  werden  nur  auf  besonderes  Verlangen ­
  ausgeführt.
f)  Bestimmung  der  Säure.  100  g  feingeschrotetes  Malz  werden  mit  500  ccm
säurefreiem  Alkohol  von  20  Volumprozent  ühergossen  und  unter  öfterem  Umrühren
4  Stunden  lang  (ein  Mehr  schadet  nicht!)  stehen  gelassen.  Darauf  wird  filtriert
und  100  ccm  des  Filtrats  werden  mit  1 / 10  Normal-  (Kali-  oder  Natron-)  Lauge  titriert.
1  ccm  der  Lauge  entspricht  0,009  g  Milchsäure.
Gute  Malze  geben  0,2—0,5  °/„  Säure,  als  Milchsäure  berechnet.
g)  Die  Schnittprobe  wird  in  derselben  Weise  ausgeführt  wie  bei  der
Gerste  (S.  709).
h)  Bestimmung  der  diastatischen  Kraft(des  Fermentativvermögens),
des  Malzes.  Man  bereitet  zu  dem  Zweck  nach  Lintner  eine  Normal-Stärkelösung,
indem  man  reinste  Kartoffelstärke  mit  so  viel  7,5  °/ 0 -iger  Salzsäure  übergießt  und
mischt,  daß  die  Säure  über  der  Stärke  steht;  man  läßt  7  Tage  bei  gewöhnlicher
Temperatur  oder  3  Tage  bei  40 0  stehen;  nach  dieser  Zeit  hat  die  Stärke  die  Fähigkeit, ­
  Kleister  zu  bilden,  verloren.  Die  so  behandelte  Stärke  wird  durch  Dekantation
so  lange  mit  destilliertem  Wasser  ausgewaschen,  bis  blaues  Lackmuspapier  keine
saure  Reaktion  mehr  gibt,  das  Wasser  möglichst  abgesaugt  und  die  Stärke  an  der
Luft  getrocknet.  Dieselbe  löst  sich  jetzt  leicht  und  klar  in  heißem  Wasser;  ein
schwaches  Opalisieren  der  Lösung  tut  ihrer  Verwendbarkeit  keinen  Abbruch.
Man  löst  2  g  dieser  Stärke  in  100  ccm  Wasser  (Normal-Stärkelösung);  ferner
zieht  man  25  g  Malz  (Darrmalz  fein  gemahlen,  Grünmalz  sorgfältig  zerquetscht)
6  Stunden  bei  gewöhnlicher  Temperatur  mit  500  ccm  Wasser  aus  und  filtriert.
Bei  Grünmalz  verdünnt  man  zweckmäßig  das  Filtrat  mit  der  doppelten,  bei  sehr
diastasereichem  Malz  sogar  mit  der  dreifachen  Menge  Wasser.
Man  gibt  je  10  ccm  der  Normal-Stärkelösung  in  10  Eeagierröhrchen,  welche
sich  in  einem  zweckentsprechenden  Halter  (am  besten  Eeischauerschen  Stern)
befinden,  läßt  der  Reihe  nach  0,1,  0,2,  0,3  ...  .  bis  zu  1,0  ccm  Malzlösung  zufließen, ­
  schüttelt  gut  durch  und  läßt  bei  Zimmertemperatur  1  Stunde  lang  die
Diastase  einwirken.  Darauf  gibt  man  in  jedes  Röhrchen  5  ccm  Fehlingsche
Lösung,  schüttelt  wieder  gut  durch,  setzt  den  Halter  mit  den  10  Röhrchen  10  Minuten
in  kochendes  Wasser  und  verfährt  nach  S.  238  weiter.
Die  diastatische  Kraft  oder  das  Fermentativvermögen  eines  Malzauszuges  wird
=  100  gesetzt,  wenn  0,1  ccm  eines  Extraktes  aus  25  g  Malz  mit  500  ccm  Wasser
und  10  ccm  obiger  Stärkelösung  unter  den  vorstehenden  Bedingungen  5  ccm  Fehlingsche ­
  Lösung  reduzieren;  bei  0,2  ccm  ist  das  Fermentativvermögen  dann  =  50,
bei  0,4  =  24,  bei  0,6  =  16,6  usw.;  dasselbe  wird  auf  Malztrockensubstanz  berechnet
und  beträgt  z.  B.  für;
gutes  Grünmalz  bayerisches  Darrmalz  lichtes  Malz
bis  zu  80  °/ 0  15—20  °/ 0  25—30  °/ 0 .  IV.
IV.  Hopfen.
Die  chemische  Untersuchung  des  Hopfens  erstreckt  sich  meist  nur  auf  die
Bestimmung  des  Gehaltes  an  Wasser,  ätherischem  öl,  Gerbsäure,  Hopfenharz,  bezw.
auf  Äther-,  Petroläther-,  Alkohol-  und  Wasserextrakt,  sowie  auf  die  Prüfung  etwaiger
Schwefelung  des  Hopfens.
Das  äußere  Aussehen,  Geruch,  Farbe  und  die  mechanisch-botanische  Untersuchung ­
  des  Hopfens  sind  durchweg  sicherer  für  die  Beurteilung  desselben  als  die
chemische  Untersuchung.
            
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