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hundert hinein Z gab es Gerbereien, welche diese beiden Vorrichtungen
als einzige Maschinen ihr eigen nannten, man kann sogar heute noch
kleinere Gerbereien sehen, bei welchen sich diese Zustände erhalten haben.
Die Erfindung der Schnellgerberei, d. h. der Gerbung mit Lohbrühen,
und die Erkenntnis, daß ein Bewegen der Häute in der Gerbflüssigkeit
die Gerbung beschleunige, führte zu einer ungeheuren Reihe von Maschinen
und Patenten, und diese Vorrichtungen haben dann ihren Einfluß auch
auf andere Prozesse ausgeübt. Anton Fay schlug um die Wende des
18. Jahrhunderts vor, mit Schaufeln versehene Wagenräder an senk
rechter Achse in die Gruben zu bringen 2 * ), — es ist das Prinzip,
welches heute noch in dem Rühräschern durchgeführt ist. Die Idee
der Bewegung der Häute durch Haspel oder der ganzen Gerbflüssigkeit
mitsamt den Häuten in rotierenden Fässern stammt ebenfalls schon aus
jener Zeit^), und solche rotierende Fässer haben seitdem Eingang zu
den allerverschiedensten Zwecken gefunden; sie dienen nicht nur zum
Gerben in der Brühengerbung, in der Chromgerbung und in den ver
schiedenen Zweigen der Weißgerberei, sie werden auch benutzt zum
Beizen, zum Färben für den Fall, daß beide Seiten des Felles gefärbt
werden sollen, zum Schmieren der Häute und Felle, hin und wieder
zum Enthaaren, wobei die gegenseitige Reibung der Häute und Felle
die Enthaarung bewirkt, zum Wässern und Waschen, endlich sind sie
auch der Ersatz der alten Walke geworden, indem die Fettgerberei sich
ihrer zum Einarbeiten des Fettes in die Haut bedient und indem man
sie zum völligen Erweichen der in reinem Wasser geweichten, getrockneten
Häute benutzt.
Interessant unter dem Gesichtspunkte dieser Kategorie ist auch ein
Vorschlag zu einer Enthaarungsmaschine 4 ), bei welcher, ähnlich wie bei
dem eben beschriebenen Walkfaß, die Reibung zum Enthaaren benützt
wird, indem nämlich in einem mit Wasser und Fellen gefüllten Faß
eine Achse rotiert, welche nach Art eines Quirls mit Holzstäben be
setzt ist.
Diese Vorschläge und Erfindungen bilden etwa den Inhalt der
ersten Reihe von Operationen, sie wurden alle schon um die Wende
des vorigen Jahrhunderts gemacht, aber ein Aufschwung der maschinellen
Technik datiert nicht aus jener Zeit, weil eben zur Überwindung jenes
zweiten Hindernisses noch gar keine Vorarbeiten getroffen waren. Die
Entwicklung der zur zweiten Kategorie gehörigen Maschinen ist ein
außerordentlich interessantes Beispiel für die Entwicklung einer voll
kommen neuen Maschinentechnik. Das Bewußtsein nach dem Bedürf-
') Vgl. Weiskirchner 1896, S. 494. -) Hermbstädt 1803, S. 169.
-) Vgl. bei Pelzer 1837, S. 270; Missels Vorschlag 1810.
4 ) Vgl. auch Almanach 1808, S. 588 und Dumas 1846, S. 692.