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Gewerbetreibende in Frankfurt 1387 >):
Meister Söhne Knechte also Hilfsarbeiter
Lower
Wisgerwer
27
17
8
1
1
1
9
1
Gewerbetreibende in Frankfurt 1440*):
Meister Söhne Knechte also Hilfsarbeiter
Lower
Wisgerwer
13
13
4
4
Immerhin geht aus diesen Tabellen hervor, daß sehr viele Meister
überhaupt keinen Hilfsarbeiter beschäftigt haben, und weiter ergibt sich,
daß die Lower im einen Fall 9-, im anderen Falle 4 mal mehr Hilfsarbeiter
beschäftigten, — immer natürlich die Lückenhaftigkeit des
Materials berücksichtigend — als die Weißgerber.
Diese Zahlen zeigen aber noch mehr, nämlich den außerordentlich
geringen Zugang zum Weißgerberhandwerk in Frankfurt. Das mag
die Ursache gewesen sein, daß das Handwerk auch für Lehrlinge nicht
ehrlicher Herkunft geöffnet wurde, und die Zahl von 1530 mit 44
zünftigen Meistern mag bereits die Folge dieser Aufnahmeerleichterung
sein, obwohl freilich die Nürnberger Zahlen zeigen, daß in einem Jahrhundert
sich die Zahl der Meister sehr gut verdoppeln kann.
Da die Zahlen der Lehrlinge und Gesellen nicht bekannt sind,
sollen hier Verhältnisberechnungen zur Einwohnerzahl unterbleiben.
Beachtenswert für Nürnberg erscheint nun die Tatsache, daß im 15. Jahrhundert
die Zahl der eingeschriebenen Meister für beide Handwerke so
außerordentlich groß ist. Darüber, daß sie hernach rapid sinkt, wundern
wir uns weniger; denn das Sinken ist lediglich eine natürliche Reaktion
auf die frühere unnormale Steigerung; wir wundern uns höchstens,
daß erst 1586 eine weitere Erschwerung im Zugang zum Weißgerberhandwerk
eingetreten 3 ) ist, und wenn es gestattet ist, den Rückgang der
Zahlen, besonders des Weißgerberhandwerks von 1500 ab mit modernen
Verhältnissen, etwa mit dem Rückgang der Strumpfwirker oder Leineweber
zu vergleichen, so erzählen diese Zahlen aus der ersten Hälfte
des 16. Jahrhunderts eine Krise, welche statistisch deutlich zutage tritt.
In erster Linie haben wir nicht nach der Ursache des Rückgangs dieser
Zahlen, sondern nach dem Grunde des starken Zuganges zum Handwerk
zu suchen. Das 15. Jahrhundert bedeutet einen Höhepunkt der
städtischen Politik, wobei besonders der Markgraf Albrecht von Ansbach
und Friedrich der Siegreiche von der Pfalz als die beiden bedeutendsten
Fürsten Deutschlands, dann die oberdeutschen Städte im
Mittelpunkte aktivster Politik stehen; die fortwährenden Fehden führen
—st Bücher 1886, S. 139. *) Bücher 1886, S. 214—217.
*) Nürnberg 1635, Decr. in Consilio 1586.