Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Bier  und  seine  Rohstoffe.

Vakuolen  oft  Fetttröpfchen  erscheinen.  Sie  bilden  große,  feste  Sprofiverbände.  Da
diese  Hefen  sehr  sauerstoffbegierig  sind,  so  wachsen  sie  vorwiegend  am  Rande  der
Flüssigkeit  und  erstrecken  ihr  Mycel  oft  weit  Uber  diese  hinaus.  Die  Torulahefen
  zeichnen  sich  durch  den  fast  kugeligen  Bau  ihrer  Zellen  aus,  in  denen  in
dem  homogenen  Plasma  oft  ein  oder  mehrere  Fetttröpfchen  liegen.  Die  Größe  der
Zellen  wechselt  sehr  von  der  Größe  der  Kulturhefe  bis  zu  den  kleinsten  Formen.
Ihre  Vermehrungsfähigkeit  ist  außerordentlich  groß.  Auch  Bakterienapten  lassen
sich  in  den  Tröpfchen-  und  Adhäsionskulturen  durch  die  Art  der  Kolonien  unterscheiden, ­
  wenn  auch  nicht  so  gut  wie  in  Gelatinekulturen.  Die  zuweilen  in  der
Betriebshefe  vorkommenden  Schimmelpilze,  ferner  die  eine  Zwischenstellung
zwischen  Faden-  und  Sproßpilzen  einnehmenden  Monilia-Arten  entwickeln  sich
in  diesen  Kulturen  gut  und  kennzeichnend.
Um  besonders  die  in  erster  Linie  gefährlichen  wilden  Hefen  der  Gattung
Saccharomyces  nachzuweisen,  verfährt  man  nach  dem  Vorschläge  von  Hansen
vielfach  in  der  Weise,  daß  man  die  Hefe  einem  Kulturverfahren  unterwirft,  das  die
Vermehrung  der  echten  Hefen  begünstigt,  und  das  so  entstehende  Hefengemisch
dann  zur  Sporenbildung  bringt.  Nach  Hansen  unterscheiden  sich  die
Saccharomyces-Arten  durch  die  Temperaturgrenzen,  innerhalb  derer  sie  Askosporen
erzeugen,  und  durch  die  Geschwindigkeit,  mit  der  sie  dieselben  bei  derselben
Temperatur  bilden.  Folgende  Tabelle  gibt  einen  Überblick  über  die  Zeit  der
Sporenbildung  bei  verschiedenen  Temperaturen:

Temperatur

s.
cerevisiae

S.
Pastorianus

S.
intermedius

S.
validus

S.
ellipsoideus

S.
turbidans

37,5

keine

36-37

29  Std.

—

—

—

—

—

35

25  „

—

■  —

—

—

keine

33,5

23  „

—

—

—

keine

31  Std.

31,5

—

keine

—

—

36  Std.

23  „

30

20  Std.

30  Std.

—

—

—

—

29

—

27  „

keine

keine

23  Std.

22  Std.

27,5

—

24  „

34  Std.

35  Std.

—

—

25

23  Std.

—

25  „

28  „

21  Std.

27  Std.

18

50  „

35  Std.

36  „

44  „

33  „

42  „

15

—

50  „

48  „

—

45  „

—

11—12

10  Tage

-

77  „

—

'  —

6 1 /*  Tage

8,5

keine

5  Tage

—

9  Tage

—

9

7

5)

7  *

7  Tage

—

11  Tage

—

3—4

14  „

17  „

keine

keine

keine

0—5

—

keine

keine

—

—

—

Von  diesen  Hefen  sind  S.  Pastorianus,  S.  intermedius,  S.  validus  und  S.  turbidans
Krankheitshefen,  S.  cerevisiae  eine  obergärige  Kulturhefe.  Bei  den  untergärigen
Kulturhefen  erfolgt  die  Sporenbildung  bei  15—25°  erst  nach  72  Stunden,  so  daß
man  neben  ihnen  die  schneller  sporulierenden  wilden  Hefen  nach  diesem  Verfahren
leicht  nach  weisen  kann.  Doch  ist  zu  bemerken,  daß  die  angegebenen  Zahlen  je
nach  dem  Zustande  der  verwendeten  Hefe  sich  etwas  verschieben.
            
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