Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Trinkwasser.

*)  Zeitschr.  f.  analyt.  Chemie  1899,  38,  429.

Wenn  die  Titration  in  der  Kälte  bei  16°  yorgenommen  wird,  so  wirken  die
organischen  Stoffe  nicht  oder  kaum  schädlich.
7.  Salpetersäure,  a)  Qualitativer  Nachweis,  a)  Der  qualitative  Nachweis ­
  geschieht  am  besten  in  folgender  Weise:  Man  stellt  sich  eine  Lösung  von
Diphenylamin  dadurch  her.  daß  man  20  g  Diphenylamin  in  20  ccm  verdünnter
Schwefelsäure  (1  :  B)  löst  und  diese  Lösung  mit  reiner  konzentrierter  Schwefelsäure
auf  100  ccm  auffüllt.  Nach  dem  Erkalten  ist  die  Lösung  für  den  Gebrauch  fertig.
Etwa  2  ccm  derselben  werden  in  ein  kleines,  reines  Schälchen  gegeben  und  in
dasselbe  etwa  x / 2  ccm  des  zu  prüfenden  Wassers  tropfenweise  zufließen  gelassen,
ohne  umzurühren.  Oder  man  löst  einige  Körnchen  reinen  Diphenylamins  in  einem
Porzellanschälchen  in  5  ccm  reiner  konzentrierter  Schwefelsäure,  läßt  langsam
1  ccm  des  Wassers  zufließen  und  rührt  um.  Ist  Salpetersäure  im  Wasser  enthalten,
so  bilden  sich  sofort  oder  nach  kurzer  Zeit  blaue  Streifen  oder  Strahlen;  erscheinen
solche  nach  2—3  Minuten  nicht,  so  rühre  man  um,  und  eine  jetzt  eintretende
Färbung,  die  nur  schwach  sein  wird,  zeigt  immer  noch  Spuren  an.  Es  ist  notwendig, ­
  dieselbe  Reaktion  mit  salpetersäurefreiem,  destilliertem  Wasser  nebenher  zu
machen,  das  man  sich  herstellt,  indem  man  destilliertes  Wasser  nochmals  mit  etwas
Kalilauge  destilliert.
Noch  empfindlicher  ist  die  Abänderung  von  Cimmino, 1 )  nach  welcher  man
in  einem  Eeagensrohre  zu  1  ccm  des  zu  untersuchenden  Wassers  B—4  Tropfen  salzsäurehaltige ­
  (5—10  °/ 0 )  Diphenylamin-Schwefelsäure  und  2  ccm  konzentrierte  Schwefelsäure ­
  gibt  und  umschüttelt.  Bei  Anwesenheit  von  1  Teil  Salpetersäure  in  1000  000
Teilen  Wasser  tritt  nach  dieser  Ausführungsweise  noch  eine  Blaufärbung  der
Flüssigkeit  auf.
ß)  Statt  des  Diphenylamins  kann  man  auch  etwas  Brucin  in  einem  Porzellanschälchen ­
  in  reiner  konzentrierter  Schwefelsäure  lösen  und  dazu  1  ccm  des  zu
prüfenden  Wassers  langsam  zufließen  lassen.  Eine  Rotfärbung  zeigt  die  Gegenwart
von  Salpetersäure  an.  Die  Rotfärbung  tritt  um  so  stärker  auf,  je  mehr  Salpetersäure ­
  vorhanden  ist.  Auch  hier  empfiehlt  es  sich,  einen  blinden  Versuch  mit
salpetersäurefreiem  destilliertem  Wasser  anzustellen.
Die  Gegenwart  von  salpetriger  Säure  stört  diese  Reaktion  nicht,  dagegen  können
auch  andere  Oxydationsmittel,  z.  B.  Chlorate,  Hypochlorite  und  Chromate  usw.,  die
Färbung  hervorrufeu.
y)  Wenn  keine  salpetrige  Säure  vorhanden  ist,  kann  man  nach  Farnsteiner,
Buttenberg  und  Korn  (1.  c.)  auch  5  ccm  des  auf  1 / 6  eingedampften  filtrierten
Wassers  bei  gewöhnlicher  Temperatur  mit  Ferrosulfat  sättigen  und  mit  dieser
Lösung  in  einem  Reagensglase  etwa  5  ccm  konzentrierte  Schwefelsäure  vorsichtig
überschiohten.  Bei  Gegenwart  größerer  Mengen  Salpetersäure  tritt  sofort  oder
nach  einiger  Zeit,  besonders  bei  mäßigem  Umschwenken,  an  der  Berührungsstelle
ein  roter  bis  braunschwarzer  Ring  auf.
d)  Bei  Abwesenheit  von  salpetriger  Säure  kann  man  auch  etwa  10  ccm  Wasser
mit  Schwefelsäure  ansäuern,  ein  Körnchen  Zink  und  einige  Tropfen  Jodzinkstärkelösung ­
  zusetzen.  Bei  Anwesenheit  von  Salpetersäure  tritt  Blaufärbung  auf.
Wird  die  Reduktion  durch  Zusatz  von  nur  Zink  und  Schwefelsäure  lange
genug  fortgesetzt,  so  geht  die  Reduktion  bis  zur  Bildung  von  Ammoniak  und  kann
dieses  wie  oben  S.  808  nachgewiesen  werden.  Das  Eintreten  der  Reaktion  zeigt
alsdann,  wenn  das  Wasser  frei  von  Ammoniak  war,  die  Gegenwart  von  Salpetersäure ­
  an.
            
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