Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Darstellung  der  Lösungen  der  Reagenzien.

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24.  Zinkjodidstärkelösung  nnd  einfache  Stärkelösung,  a)  Zinkjodidstärkelösung.
  Man  zerreibt  4  g  Stärkemehl  in  einem  Porzellanmörser  mit  wenig  Wasser
und  fügt  die  dadurch  entstandene  milchige  Flüssigkeit  unter  Umrühren  nach  und
nach  zu  einer  im  Sieden  befindlichen  Lösung  von  20  g  käuflichem,  reinem  Zinkchlorid ­
  in  100  ccm  destilliertem  Wasser.  Man  setzt  das  Erhitzen  unter  Ergänzung
des  verdampfenden  Wassers  fort,  bis  die  Stärke  möglichst  gelöst  und  die  Flüssigkeit
fast  klar  geworden  ist.  Alsdann  verdünnt  man  mit  destilliertem  Wasser,  setzt  2  g
käufliches,  reines  und  trocknes  Zinkjodid  hinzu,  füllt  zum  Liter  auf  und  filtriert.
Die  klare  Flüssigkeit  wird  in  einer  gut  verschlossenen  Flasche  aufbewahrt;  sie  darf
sich,  mit  dem  50-fachen  Volumen  destillierten  Wassers  verdünnt,  beim  Ansäuern  mit
verdünnter  Schwefelsäure  nicht  blau  färben.
b)  Einfache  Stärkelösung.  Man  verteilt  die  Stärke  mit  etwas  kaltem
Wasser  und  übergießt  sie  dann  unter  Umrühren  mit  dem  100-fachen  Gewicht
kochenden  Wassers.  Den  dünnen  Kleister  gibt  man  in  hohe  Zylinder,  läßt  absitzen
und  benutzt  das  Abgegossene,  wenn  es  einigermaßen  klar  ist,  entweder  direkt  oder
filtriert  vorher.
Die  Lösung  entmischt  und  zersetzt  sich  leicht;  man  muß  daher  vor  dem
Gebrauch  stets  umschütteln  und  die  Darstellung  tunlichst  oft  erneuern.
Wie  Chlorzink,  so  macht  auch  Kochsalz  die  Stärkelösung  sehr  haltbar
und  hat  Kochsalz  den  Vorzug,  daß  es  unbedenklich  in  allen  Fällen,  wo  Stärkelösung ­
  erforderlich  ist,  angewendet  werden  kann.  Man  löst  für  den  Zweck  in  der
frisch  bereiteten  Stärkelösung  Kochsalz  bis  zur  Sättigung,  füllt  erstere  in  kleinere
Flaschen  von  100—150  ccm  Inhalt  und  bewahrt  sie  im  Keller  auf.
Uber  die  Darstellung  löslicher  Stärke  durch  Glyzerin  vergl.  S.  532,  Anm.  1.
25.  Neßlers  Reagens.  50  g  Kaliumjodid  werden  in  etwa  50  ccm  heißem
destilliertem  Wasser  gelöst  und  mit  einer  konzentrierten  Quecksilberchloridlösung
versetzt,  bis  der  dadurch  gebildete  rote  Niederschlag  sich  nicht  mehr  löst;  hierzu
sind  20—25  g  Quecksilberchlorid  erforderlich.  Man  filtriert,  vermischt  mit  einer
Lösung  von  150  g  Kalihydrat  in  300  ccm  Wasser,  verdünnt  auf  1  1,  fügt  noch
eine  kleine  Menge  (etwa  5  ccm)  der  Quecksilberchloridlösung  hinzu,  läßt  den
Niederschlag  absitzen  und  dekantiert.  Die  Lösung  muß  in  wohlverschlossenen
Flaschen  aufbewahrt  werden.  Wenn  sich  nach  längerem  Stehen  noch  ein  Bodensatz ­
  bildet,  so  nimmt  man  die  zum  Versuche  nötige  Menge  der  über  dem  Niederschlage ­
  stehenden  klaren  Flüssigkeit  mit  einer  Pipette  heraus.
26.  Seifenlösuug  zur  Bestimmung  der  Härte  des  Wassers,  a)  Nach  Clark.
150  g  Bleipflaster  werden  auf  dem  Wasserbade  erweicht  und  mit  40  g  Kaliumkarbonat ­
  verrieben,  bis  eine  völlig  gleichförmige  Masse  entstanden  ist.  Man  zieht
letztere  mit  starkem  Alkohol  aus,  läßt  absitzen,  filtriert,  destilliert  aus  dem  Filtrat
den  Alkohol  ab  und  trocknet  die  zurückbleihende  Seife  im  Wasserbade.
Für  die  Titerstellung  werden  20  g  derselben  in  1000  ccm  verdünntem
Alkohol  von  56  Volumprozent  gelöst  und  entweder  gegen  Chlorbaryum  (nach
Clark)  oder  gegen  Gipslösung  (nach  von  Koehenhausen)  eingestellt.
Man  löst  0,559  g  bei  100°  getrocknetes  reines  Barymnitrat  (Ba[N0 8 ] 2 )  oder
0,523  g  reines  trocknes  Chlorbaryum  (Ba  Cl 2 -j-2  H 2 0)  in  destilliertem  Wasser,  füllt
bis  zum  Liter  auf,  bringt  100  ccm  dieser  Lösung  (entsprechend  12  mg  Kalk  oder
12  deutschen  Härtegraden)  in  ein  Stöpselgias  und  läßt  aus  einer  Bürette  so  lange
von  der  Seifenlösung  zufließen,  bis  ein  stehenbleibender  Schaum  entsteht.  Bei
richtiger  Konzentration  soll  man  45  ccm  der  Seifenlösung  gebrauchen;  gebraucht
man  weniger,  so  muß  man  entsprechend  verdünnen.  Angenommen,  man  habe  nur
            
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