Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

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nisse  solcher  Maschinen  war  vorhanden,  das  zeigen  eine  Menge  von
Vorschlägen,  aber  man  hatte  keine  Erfahrung  gemacht  in  der  maschinenmäßigen ­
  Behandlung  der  Haut;  man  konnte  die  Maschine  nicht  in
wenigen  Jahren  an  den  neuen  Rohstoff  adaptieren,  wie  dies  die  Werkzeuge ­
  in  jahrhundertelanger  Übung  getan  hatten.
Daher  sind  die  ersten  diesbezüglichen  Erfindungen  nichts  weiter  als
Entlehnungen  aus  anderen,  fortgeschritteneren  Gebieten  der  Technik,
welche  eben  deswegen,  weil  sie  anderen  Rohstoffbearbeitungsgebieten
lediglich  entlehnt  waren,  kein  Heimatrecht  in  der  Gerberei  erwerben
tonnten  und  bald  wieder  ausgeschieden  werden  mußten.  Hierher  gehören ­
  z.  B.  die  in  der  Schweiz  vor  1800  benützten  Wasserhämmer  x )
zum  Klopfen  des  Leders,  oder  Maschinen  zum  Glätten  des  Leders,
oder  zum  Entfernen  des  Kalkes,  „gewöhnliche  Walzen,  wie  man  sie
zum  Plätten  der  Tabakstengel,  zum  Strecken  des  Blechs  usw.  hat" 2 );
die  Idee  der  Spaltmaschinen  fällt  schon  in  die  Mitte  des  18.  Jahrhunderts^); ­
  der  Gedanke,  durch  Spalten  aus  einer  Haut  deren  zwei
zu  machen,  leuchtete  natürlich  ungemein  ein,  und  so  erging  auf  diesem
Gebiet  eine  wahre  Flut  von  Erfindungen;  —  erst  in  den  letzten
Dezennien  ist  es  gelungen,  für  schwere  und  leichte  Häute  wirklich  brauchbare, ­
  allerdings  auch  kostbare  Spaltmaschinen  herzustellen.  Die  einzige
Maschine  aus  dieser  Zeit,  welche  sich  erhalten  konnte,  ist  die  Walkmühle, ­
  die  uralte  Stampfe,  welche  in  ganz  geringfügig  modifizierter
Form  in  maschinellem  Kleide  erschien,  allerdings  nicht  mehr  benützt
zum  Einarbeiten  des  Fettes,  sondern  zum  Erweichen  und  Brechen  der
Häute  und  Felle;  sie  konnte  sich  erhalten;  denn  sie  war  die  einzige
str  Maschinenbetrieb  vorbereitete  Einrichtung.
Die  Vorschläge  für  Maschinen  häufen  sich  in  den  ersten  Jahrzehnten ­
  des  19.  Jahrhunderts,  „der  wohlfeile  Preis  der  Fabriken  beruht ­
  auf  den  mehreren  oder  mindern  Maschinen"  4 )  lesen  wir  1807,
der  Pariser  Gerber  Hr.  Vauguelin  führt  eine  Menge  Verbesserungen
ein  und  sagt:  „Die  Handarbeit  wird  durch  die  Maschinen  für  die  meisten
Operationen  vermindert.  Man  gebraucht  deshalb  allerdings  eine  Dampfmaschine ­
  oder  eine  andere  bewegende  Kraft,  durch  deren  Kosten  die
Verminderung  der  Handarbeit  etwas  ausgeglichen  wird"  5 ),  und  auf*
0  Karmarsch  1872,  ©.  582.
2 )  Leuchs  1829,  S,  138;  Keeß  1829  Bd.  I,  S.  45-46.
3 )  Busch  1795,  ©.314;  Lichienbergs  Magazin  1786,  Bd.  IV,  S.  182;  Phil.
Transact.  Bd.  XXIV,  S.  133;  Leuchs  1828,  S.  138;  Ann.  d.  Arts  T.  42,
S.  203;  Neues  Magazin  der  Erfindungen  Bd.  II,  S.  279;  Magazi  nder  Erfindungen ­
  Bd.  V,  75,  S.  107;  Journal  für  Fabrik.  Bd.  XIII,  S.  125;  Krünitz
Bd.  0VIII,  ©.  500;  Pelzer  1837,  S.  272;  Poppe  1816,  Suppl.,  S.  362  und  1806,
Bd.  III,  ©.  199;  Karmarsch  1872,  S.  582.;  Almanach  1800,  S.  698.
")  Kunz  1807,  Inhalt.  °)  Tumas  1808,  S.  692.
Ebert,  Entwicklung  der  Weißgerberei.

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