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brennen von Talg entweder zwischen heißen Walzen besorgt wird * *), oder
durch Walken des Leders im erwärmten Walkfasse geschieht ^).
Auf diese Weise ist es gelungen, diese Lederart so zu modernisieren,
daß sie auch jetzt noch als ein für die heutigen Ansprüche brauchbares
Fabrikat bezeichnet werden kann 3 ).
Ähnlich wie das ungarische Weißleder ist auch der Cor du an
degeneriert, als er den Kulturkreis, welcher ihm eigen war, und dem
er entstammte, verließ. Corduan ist im allgemeinen bekannt als ein
Produkt der vegetabilischen Gerbung, welches mit Sumach oder Galläpfeln
gegerbt zu werden pflegt. Es scheint aber, daß der Corduan
bei seiner Einführung durch die Araber in Spanien Weißleder, also
ein Produkt der Weißgerberei gewesen ist. Das Sammelwerk des
Heraclius, wahrscheinlich aus dem 9. oder 10. Jahrhundert, gibt eine
Methode an, Corduan zu färben^); dort heißt es: „Accipe corium,
quem corduanum vocant, nondum coloribus tinctum, sed purum
et alb um“ 5 ), und da albus nicht „hell“, sondern „weiß“ heißt, so geht
daraus hervor, daß der Corduan ursprünglich weißgar gewesen sein
muß. In Du Cange finden wir bei Corduan „Corium caprinura
alutariorum arte praeparatum“, und eine Notiz aus dem 11. Jahrhundert
lautet „Alutarii dicuntur, qui operantur in aluta, quod
est gallice corduan, alio modo dicitur cordubunum, a Corduba,
civitate Hispaniae, ubi fiebat primo“. In Spanien nannte man es
also noch aluta, in Frankreich nannte man es nach dem Ort der berühmtesten
oder frühesten (ubi fiebat primo) Herkunft Cordobunum.
Es ist merkwürdig, daß selbst Davillier, welcher ein allerdings mehr
geistreiches als wissenschaftliches Essay über Ledertapeten geschrieben hat,
und welcher die eben zitierten Stellen teilweise kennt, aus ihnen nicht
den Schluß gezogen hat. daß der Corduan ursprünglich Alaunleder
gewesen ist. Damit erklärt sich auch wieder, was wir schon früher
gesehen haben, warum der gefärbte Corduan so berühmt geworden ist.
Heraclius") gibt an anderer Stelle noch eine Methode an, Ziegenund
Schaffelle mit einer aus Epheu bereiteten Rosenfarbe zu färben,
und erst später scheint man zu hell gerbenden vegetabilischen Gerbstoffen
übergegangen zu sein. Im 16. Jahrhundert war die Fabrikation in
Cordua sehr blühend, und Ambrosia de Morales kann uns verständlich
machen, wie der Name Corduan von den Weißledern auf die lohgaren
übergangen sein kann: „Le commerce y (nämlich in Cordua) est
egalement important, et l’avantage que tire Cordoue de la bonne
') Schmidt und Wagner 1905, S. 1036.
*) Schuh und Leder 1804, Nr. 4, S. 43. -) Ebenda. 4 ) Heraclius 76.
6 ) Davillier 1878, S. 3; M. de Laborde, Notice des Emanx, Paris 1853,
Bd. II, S. 296. ») Heraclius 36.