Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Obst-  und  Beerenfrüchte  sowie  deren  Erzeugnisse.

Glasstabe  das  Ganze  gehörig  durch  und  läßt  5—10  Minuten  stehen.  Hierauf  verdünnt
man  mit  Wasser  auf  10  ccm,  nimmt  die  Wolle  heraus  und  übersättigt  mit  Ammoniak.
Nach  dem  Erkalten  übergießt  man  mit  5—10  com  reinem  Amylalkohol  und,  um  ein  besseres
Absetzen  zu  erzielen,  mit  einigen  Tropfen  Äthylalkohol,  schüttelt,  hebert  ab,  verdampft
zur  Trockne  und  behandelt  den  Rückstand  mit  Schwefelsäure,  wobei  man  gewisse  Parbenwandlungen,
  je  nach  der  Natur  des  Farbstoffs,  erhält.  In  einigen  Fällen  empfiehlt  es  sich
aber  auch,  den  Amylalkohol  mit  Wasser  auszuschütteln,  welches  ihm  hierbei  sämtlichen
Farbstoff  entzieht,  und  mit  der  wässerigen  Lösung  die  Prüfung  vorzunehmen.
3.  Die  Ausschüttelung  des  Weines  mit  Äther  vor  und  nach  dem  Übersättigen ­
  mit  Ammoniak.
100  ccm  Wein  werden  mit  30  ccm  Äther  in  einem  Glaszylinder  von  etwa  30  mm
Weite  und  150  ccm  Inhalt  durehgesohüttelt;  andere  100  com  Wein  werden  nach  Zusatz
von  6  ccm  Ammoniak  in  derselben  Weise  ausgeschüttelt  und  beide  Proben  getrennt  weiter
behandelt.  Von  den  klar  abgesetzten  Ätherschichten  —  ist  beim  Schütteln  eine  Emulsion
entstanden,  so  fügt  man  zur  Abscheidung  des  Äthers  einige  ccm  Alkohol  hinzu  —  hebt
man  mit  einer  Pipette  20—26  ccm  Äther  klar  ab  und  verdunstet  den  Äther  in  einem
Porzellanschälchen  über  einem  5  cm  langen  Faden  rein  weißer  Wolle  ein.  Die  Ätherlösung ­
  darf  nicht  filtriert  werden,  da  geringe  Mengen  Fuchsin  im  Filter  zurückgehalten
werden  können  und  dadurch  dem  Nachweise  entgehen.  Die  an  den  Bändern  der  Schale
sich  absoheidenden  Teile  des  Rückstandes  löst  man  durch  vorsichtiges  Umschwenken  wieder
in  dem  noch  nicht  verdunsteten  Äther  und  fixiert  so  alle  in  Äther  gelösten  Bestandteile
auf  der  Wollfaser,  Bei  reinen  Weinen  ist  die  Wolle  mit  dem  Verdampfungsrückstande
der  ammoniakalischen  Ätherlösung  rein  weiß,  während  der  ätherische  Auszug  des  natürlichen ­
  Weines  etwas  bräunlich  mißfarben  wird.  Wird  dagegen  der  Wollfaden  durch  die
ammoniakalische  Ätherausschüttelung  rot,  so  sind  in  dem  Weine  Teerfarbstoffe  vorhanden;
durch  Betupfen  mit  Salzsäure  wird  der  Faden  farblos  oder  gelblich.  Übersättigen  mit
Ammoniak  ruft  die  rote  Farbe  wieder  hervor.
Aus  dem  nicht  ammoniakalisch  gemachten  Wein  erhält  man  durch  Ausschütteln  mit
Äther  die  sogenannten  Säurefarbstoffe,  welche  die  Wollfaser  ebenfalls  rot  färben.
Nach  Hasterlik  lassen  sich  durch  dieses  Verfahren  nur  Fuchsin,  Safranin  und
Chrysoidin  im  Rotweine  naohweisen,  nicht  aber  Säurefuchsin  (rosanilinsulfosaures  Natrium)
und  zahlreiche  Azofarbstoffe.
4.  Das  Ausschütteln  des  natürlichen,  des  mit  Schwefelsäure  angesäuerten ­
  und  des  mit  Ammoniak  übersättigten  Weines  mit  Amylalkohol.
Man  schüttelt  100  ccm  des  natürlichen,  des  mit  Schwefelsäure  angesäuerten  und
des  mit  Ammoniak  übersättigten  Weines  mit  je  30  com  Amylalkohol  in  Glaszylindern  und
beschleunigt  nötigenfalls  durch  Zentrifugieren  die  Trennung  der  beiden  Schichten.
a)  Ist  der  amylalkoholische  Auszug  des  mit  Ammoniak  übersättigten  Rotweines ­
  rot  gefärbt,  so  sind  Teerfarbstoffe  vorhanden.
ß)  Ist  der  amylalkoholische  Auszug  des  ursprünglichen  Weines  rot  gefärbt,
so  können  Teerfarbstoffe  vorhanden  sein;  aber  auch  viele  junge  und  farbstoffreiche  reine
Weine  zeigen  dasselbe  Verhalten.  Versetzt  man  aber  die  rote  amylalkoholische  Lösung
tropfenweise  mit  Ammoniak,  so  bleibt  sie  bei  Gegenwart  von  Teerfarbstoffen  rot,  während
sie  bei  reinen  Rotweinen  in  blau,  blaugrün  oder  grün  übergeht.
'/)  Der  amylalkoholische  Auszug  des  mit  Schwefelsäure  an  gesäuerten  Rotweines ­
  ist  auch  bei  reinen  Rotweinen  fast  immer  rot  gefärbt.  Man  schüttelt  denselben
mit  Wasser  und  prüft  die  wässerige  Lösung  mit  Ammoniak,  wie  unter  b  angegeben  ist,
auf  Teerfarbstoffe.
Durch  diese  drei  Aussohüttelungen  lassen  sich  auch  die  Azofarbstoffe  und  das  Säurefuchsin ­
  uachweisen.
5.  Die  Schüttelprobo  mit  gelbem  Quecksilberoxyd  nach  P.  Cazeneuve.
10  com  Wein  werden  in  der  Kälte  mit  0,2  g  Quecksilberoxyd  1  Minute  lang  geschüttelt ­
  und  nach  Absetzen  durch  ein  3—4-faohes  angefeuchtetes  Filter  filtriert.  Dieselbe
Operation  ist  mit  einer  zweiten  Probe  nach  einmaligem  Aufkoohen  vorzunehmen,  wiederum
erst  gut  absetzen  zu  lassen  und  durch  ein  3—4-faohes  Filter  zu  filtrieren.  Zeigt  sich  in
            
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