Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Schmutzwasser.

h)  Unterhalb  der  Einmündungsstelle,  und  zwar  so  weit  unterhalb,  daß  eine
vollständige  und  gleichmäßige  Vermischung  des  Abwassers  mit.  dem  Flußwasser  usw.
stattgefunden  hat.
Krümmungen  im  Plußlaufe,  Stauvorrichtungen,  Strauchwerk  und  dergl.  begünstigen
die  Durchmischung.  Bei  kleineren  Bächen  kann  man  auch  durch  Hineinwerfen  von
Strauchwerk  die  Durchmischung  befördern.
Bei  einem  größeren  Fluß  in  einem  flachen  Flußbett  ohne  diese  Verhältnisse  mit
geringer  Stromgeschwindigkeit  kann  das  Abwasser  mit  dem  Flußwasser  oft  meilenweit
fließen,  ohne  daß  sich  beide  völlig  durohgemischt  haben.
Auch  kann  das  Wasser  aus  verschiedenen  Tiefen  des  Wasserlaufes  (an  der  Oberfläche,
in  den  Mittelschichten  und  am  Boden)  verschieden  sein,  besonders  wenn  das  Haupt-  und
Zuflußwasser  verschiedenes  spezifisches  Gewicht  besitzen.
Unter  allen  Umständen  empfiehlt  es
sich,  in  einem  derartigen  Palle
a)  Probenvon  den  beiden  Seiten  und  aus
der  Mitte  des  Plußlaufs;
ß)  wo  möglich  an  der  Oberfläche  und
tiefer  unten  an  den  3  Stellen  in  folgender
Weise  zu  entnehmen:
Entweder  man  bindet  eine  Flasche,  und
zwar  von  tunlichst  weißem  Glase  an  eine
Stange,  hält  diese  an  die  betreffende  Stelle
und  läßt  sie  sich  direkt  füllen  oder  man
wirft  ein  an  einer  Kette  befestigtes  unten  in
einem  Doppelboden  mit  Blei  beschwertes
Schöpfgefäß  von  Zinkblech  —  oder  besser  von
emailliertem  Eisenblech,  besonders  bei  zink-  und  säurehaltigen ­
  Wässern  —  von  nebenstehender  Form  (Pig.  318)
in  die  betreffende  Stelle  des  Flußlaufs,  läßt
dieses  sich  füllen  und  gießt  den  Inhalt  in
eine  Flasche  von  weißem  Glase  um,  nachdem
man  diese  wie  das  Schöpfgefäß  stets  vorher
mit  Wasser  von  der  betreffenden  Stelle  des
Flußwassers  ausgespült  hat.  Beim  Umfüllen
in  die  Flasche  müssen  etwa  zu  Boden  gesunkene ­
  Schwebestoffe  mit  umgefüllt  werden.
Ist  eine  Brücke  oder  ein  Steg  vorhanden,  so
bewirkt  man  am  bequemsten  die  Probenahme  von  diesen
herab;  in  anderen  Fällen,  bei  breiten  Flußwässern,  muß  man  einen  Kahn  zu  Hilfe  nehmen
und  von  diesem  aus  die  Proben  wo  möglich  an  5  verschiedenen  Stellen  in  derselben  Breitfläche ­
  entnehmen.
Je  mehr  Einzelproben  in  der  Breite  und  Tiefe  an  derselben  Flußstelle  entnommen
werden  können,  desto  besser  und  zuverlässiger  werden  die  Ergebnisse.  Die  Binzeiproben
werden  später  in  einem  größeren  Glasgefäß  miteinander  gut  durchgemischt  und  von  der
Mischung  Teilproben  zur  Untersuchung  verwendet.
c)  Bei  der  Probeentnahme  unterhalb  der  Einflußstelle  des  fraglichen  Abwassers
hat  man  darauf  zu  achten,  ob  der  Fluß  zwischen  dieser  Einflußstelle  und  der  Probeentnahmestelle ­
  noch  andere  Abwässer  oder  Nebenflüsse  aufnimmt.
Man  hat  dann  von  jedem  Zufluß  unterhalb  vorschriftsmäßige  Proben  zu  entnehmen
und  auf  schädliche  Bestandteile  zu  untersuchen.
d)  Bei  stillstehenden  Gewässern,  bei  Teichen  und  Seen  mit  gar  keinem  oder
nur  geringem  Wasserabfluß  kann  man  unter  Umständen  die  Größe  der  Verunreinigung
auch  aus  der  Beschaffenheit  und  Menge  des  verunreinigenden  Zuflusses  ermessen.  Hierbei
muß  aber  eine  verteilte  Probenahme  an  verschiedenen  Stellen  und  aus  verschiedenen  Tiefen
noch  mehr  beobachtet  werden  als  bei  einem  fließenden  Gewässer.
            
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