Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

958

Anhang.

Aus  der  so  hergestellten,  etwas  stärkeren  Säurelösung  wird  die  Normalsäure
bereitet,  indem  man  dieselbe  so  verdünnt,  daß  in  1000  ccm,  gemessen  bei  17,6°,
die  Äquivalentzahl  der  betreffenden  Säure  in  Grammen  enthalten  ist.
Wären,  wie  in  obigem  Beispiel,  in  1000  ccm  nach  der  ersten  Bestimmung
43,5981  g,  nach  der  zweiten  43,6409  g,  im  Mittel  also  43,6170  g  Schwefelsäure
gefunden,  so  müßten  nach  der  Gleichung:
40,03  :  1000  =  43,617  :  x;  x  =  1089,6
je  1000  ccm  der  verwendeten  Schwefelsäurelösung  durch  Zusatz  von  destilliertem
Wasser  zu  1089,6  ccm  verdünnt  werden.  Es  geschieht  dies  einfach  in  der  Weise,  daß
man  einen  Literkolben  bis  an  die  Marke  mit  der  Säure,  deren  Temperatur  auf  17,5°
gebracht  ist,  füllt,  dieselbe  vorsichtig  in  die  größere,  zum  Aufbewahren  bestimmte
trockne  Flasche  gießt,  dann  den  Kolben  mit  89.6  ccm  Wasser,  welche  man  mit
einer  Bürette  oder  Pipette  abmißt,  ausspült  und  in  die  große  Flasche  nachfüllt.
Man  bringt  dann  nochmals  etwa  die  Hälfte  der  Flüssigkeit  in  den  Kolben  zurück,
spült  um,  bringt  wieder  in  die  Flasche,  mischt  und  bewahrt  auf.
An  Stelle  von  Natriumkarbonat  kann  man  auch  Kaliumkarbonat,  aus
reinem  Kaliumbitartrat  durch  Veraschen  hergestellt,  verwenden  (vergl.  unter  Normalalkali ­
  S.  960).
b)  Zur  weiteren  Prüfung  der  Säureflüssigkeit  löst  man  6,61  g  chemisch  reines,
wasserfreies,  schwefelsaures  Ammon  (mit  21,24%  N)  in  1  1  Wasser  und  bestimmt
in  100  ccm  der  durchgemischten  Lösung  das  Ammoniak  nach  S.  142  durch
Destillation  mit  frisch  gebrannter  Magnesia,  indem  man  20  ccm  Säure  vorlegt.
Da  100  ccm  Ammoniaksalzlösung  =  0,661  g  Salz  =  0,1404  g  Stickstoff  enthalten,
so  muß  man,  wenn  das  Salz  rein  und  die  Säure  richtig  eingestellt  ist,  genau
10  ccm  der  letzteren  zur  Bindung  des  Ammoniaks  gebrauchen.
F.  Mach 1 )  reinigt  das  Ammoniumsulfat  zunächst  durch  mehrmaliges  Umkristallisieren ­
  aus  Wasser,  bereitet  von  dem  gereinigten  Salz  eine  kalt  gesättigte
Lösung  und  gießt  diese  tropfenweise  unter  fortwährendem  Umrühren  in  etwa  das
doppelte  Volumen  absoluten  Alkohols.  Der  sehr  feinkörnige  Niederschlag  wird  abgesaugt, ­
  zuerst  mit  Alkohol,  sodann  mit  gekühltem,  destilliertem  Wasser  gewaschen
und  mit  Fließpapier  von  der  größten  Menge  Feuchtigkeit  befreit.  Von  diesem  in
gut  schließenden  Gefäßen  aufbewahrten  Salz  werden  vor  jeder  Titerstellung  2—3  g
im  Trockengläschen  zunächst  2  Stunden  im  Wassertrockenschrank  bei  etwa  96°  getrocknet, ­
  verrieben,  nochmals  1  Stunde  getrocknet  und  im  geschlossenen  Wägegläschen ­
  im  Exsikkator  bis  vor  dem  Abwägen  zur  Destillation  aufbewahrt.
c)  Als  drittes  Mittel  kann,  wie  F.  Mach  (1.  c.)  anfuhrt,  zur  Ergänzung  der
beiden  ersten  auch  Kaliumtetroxalat  dienen,  welches  eine  stets  gleichbleibende
Zusammensetzung  zu  besitzen  pflegt.  0,5  g  desselben  werden  auf  einem  Uhrgläschen
abgewogen,  mit  ausgekochtem  und  wieder  abgekühltem,  jedoch  zweckmäßig  noch
warmem  Wasser  in  einen  Erlenmeyer-Kolben  gespült,  so  daß  die  Flüssigkeit  etwa
100  ccm  beträgt,  und  nach  dem  Lösen  und  Abkühlen  mit  Phenolphthalein  als  Indikator
direkt  titriert.  Um  die  Angaben  dieses  Indikators  auch  auf  Kongorot  beziehen  zu
können,  werden  gleichzeitig  20  ccm  Titriersäure  mit  100  ccm  desselben  ausgekochten
Wassers  versetzt  und  unter  Anwendung  von  Phenolphthalein  titriert,  wobei  sich  in
der  Regel  gegenüber  den  bei  Anwendung  von  Kongorot  gefundenen  Kubikzentimetern
Lauge  Unterschiede  von  -j-  0,1  bis  0,15  ccm  ergeben,  die  in  der  Hauptsache  durch
geringe  vorhandene  Kohlensäure  verursacht  werden.  Durch  einfache  Verhältnis-*)
  Landw.  Versuchs-Stationen  1905,  63,  71.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.