Darstellung der Lösungen der Reagenzien.
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doppelten, höchstens 2 1 / 2 -fachen Volumen absolutem Alkohol gefällt. (Mehr Alkohol
zu verwenden, ist nicht ratsam, da sonst nur noch schleimige Stoffe mit wenig
Diastase gefällt werden.) Der Niederschlag scheidet sich beim ümrühren in gelblichweißen
Flocken ab, die sich rasch zu Boden setzen. Die über dem Niederschlag
stehende Flüssigkeit wird abgegossen. Den ersteren bringt man auf ein Filter,
saugt den Alkohol .möglichst rasch ab, bringt den Filterrückstand dann in eine
Eeibschale, um ihn mit absolutem Alkohol einzuschlämmen, filtriert wieder unter
Auswaschen mit absolutem Alkohol, zerreibt den Niederschlag mit Äther und bringt
ihn nach dem Absaugen zum Trocknen im Vakuum über Schwefelsäure. Die
gründliche Entwässerung mit Alkohol und Äther ist notwendig, um die Diastase
als lockeres, gelblich-weißes Pulver von kräftiger Wirksamkeit zu erhalten.
Die Eohdiastase kann durch wiederholtes Auflösen in Wasser und Fällen mit
Alkohol gereinigt werden. Sie benetzt sich nur schwer mit Wasser, muß daher
vor der Verwendung in einem Eeibschälchen mit Wasser angeriehen werden.
Durch Auflösen in Glyzerin erhält man eine haltbare Lösung.
Zur Darstellung der Diastase aus Weizenmalz gibt J. C. Lintner folgendes
Verfahren an:
1 kg feines Weizenmalzschrot wird mit Wasser zu einem dünnen Brei angerührt
und nach 6—12-stündiger Behandlung durch Papier filtriert, wobei schließlich
mit so viel Wasser nachgewaschen wird, daß das Volumen des Filtrates dem zum
Ausziehen angewendeten Wasser-Volumen gleich ist.
Das Filtrat wird allmählich unter Umrühren mit absolutem Alkohol versetzt,
bis eben ein flockiger Niederschlag sich scharf abzuscheiden beginnt. Dann wird
filtriert und das Filtrat mit dem l 1 /^- bis 2-fachen Volumen Alkohol versetzt.
Der sich hierbei ausscheidende Niederschlag wird gesammelt und wie vorhin behandelt.
— Durch wiederholtes Auflösen in Wasser und Fällen mit Alkohol kann
der Niederschlag (Diastase) noch weiter gereinigt werden. Der bei der ersten Zugabe
von Alkohol entstehende Niederschlag enthält nur sehr wenig Diastase; ebenso
der Niederschlag, der entsteht, wenn mehr Alkohol zugegeben wird.
A. Schulte im Hofe stellt die Diastase nach dem letzten Verfahren dar,
jedoch mit der Abweichung, daß er die erste Filtration durch einfaches Abpressen
umgeht und gleich Alkohol zufügt.
Die Darstellung von Grünmalz geschieht, wenn dasselbe nicht käuflich zu
haben ist, am besten in folgender Weise: Man läßt Gerste oder Weizen etwa
24 Stunden einweichen, gibt die eingeweichte Frucht in eine geräumige Schale und
wendet, besonders nach dem zweiten oder dritten Tage, einigemal im Tage um,
unter Besprengung mit so viel Wasser, daß die Körner feucht bleiben. Sind die
Wurzeln ungefähr so lang oder l 1 / 2 -mal so lang wie die Körner, so ist das Grünmalz
fertig, was etwa am 6. bis 8. Tage der Fall sein wird. Die Keimtemperatur
ist am besten etwa 16°.
b) Darstellung von Invertin bezw. Invertase. Das Invertin stellt
man nach F. W. Thompson 1 ) dadurch her, daß man Hefe mit Sand verreibt, die
zerriebenen Hefezellen mit Wasser auszieht und die filtrierten Auszüge mit Alkohol
fällt. Hierdurch wird das Invertin als sirupartige Masse erhalten, die getrocknet
und gepulvert werden kann.
Man kann nach Thompson die Hefe aber auch direkt verwenden. Man
trägt von derselben VlO der zu inventierenden Zuckermenge in die auf 56 0 erwärmte
Zuckerlösung ein und ex'hält bei dieser Temperatur. Hierbei tritt nur eine Inversion
*) Zeitschr, f. anal. Chemie 1894, 3B, 243 und 246.