Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Wein,  ■

775

a)  Ist  n  gleich  Null  oder  negativ,  so  ist  sämtliche  Weinsteinsäure  in  der  Form
von  Weinstein  in  dem  Weine  vorhanden;  dann  sind  enthalten;
x  =  1,2633  o  Gramm  Weinstein  in  100  ccm  Wein.
ß)  lat  n  positiv,  so  sind  enthalten:
x  =  4,7J20  e)  Q ramm  Weinstein  j n  iqO  com  Wein.“
d

d)  Bestimmung  der  an  alkalische  Erden  gebundenen  Weinsteinsäure.  „Die  Menge
der  an  alkalische  Erden  gebundenen  Weinsteinsäure  wird  aus  den  bei  der  Bestimmung  der
freien  Weinsteinsäure  und  des  Weinsteins  unter  No.  14  h  und  c  gefundenen  Zahlen  berechnet.
Haben  b,  d  und  e  dieselbe  Bedeutung  wie  dort,  und  ist;
a)  n  gleich  Null  oder  negativ  gefunden  worden,  so  ist  an  alkalische  Erden
gebundene  Weinsteinsäure  in  dem  Weine  nicht  enthalten;
ß)  n  positiv  gefunden  worden,  so  sind  enthalten:
3,75  (e  —  b)
X  —  d

Gramm  an  alkalische  Erden  gebundene  Weinsteinsäure  in  100  ccm  Wein;

y)  n  positiv  gefunden  worden  und  freie  Weinsäure  nicht  vorhanden,  so  sind;

x  =  c  —

3,76  (20  —  e)
d

Gramm

an  alkalische  Erden  gebundene  Weinsteinsäure  in  100  ccm  Wein  enthalten.“
15.  Bestimmung  der  Schwefelsäure  in  Weißweinen.  „Das  unter  No.  5  für  Rotweine
  angegebene  Verfahren  zur  Bestimmung  der  Schwefelsäure  gilt  auch  für  Weißweine.“
16.  Bestimmung  der  schwefligen  Säure.  „Zur  Bestimmung  der  schwefligen  Säure
bedient  man  sich  folgender  Vorrichtung;  Ein  Destillierkolben  von  400  ccm  Inhalt  wird
mit  einem  zweimal  durchbohrten  Stopfen  verschlossen,  durch  welchen  zwei  Glasrühren  in
das'  Innere  des  Kolbens  führen.  Die  erste  Ilöhre  reicht  bis  auf  den  Boden  des  Kolbens,
die  zweite  nur  bis  in  den  Hals.  Die  letztere  Röhre  führt  zu  einem  Liebigschen  Kühler;
an  diesen  schließt  sich  luftdicht  mittels  durchbohrten  Stopfens  eine  kugelig  aufgeblasene
U-Röhre  (sog.  Peligotsche  Röhre).
Man  leitet  durch  das  bis  auf  den  Boden  des  Kolbens  führende  Bohr  Kohlensäure,
bis  alle  Luft  aus  dem  Apparate  verdrängt  ist,  bringt  dann  in  die  Peligotsche  Röhre
50  ccm  Jodlösung  (erhalten  durch  Auflösen  von  6  g  reinem  Jod  und  7,5  g  Jodkalium  in
Wasser  zu  1  1),  lüftet  den  Stopfen  des  Destillierkolbens  und  läßt  100  ccm  Wein  aus  einer
Pipette  in  den  Kolben  fließen,  ohne  das  Einströmen  der  Kohlensäure  zu  unterbrechen.
Nachdem  noch  5  g  sirupdioke  Phosphorsäure  zugegeben  sind,  erhitzt  man  den  Wein  vorsichtig ­
  und  destilliert  ihn  unter  stetigem  Durchleiten  von  Kohlensäure  zur  Hälfte  ab.
Man  bringt  nunmehr  die  Jodlösung,  die  noch  braun  gefärbt  sein  muß,  in  ein  Becherglas, ­
  spült  die  Peligotsche  Röhre  gut  mit  Wasser  aus,  setzt  etwas  Salzsäure  zu,  erhitzt
das  Ganze  kurze  Zeit  und  fällt  die  durch  Oxydation  der  schwefligen  Säure  entstandene
Schwefelsäure  mit  Chlorbaryum.  Der  Niederschlag  von  Baryumsulfat  wird  genau  in  der
unter  No.  5  vorgeschriebenen  Weise  weiter  behandelt.
Berechnung.  Wurden  a  Gramm  Baryumsulfat  gewogen,  so  sind:
x  =  0,2748  a  Gramm  schweflige  Säure  (S0 2 )  in  100  ccm  Wein.
Anmerkung  1.  Der  Gesamtgehalt  der  Weine  an  schwefliger  Säure  kann  auch
nach  dem  folgenden  Verfahren  bestimmt  werden:  Man  bringt  in  ein  Kölbchen  von  ungefähr ­
  200  ccm  Inhalt  25  ccm  Kalilauge,  die  etwa  56  g  Kaliumhydrat  im  Liter  enthält,
und  läßt  50  ccm  Wein  so  zu  der  Lauge  fließen,  daß  die  Pipettenspitze  während  des
Auslaufens  in  die  Kalilauge  taucht.  Nach  mehrmaligem  vorsichtigem  Umschweuken  läßt
man  die  Mischung  15  Minuten  stehen.  Hierauf  fügt  man  zu  der  alkalischen  Flüssigkeit
10  ccm  verdünnte  Schwefelsäure  (erhalten  durch  Mischen  von  1  Teil  Schwefelsäure  mit
3  Teilen  Wasser)  und  einige  Kubikzentimeter  Stärkelösung  und  titriert  die  Flüssigkeit
mit  1 / 60  Normal-Jodlösung;  man  läßt  die  Jodlösung  hierbei  rasch,  aber  vorsichtig  so  lange
zutropfen,  bis  die  blaue  Farbe  der  Jodstärke  nach  vier-  bis  fünfmaligem  Umschwenken
noch  kurze  Zeit  anhält.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.