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Triukwasser.
Der Eisengehalt eines Wassers läßt sich leicht durch Lüftung und Filtration
auf eine nicht mehr in Betracht kommende Menge verringern.
Mangan kommt nur selten und dann auch nur in sehr geringen Mengen im Trinkwasser
vor.
Es wird demselben eine ähnliche Bedeutung in bezug auf Wachstumsbeförderung
von Algen zugeschrieben, wie dem Eisen. Im Einzelfalle dürfte das Vorhandensein sehr
geringer Mengen zu einer Beanstandung keine Veranlassung geben.
11. Die Beurteilung eines Wassers hinsichtlich des Gehaltes an Kalk und Magnesia
wird am einfachsten, wenn man sich auf die berechneten Härtegrade stützt. Bei gemeinsamen
Wasserversorgungsanlagen ist ein Wasser von mittlerer Härte einem solchen von
hoher Härte vorzuziehen. Gesundheitliche Bedenken stehen der Verwendung eines harten
und auch sehr harten Wassers in der Hegel nicht im Wege, wohl aber machen sich bei
Verwendung eines solchen Übelstände für den Gebrauch im Haushalte, beim Kochen,
Waschen usw. fühlbar. Es dürfte daher stets geraten sein, auf das Eintreten letzterer
Übelstände mindestens aufmerksam zu machen, wenn sich die Gesamthärte, in deutschen
Härtegraden ausgedrückt, 10—15 nähert.
Im Einzelfalle dürften keine gesundheitlichen Bedenken zu hegen sein, auch Wasser
mit noch mehr als 30 Härtegraden — es sind sogar Leitungswässer mit über 50 deutschen
Härtegraden im Gebrauch — zuzulassen, da die Erfahrung lehrt, daß diese von den regelmäßigen
Verbrauchern gut vertragen werden, wenn sie auch für die an Wasser anderer
Beschaffenheit Gewöhnten nicht gleich bekömmlich sind.
12. Die Alkalimetalle sind für die Beurteilung von Wichtigkeit, wenn man ihre
Herkunft nicht auf ein natürliches Vorkommen, sondern auf eine Verunreinigung zurückauführen
ist. So kann Natrium in seiner Chlorverbindung von menschlichen und tierischen
Abfällen herstammen und wird dann sinngemäß mit dem Chlor zu beurteilen sein (vergl.
No. 6). Ist die Gegenwart von Kalium auf ähnliche Umstände zurückzuführen, so muß
man einen strengeren Maßstab anlegeu, da bekanntermaßen dieses Alkalimetall vom Boden
stark absorbiert wird und demgemäß sein Auftreten im Wasser eine abgeschwächte Absorptionskraft
des Bodens anzeigt. Für gewöhnlich beträgt der Kaligehalt in reinen
Wässern nur wenige Milligramm, durch häusliche Abgänge verunreinigte Wässer enthalten
dagegen größere Mengen Kali.
13. Blei soll in einem für Genußzwecke bestimmten Wasser nicht vorhanden sein.
Bei der Verwendung von Bleiröhren für Hausleitungen empfiehlt es sich, das in den Köhren
gestandene Wasser vor dem Gebrauch durch Ablaufenlassen zu entfernen.
Die Lösung von Blei erfolgt vorwiegend durch Vermittelung von Sauerstoff und
freier Kohlensäure; an den Lötstellen der Kohre wird diese durch galvanische Wirkung
begünstigt. Auch alle an organischen Stoffen reichen und gleichzeitig weichen Wässer
sind für Leitungszwecke von vornherein bedenklich, weil sich in denselben leicht freie
Kohlensäure neben Sauerstoff bilden kann. Man hat zur Verhütung des Bleiangriffes vorgeschlagen,
die Bleirohre durch Behandeln mit kieselsäurehaltigem Wasser mit einer
Schutzdecke von Bleisilikat oder durch Behandeln mit Schwefelnatrium mit einer Schutzdecke
von Schwefelblei zu versehen, aber ohne Erfolg; auch eine innere Verzinnung der
Bleirohre oder die Anwendung von Zinnrohren mit Bleimantel haben sich nicht bewährt.
Am zweckmäßigsten würden Zinn- oder Messingrohre sein, aber sie sind zu teuer. Man
wird daher noch immer auf die Anwendung von Bleirohren für die Wasserleitungen angewiesen
sein und vor allem auf die Beseitigung der freien Kohlensäure nach No. 7 Anm. 1
bedacht sein müssen.
Geringe Spuren von Zink und Kupfer, wie solche bei der Verwendung galvanisierter
Eisenröhren oder Kupferröhren im Wasser Vorkommen, dürften zu einer Beanstandung keine
Veranlassung geben.
14. Die Menge des freien Sauerstoffes läßt insofern einen Schluß auf die Reinheit
eines Wassers zu, als sie in dem Maße geringer wird, in welchem oxydationstähige
Stoffe vorhanden waren. Die Bestimmung des freien Sauerstoffs ist ferner von Bedeutung
für die Möglichkeit der Bleilösungsfähigkeit des Wassers; sie kann ferner Aufschluß geben
über die Abnahme des Eisengehaltes des Grundwassers in gewissen Tiefen des Bodens, bis zu