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miedenen Beschäftigungen des Volkes gehört, wo die ganze Lebenshaltung
nicht auf Lederverbrauch eingerichtet ist, wurde die Gerberei
nach der Überlieferung durch koreanische Kriegsgefangene eingeführt x );
ihnen gestatteten ihre religiösen Vorstellungen die Ausübung dieses
Berufes, aber die Folge war der vollkommene gesellschaftliche Boykott,
welcher so weit führte, daß die Deta oder Etas, Gerber, Gerbergehilfen
und Lederhändler zusammen mit den Abdeckern und den Hinin, den
obdachlosen Strolchen japanischen Ursprungs, die tiefste Schicht der
japanischen Bevölkerung bildeten; sie wurden nicht einmal mehr zu den
Kasten des Landes, deren es acht gab, gerechnet, sie waren auf ihre eigenen
Dörfer beschränkt, sie durften die Städte nicht betreten, ihre Dörfer wurden
in den Verzeichnissen der Entfernungen nicht erwähnt, und ihre Zahl
wurde bei der Volkszählung nicht mit aufgenommen 2 ). Dieser Zustand
dauerte fort bis zur Beendigung des alten Regims 3 ), und wir werden
noch die Mittel kennen lernen, welche die Einwanderung der Gerberei in
diesen ihr so fremd gegenüber stehenden Wirtschaftskreis ermöglichten.
Nicht weniger tief als die Gewerbetreibenden in ihrer sozialen
Stellung werden auch die Gerbemethoden selbst in ihrem Wesen beeinträchtigt,
wenn sie in Gebiete gelangen, bei welchen eine wirtschaftliche
Bereitschaft zu ihrer Aufnahme nicht vorhanden ist. Sowohl in Japan
ist die Ware der Etas, wie auch in Afrika das Produkt der unstäten
Pariahvölker von nur geringer Qualität, vor allen Dingen aber dient
uns als außerordentlich interessantes Beispiel die ungarische Weißgerberei,
tvelche außerdem noch eine sehr primitive Form der Gerbung darstellt.
Wir haben dieungarifcheWeißgerberei unter den Schematen 4 )
als eine Alaun-Fettkombination, als eine in bezug auf den Gerbeprozeß
hoch entwickelte Form der Gerberei kennen gelernt, aber das gleiche
Schema zeigt uns, daß die den Gerbeprozeß vorbereitenden Operationen
äußerst primitive sind: es sind ausschließlich mechanische Operationen;
eine Lockerung des Haares zwecks Enthaarung fällt weg, die Haare
werden mit dem Putzmesfer abgeschoren, und die Haarwurzeln bleiben
in der Haut stecken. Die Epidermis wird nicht entfernt, die Narbe
Ulcht freigelegt, und keine Lockerung des Hautgewebes durch Schwellen
oder Beizen bereitet den eigentlichen Gerbeprozeß vor. Auf eine Bebandlung
mit Alaun und Kochsalz folgt nach dem Trocknen ein Richten
auf der Reckbank; wir sind damit eigentlich schon in die Zurichterei
eingetreten, aber nun erfolgt als zweite Gerbung das Tränken der Haut
wit heißem Talg und das Einbrennen des Fettes in die Haut über
glühenden Kohlen. Die Nacharbeit ist so kurz als möglich: Ein
Trocknen unter freiem Himmel, und das Leder ist gebrauchsfertig.
x ) Bücher 1893, S. 182; Schurtz 1900, S. 160. -) Gerberzeitung 1862, S. 42.
3 ) Deutsche Gerberzeituug 1880, Nr. 35. 4 ) Vgl. S. 100.
®6ett, Entwicklung der Weißgerberei.
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