Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Anhang.

1—2  Stunden  stehen,  entfernt  die  bisweilen  auftretende  flockige  Abscheidung  durch
Filtration  und  verwendet  von  der  nunmehr  brauchbaren,  völlig  klaren  Flüssigkeit
zu  dem  Yerdauungsversuch  100  ccm.
Da  diese  Flüssigkeit  leicht  zur  Zersetzung  neigt,  muß  dieselbe  für  jeden
Yerdauungsversuch  stets  frisch  dargestellt  werden.  Will  mau  dieselbe  länger  als
24  Stunden  aufbewahren,  so  empfiehlt  es  sich,  nochmals  einige  Tropfen  Chloroform
zuzusetzen.
18.  Darstellung  der  Fehlingschen  Lösung  nach  Soxhlet.  Chemisch  reines
Kupfersulfat  wird  1-mal  aus  verdünnter  Salpetersäure,  3-mal  aus  Wasser  umkristallisiert ­
  und  zwischen  Fließpapier  trocken  gepreßt,  dann  12  Stunden  an  der
Luft  liegen  gelassen  und  hiervon  werden  34,630  g  zu  500  ccm  gelöst.
Die  Seignettesalzlösung  bereitet  man  —  tunlichst  häufig  frisch  —  in  der
Weise,  daß  man  173  g  weinsaures  Natriumkalium  in  400  com  Wasser  löst  und
dazu  100  ccm  Natronlauge  hinzufügt,  welche  516  g  Natriumhydroxyd  in  1  1  enthält.
Durch  Vermischen  gleicher  Volumen  Kupfer-  und  Seignettesalzlösung,  welche
getrennt  aufbewahrt  und  erst  beim  Gebrauch  gemischt  werden,  erhält  man  die
Fehlingsche  Lösung.
19.  Sachssesche  Quecksilberlösiing  zur  Bestinimuug  der  Zuckerarteu.  18  g
reines  und  trocknes  Jodquecksilber  —  erhalten  durch  Fällung  von  Sublimatlösung
mit  Jodkalium,  Auswaschen  und  Trocknen  des  Niederschlages  bei  100°  —  werden
mit  Hilfe  von  25  g  Jodkaliuni  in  Wasser  gelöst,  dazu  80  g  in  Wasser  gelöstes
Ätzkali  hinzugefügt  und  auf  1000  ccm  gebracht.  Die  Lösung  enthält  7,9295  g
Quecksilber  im  Liter.
Zur  Erkennung  der  Endreaktion  (nach  dem  Titrierverfahren)  dient  am  besten
eine  alkalische  Zinnoxydullösung,  welche  durch  Übersättigen  einer  Lösung
von  käuflichem  Zinnchlorür  mit  Ätzkali  bereitet  wird.  Man  verfolgt  das  Fortschreiten
  der  Reduktion  an  einigen  Tropfen,  welche  man  aus  der  Flüssigkeit  hebt
und  mit  der  Zinnlösung  versetzt.  Anfangs  entsteht  eine  schwarze  Fällung,  schließlich ­
  eine  braune  Färbung,  und  wenn  alles  Quecksilber  ausgefällt  ist,  bleibt  die
Farbe  unverändert.
20.  Knappsche  Quecksilberlösung  zur  Bestimmung  der  Zuckerarten.  10  g
reines,  trocknes  Cyanquecksilber  werden  in  Wasser  gelöst,  100  ccm  Natronlauge  von
1,145  spezifischem  Gewicht  hinzugefügt  und  auf  1000  ccm  aufgefüllt.  Die  Lösung
enthält  7,9365  g  Quecksilber  im  Liter.
Zur  Erkennung  der  Endreaktion  benutzt  man  hier  am  besten  mit  Essigsäure
angesäuertes  Schwefelwasserstoffwasser,  in  welches  man  einige  Tropfen  der  titrierten
Lösung  hineingibt.  Das  Tüpfelverfahren,  nach  welchem  man  einen  Tropfen  der
Flüssigkeit  auf  schwedisches  Filtrierpapier  gibt  und  dazu  einen  Tropfen  Schwefelammonium, ­
  ist  nach  Soxhlet  nicht  so  empfindlich.  Wenn  die  Flüssigkeit  mit  Schwefelwasserstoff ­
  in  essigsaurer  Lösung  keine  Bräunung  mehr  gibt,  ist  die  Reaktion  beendet.
21.  Darstellung  derDlastase  und  des  Invertins,  a)  Darstellung  der  Diastase
nach  J.  C.  Lintner. 1 )  1  Teil  Gerstengrünmalz  wird  mit  2—4  Teilen  20°/ 0 -
igem  Alkohol  24  Stunden  behandelt. 2 )  Der  abgesaugte  Auszug  wird  mit  dem
*)  Journ.  f.  prakt.  Chemie  1886,  34,  386.
a )  Nach  einer  anderen  Vorschrift  werden  2  kg  frisches  Grünmalz  in  einem  Mörser
mit  einer  Mischung  von  1  1  Wasser  und  2  1  Glyzerin  ühergossen  und  durchgemischt,  dann
8  Tage  stehen  gelassen.  Darauf  wird  die  Flüssigkeit  möglichst  gut  ausgepreßt  und
filtriert,  das  Filtrat  mit  dem  2-  bis  2,5-fachen  Volumen  Alkohol  gefällt,  der  Niederschlag  abfiltriert, ­
  mit  Alkohol  und  Äther  ausgewaschen,  über  Schwefelsäure  getrocknet  und  für  den
Gebrauch  in  glyzerinhaltigem  Wasser  gelöst.
            
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