Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

968

Anhang.

und  keine  Vergärung  ein.  Nach  Kjeldahl 1 )  wird  die  Gärkraft  der  Hefe  auch
durch  Zusatz  einer  geringen  Menge  einer  alkoholischen  Thymollösung  aufgehoben.
0.  Kellner,  Mori  und  Nagarka 2 )  zerreiben  zur  Darstellung  von  Invertin
300  g  frische,  sehr  reine  Unterliefe  mit  Glasstückchen,  ziehen  mit  Wasser  aus  und
filtrieren  durch  Asbest.  Von  der  so  erhaltenen  Lösung  wird  1  Volumen  mit  2  Volumen
Kohlenhydratlösung  vermischt  und  bei  55°  invertiert.  Zusatz  von  alkoholischer
Thymollösung  macht  die  Invertinlösung  nicht  nur  haltbar,  sondern  hebt  auch  die
gärende  Wirkung  derselben,  wie  schon  gesagt,  auf.
22.  Vioo  Normal-Kaliumpermanganat-  und  1 / 100  Normal-Oxalsäurelösung  für  die
Bestimmung  der  organischen  Substanz  in  Wasser.  Man  löst  0,3165  g  (0,32—0,34  g)
kristallisiertes  Kaliumpermanganat  in  1  1  destilliertem  Wasser,  ebenso  0,63  g  reine
kristallisierte  Oxalsäure  in  1  1  destilliertem  Wasser  und  stellt  das  Verhältnis  dieser
Lösungen  zueinander  fest.  Man  läßt  aus  der  Bürette  10  ccm  Oxalsäurelösung  in
ein  Becherglas  fliessen,  verdünnt  mit  etwa  50  com  reinstem  Wasser,  setzt  5  ccm
verdünnte  Schwefelsäure  (1  Volumen  konzentrierte  Schwefelsäure  und  3  Volumen
Wasser)  zu,  erwärmt  auf  etwa  60°  und  titriert  mit  der  Permanganatlösung,  bis  eine
schwach  rosarote  Färbung  entsteht  und  sich  einige  Minuten  hält.  Bei  richtiger
Konzentration  der  Permanganatlösung  entsprechen  10  ccm  derselben  genau  10  ccm
Oxalsäurelösung,  d.  h.  10  ccm  der  letzteren  mit  6,3  mg  Oxalsäure  sind  gleich
3,16  mg  Kaliumpermanganat  =  0,8  mg  verfügbarem  Sauerstoff,  welche  zur  Umwandlung ­
  der  6,3  mg  Oxalsäure  in  Kohlensäure  und  Wasser  erforderlich  sind.
Zur  Titerstellung  verfährt  man  indes  am  zweckmäßigsten  in  der  Weise,  daß  man
100  ccm  eines  Wassers  (destilliertes  oder  auch  Trinkwasser)  mit  10  ccm  der  Permanganatlösung ­
  genau  nach  S.  807  in  saurer  und  alkalischer  Lösung  kocht,  10  ccm  Oxalsäurelösung
zusetzt  und,  wenn  sich  alles  Manganoxyduloxyd  gelöst  hat,  mit  Permanganatlösung  bis  zur
bleibenden  schwachen  Rosafärbung  zurücktitriert.
Zu  diesem  von  organischen  Stoffen  freien  Wasser  setzt  man  (nötigenfalls  unter
Wiederanwärmen  auf  50—60  °1  10  ccm  der  Oxalsäurelösung  zu  und  titriert  mit  der  Permanganatlösung ­
  bis  zur  bleibenden  Rosafärbung.  Ist  letztere  Lösung  genau  1 / 100  normal,
so  gebraucht  man  jetzt  10  ccm  derselben.  Werden  zu  10  ccm  1 / 100  Normal-Oxalsäure  statt
10  ccm  verbraucht  9,6  ccm  oder  10,6  ccm  Permanganatlösung,  so  muß  man  von  der  gesamten ­
  Anzahl  Kubikzentimeter  der  bei  einem  Wasser  verbrauchten  Permanganatlösung
z.  B.  10  -j-  4,7  =  14,7  ccm  statt  10  abziehen:  9,6  bezw.  10,6,  also  14,7  —  9,6  =  5,1  oder  im
letzteren  Falle  14,7  —10,6  =  4,1  com,  welche  nach  den  Gleichungen:
9,6  :10  =  5,1;  x  (=  5.8)
oder  10,6  :10  =  4,1:  x  (=  3,9)
umzurechnen  sind.
Letztere  Zahlen  werden  dann  durch  Multiplikation  mit  den  entsprechenden  Faktoren
entweder  auf  Kaliumpermanganat  oder  Sauerstoff  oder  organische  Stoffe  (vergl.  S.  808)
umgerechnet.
Differenzen  von  0,1—0,2  com  zwischen  den  beiden  Titerflüssigkeiten  können  unberücksichtigt ­
  bleiben.
Man  geht  also  von  der  Oxalsäure  als  Normallösung  aus,  weil  sie  am  zuverlässigsten
ist.  Die  1 j 10g  N.-Oxalsäurelösung  zersetzt  sich  aber  besonders  am  Licht  sehr  rasch.  Man
bewahrt  sie  daher  am  zweckmässigsten  im  Dunkeln  auf  und  muß  sie  tunlichst  oft
erneuern,  oder  man  kann  derselben  zur  besseren  Haltbarkeit  nach  E.  Fricke  1  g  Borsäure
auf  1  1  zusetzen.
23.  Natriumphosphorwolframutlösung.  Es  werden  120  g  pliosphorsaures
Natrium  und  200  g  wolframsaures  Natrium  in  1  1  destillierten  Wassers  gelöst  und
zu  dieser  Lösung  100  ccm  verdünnter  (1  ;  3)  Schwefelsäure  hinzugefügt.
J )  Zeitschr.  f.  anal.  Chemie  1883,  22,  588.
-)  Zeitschr.  f.  physiol.  Chemie  1890,  14,  297.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.