Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Untersuchung  des  Bieres.

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reichende,  unten  umgebogene,  und  eine  kurze,  schwach  gebogene  Eöhre  trägt,  oder
ein  zylindrisches  Gefäß  von  verzinntem  Kupfer  mit  2  Messinghähnen  an  der  Decke
des  Gefäßes  von  nachstehender  Form  (Fig.  291)  luftleer,  verschließt  die  an  den
Röhren  befindlichen  Schläuche  mittels  gut  schließender  Quetschhähne  und  tariert.
Der  Schlauch  des  langen  Rohres  wird  sodann  in  geeigneter  Weise  mit  einem  in  das
Faß  zu  bohrenden  Hahn  verbunden  und  nun  dieser  Hahn  und  der  Quetschhahn  am
langen  Rohr  geöffnet.  Hat  sich  auf  diese  Weise  der  Kolben  mit  etwa  300  ccm  Bier
gefüllt,  so  wird  der  Quetschhahn  wieder  geschlossen.
Die  Menge  des  eingefüllten  Bieres  wird  gewogen,  die  Kohlensäure  durch  Erwärmen ­
  ausgetrieben  und  in  Liebig-  oder  Geißler  sehen  Kaliapparaten  aufgefangen. ­
  Zu  diesem  Zweck  stellt  man  folgenden  Apparat  zusammen;
Der  Kochkolben  oder  das  nebenstehende  verzinnte  Kupfergefäß
wird  auf  einen  Dreifuß  gestellt,  auf  dem  er  bezw.  es  später  erwärmt
werden  kann.  Der  Schlauch  am  langen  Rohr  wird  hei  geschlossenem
Ventil  mit  einem  Rohr  verbunden,  das  mit  Natronkalk  gefüllt  ist  und
den  Zweck  hat,  die  später  durchzusaugende  Luft  von  Kohlensäure  zu
reinigen.  Der  Schlauch  am  kurzen  Rohre  des  Gefäßes  erhält  einen
zweiten  Quetschhahn  und  wird  mit  einem  Rtickflußkühler  verbunden.
Dieser  steht  weiter  mit  einem  Chlorcalciumrohr,  einem  Liebig-  oder
Geißlersehen  Kugelapparat,  der  mit  Schwefelsäure  gefüllt  ist,  und
darauf  mit  einem  solchen,  der  Kalilauge  enthält,  dann  mit  einem
Kugelröhrohen,  das  Kalistüoke  enthält,  und  schließlich  wieder  mit
einem  Chloroalciumrohr  in  Verbindung.
,  Der  Kalikugelapparat  und  das  mit  Kalistücken  gefüllte
Kugelrohr  werden  vor  der  nachfolgenden  Ausführung  der  Bestimmung
gewogen.
Schließt  der  so  zusammengestellte  Apparat  luftdicht,  so  wird  von  den  beiden  geschlossenen ­
  Quetschhähnen  zwischen  Kühler  und  Kochkolben  der  dem  letzteren  nächstbefindliche ­
  geöffnet  und  darauf  der  andere  nur  wenig  und  vorsichtig,  um  die  im  Kolben  einen
Druck  verursachende  Kohlensäure  langsam  nach  den  Ahsorptionsapparaten  entweichen  zu
lassen.  Ist  dies  geschehen,  so  wird  die  noch  gelöste  Kohlensäure  durch  vorsichtiges  Erwärmen ­
  und  darauffolgendes  Kochen  vollständig  ausgetrieben.  Zuletzt  verbindet  man  das
letzte  Chlorcalciumrohr  mit  einem  Aspirator  und  saugt,  nachdem  man  auch  den  Quetschhahn ­
  zwischen  Koch  kolben  und  dem  Natronkalkrohr  geöffnet  hat,  durch  den  ganzen  Apparat
Duft  hindurch.  Sodann  werden  der  Kalikugelapparat  und  das  mit  Kalistücken  gefüllte
Kugelrohr  gewogen.  Die  Zunahme  des  Gewichtes  gibt  die  Menge  Kohlensäure  in  dem
a ngewendeten  bestimmten  Gewicht  Bier  an,  woraus  sich  leicht  die  Gewichtsprozente  berechnen. ­

Ist  das  Bier  in  gut  verkorkten  Flaschen  eingesandt,  so  bedient  man  sich  zum  Auffangen ­
  der  im  Überdruck  vorhandenen  Kohlensäure  eines  besonderen,  hohlen,  unten  mit
eiI >er  Seitenöffnung  versehenen,  durchbohrten  Pfropfenziehers,  dessen  oberes  Ende  mittels
Schlauches  mit  dem  Rückflußkühler  verbunden  ist.  Statt  dieses  Propfenziehers  kann  man
®'ch  auch  eines  Korkhohrers  bedienen,  in  dessen  unteres  Ende  über  der  Höhe  des  durch
J hn  auszubohrenden  Korkstückchens  man  durch  Aufeileu  eine  kleine  Öffnung  gemacht  hat
ünd  dessen  oberer  Griff  durch  Ab-  und  Wiederanschmelzen  um  einige  Zentimeter  nach
unten  gedrückt  worden  ist.  Man  verbindet  das  frei  gewordene  obere  Ende  des  Röhrchens ­
  mittels  Kautsohukschlauches  mit  dem  Rückflußkühler,  bringt  an  dem  Schlauch  einen
geschlossenen  Quetschhahn  an  und  bohrt  den  Korkbohrer  in  den  Kork  der  Flasche.  Sodann
aßt  man  die  unter  Druck  befindliche  Kohlensäure  langsam  durch  vorsichtiges  Öffnen  des
Quetschhahnes  entweichen  und  erwärmt,  nachdem  dies  geschehen,  die  Flasche  noch  in  einem
asserhad.  Erst  wenn  die  Kohlensäure  fast  ganz  ausgetrieben  ist,  wechselt  man  den  Kork
und  den  Korkbohrer  mit  einem  doppelt  durchbohrten  und  in  obiger  Weise  mit  Glasröhren
ersehenen  Kautschukstopfen  aus  und  saugt  Luft  durch  den  Apparat.

Fig.  291.  Vorrichtung
zum  Einfüllen  des
Bieres  für  die  Kohlensäurehestimmung.

            
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