Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Mikroskopische  und  biologische  Untersuchung.

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welchen  der  Sauerstoff  eindringt  und  das  lösliche  Oxydulhydrat  zu  unlöslichem  Oxydhydrat
oxydiert,  in  welcher  Form  das  Eisen  durch  die  filtrierende  Wirkung  des  Bodens  mechanisch
zurückgehalten  wird.
B.  In  mikroskopischer  Hinsicht.'
Da  ein  gutes  Trink-  und  häusliches  Gebrauchswasser  hell  und  klar  sein  soll,  so  sind
schon  aus  dem  Grunde  alle  mikroskopisch  im  Bodensatz  erkennbaren  Stoffe,  besonders
organischer  Art,  bedenklich,  und  zwar  um  so  mehr,  je  reicher  die  Schwebe-  und  Sinkstoffe
an  den  erwähnten  pflanzlichen  oder  tierischen  Lebewesen  sind.
Im  allgemeinen  kann  angenommen  werden:
1.  Daß  ein  Wasser,  welches  neben  Crenothrix  und  anderen  Pilzfäden,  sowie  neben
Infusorien  viel  Diatomeen  enthält,  Zuflüsse  von  mehr  pflanzlichen  Zersetzungsherden  erhalten ­
  hat;  ein  solches  Wasser  ist  zwar  unrein,  aber  deswegen  noch  nicht  gesundheitsschädlich ­
  oder  -gefährlich.
2.  Finden  sich  aber  neben  den  chemischen  Anzeichen  der  Fäulnis  auch  die  verschiedensten ­
  Pilzfäden,  Zoogloeen  von  Bakterien,  Infusorien  und  Radiolarien  aller  Art
oder  gar  körperliche  Verunreinigungen,  welche  durch  ihre  Herkunft  bedenklich  sind,  wie
Abfallstoffe  aus  der  Küche,  dem  Haushalt,  Reste  von  Kot  u.  dergl.,  so  kann  ein  solches
Wasser  in  besonderen  Fällen  direkt  gesundheitsschädlich  werden  und  ist  dann  die  Beanstandung ­
  hiermit  zu  begründen.
Im  übrigen  sei  bezüglich  der  Beurteilung  nach  dem  mikroskopischen  Befunde  auf
die  Angaben  in  dem  Abschnitt  II  No.  5  S.  840  verwiesen.
C.  In  bakteriologischer  Hinsicht.
Die  gewöhnlich  im  Wasser  vorkommenden  Bakterien  sind  an  und  für  sich  nicht  gesundheitsschädlich; ­
  ihre  Zahl  ist  aber  ein  Maßstab  für  die  größere  oder  geringere  Reinheit
eines  Wassers,  denn  jede  Verunreinigung,  abgesehen  von  solchen  aus  manchen  industriellen
Betrieben,  deren  Nachweis  leicht  chemisch  gelingt,  bedingt  eine  Vermehrung  der  Keime.
Eine  große  Anzahl  von  Bakterien  deutet  also  fast  immer  auf  die  Möglichkeit
einer  Infektion  hin.  Solche  Infektionsmöglichkeit  ist  aber  bei  allen  Oberflächenwässern,
Bächen,  Flüssen,  Seen  gegeben,  namentlich  erstens  bei  solchen  stark  bewohnter  Gegenden
—  solche  Wässer  sollen,  wenn  sie  sonst  chemisch  rein  sind,  nur  nach  genügender  Filtration
genossen  werden  —  oder  zweitens  bei  Brunnen,  welche  gegen  das  Eindringen  von  Staub
von  oben  her  nicht  genügend  geschützt  sind,  oder  drittens  durch  Zuflüsse  stark  bakterienhaltiger ­
  Wässer.  Oberflächenwässer  und  Brunnenwässer,  welche  chemisch  gut  und  nicht
durch  faulige  Zuflüsse  verunreinigt  sind,  können  daher  zum  Genüsse  zulässig  gemacht
werden,  erstere  durch  Filtration,  letztere  durch  genügenden  Abschluß  von  oben.  Wässer
aber,  welche  Zuflüsse  von  Fäulnisherden  erhalten,  sind  vom  Genüsse  auszuschließen  oder
■es  müssen,  wenn  es  Wässer  aus  Brunnen  sind,  diese  gründlich  gereinigt  und  so  umgebaut
werden,  daß  derartige  Zuflüsse  überhaupt  nicht  mehr  stattfinden  können.
Als  Anhaltspunkte  für  die  Beurteilung  eines  Gebrauchswassers  auf  Grund  des  bakteriologischen ­
  Befundes  können  folgende  dienen:
1.  Ein  reines  gutes  Wasser  soll  nur  wenige  Bakterien  oder  Keime  von  Mikrophyten
■enthalten.
In  einem  reinen  Grundwasser  aus  nicht  verunreinigten  Bodenschichten  übersteigt
bei  tadelloser  Anlage  die  Anzahl  der  Keime  von  Mikrophyten  selten  50  für  1  ccm.  Ist  die
Anlage  aber  keine  völlig  vollkommene,  so  kann  die  Zahl  der  Keime  bedeutend  —  auf  100
bis  200  Keime  in  1  ccm  —  anwachsen.  Ähnliche  Verhältnisse  können  bei  neuen  und  umgebauten ­
  Anlagen  Vorkommen,  besonders,  wenn  erhebliche  Erdbewegungen  stattgefunden
haben.  In  anderen  Fällen  kommen  aber,  so  besonders  im  Wasser  aus  dem  Schiefergebirge,
mehrere  hundert  und  mehr  Mikrophytenkeime  in  1  ccm  vor,  ohne  daß  diese  schädlich  sind.
In  diesen  letzteren  Fällen  ist  jedoch  darauf  hinzuweisen,  daß  solche  Wässer  nicht  gleichmäßig ­
  gut  filtriert  sind,  und  damit  die  Möglichkeit  einer  Infektion  nicht  unbedingt
ausgeschlossen  ist.
2.  Schwankt  die  Anzahl  der  Bakterien,  d.  h.  ist  sie  zu  gewissen  Zeiten  höher  als
zu  anderen  Zeiten,  so  ist  das  ein  Zeichen  für  zeitweise  besondere  Verunreinigungen  eines
            
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