Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Mikroskopische  und  biologische  Untersuchung.

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weit)  5—6  cm  hoch  mit  Gelatine  gefüllt  hat,  gibt  man  sie  in  einen  runden  Drahtkorh
  oder  in  ein  Einsatzgefäß  mit  durchlochtem  Boden  und  erhitzt  sie  Stunde
lang  in  dem  kochenden  Dampfsterilisierapparat  (Fig.  303),  und  zwar  an  3  aufeinanderfolgenden ­
  Tagen  je  1-mal.  Ist  die  Gelatine  klar  geblieben,  so  ist  sie  zum
Gebrauch  geeignet.
Statt  dieser  Fleischwasserpeptongelatine  werden  neuerdings  auch  Nährgelatinen
  einfacherer  Herstellungsweise  empfohlen,  da  die  im  Fleischwasser
enthaltenen  Stoffe  die  Entwickelung  mancher  Wasserbakterien  verhindern,  so  daß  die
Zahl  der  Kolonien  zu  gering  wird.  Folgende  Vorschriften  seien  mitgeteilt:  Reichsgesundheitsamt: ­
  Fleischextrakt  Liebig  10  g,  Pepton  Witte  10  g,  Kochsalz  5  g,
Gelatine  100  g,  Wasser  1000  g,  gegen  Lackmus  neutralisiert  und  sodann  mit  1,5  g
kristallisierter  Soda  versetzt;  Thomann: 1 )  Fleischextrakt  Liebig  6  g,  K 2 TTPQ 4
2  g,  Gelatine  100—200  g,  sonst  wie  die  erste  Vorschrift;  Abba: 1  2  3 )  Fleischextrakt

Fig.  303.  Dampfsterilisationsapparat.

Fig.  304.  Plattengießapparat.

Liebig  6  g,  Wasser  1000  g,  Gelatine  150  g;  Pakes 8 )  empfiehlt,  100  g  Gelatine
in  1  1  des  zu  untersuchenden  Wassers  ohne  Zusätze  zu  lösen  und  zu  neutralisieren.
Statt  der  Gelatinenährböden  werden  auch  solche  von  Agar  empfohlen,  die
den  Vorteil  haben,  durch  peptonisierendc  Bakterien  nicht  verflüssigt  zu  werden.
Außer  dem  Fleisohwasserpeptonagar  (Herstellung  wie  die  der  entsprechenden
Gelatine,  nur  mit  2  °/ 0  Agar  versetzt  und  1 / 2  Stunde  im  Autoklaven  bei  125°  erhitzt)
wird  zuweilen  der  von  Hesse  und  Niedner 4 )  empfohlene  Albumoseagar  verwendet, ­
  der  aus  l,25°/ 0 Agar,  0,75°/ 0  Nährstoff  Heyden  und  98°/ 0  Wasser  besteht.
Auf  ihm  wachsen  viele  Wasserbakterien  besser  als  auf  den  Fleischwassernährböden,
so  daß  die  mit  ihm  gefundene  Keimzahl  höher  ist,  andererseits  aber  Schmutzwasserkakterien
  weniger  gut,  so  daß  er  die  biologischen  Verhältnisse  im  Wasser  eher  ver-1
 )  Centralb).  f.  Bakteriol.  II,  1900,  6,  796.
2 )  Zeitschr.  f.  Hyg.  1900,  3B,  372.
3 )  Centralbl.  f.  Bakteriol.  II,  1901,  7,  386.
4 )  Zeitsohr.  f.  Hygiene  1898,  29,  460.

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