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zu keiner Entspannung, sondern nur zu einer Steigerung der Verhältnisse,
und dies drückt sich gewerblich aus in der Zunahme der einschlägigen
Handwerke: Ein Hauptverbraucher des Leders ist der Krieg.
Erst als 1493 nach 53 jähriger schwacher Regierung Kaiser Friedrich III.
starb, als der tatkräftige, jugendfrische Maximilian eine Neuaufrichtung
des Reiches ins Werk zu setzen beabsichtigte, als der Reichstag von
Worms 1495 die Idee des ewigen Landfriedens proklamierte, als das
neu anbrechende 16. Jahrhundert mit seinen ungeheuren inneren geistigen
Bewegungen die tätigen Faktoren auf ganz andere Gebiete lenkte, als
die Entdeckung Amerikas ganz andere Interessensphären geschaffen hatte,
da hörte der große Bedarf für die Produkte der zur Bedarfsdeckung
des vergangenen Jahrhunderts erzeugten Handwerke auf, die Gewerbe
sanken in ihrer Bedeutung zurück auf die Bedarfsdeckung der ruhenden
Stadt, schon das Ende des 16. Jahrhunderts erzeugt in den oberdeutschen
Städten die Stille des ausgehenden Mittelalters, und diese
ganze Bewegung spiegeln die Meisterzahlen der beiden hier in Frage
stehenden Gewerbe wieder. 1605 wird auf Ersuchen der Nürnberger
Weißgerber bestimmt, daß fremde Gesellen vor Zulassung zum Meisterrecht
in Nürnberg zwei Jahre bei einem oder mehr Meistern zu arbeiten
haben, und daß ein in Nürnberg einheimischer Geselle 2 Jahre auszuwandern
hat; ausgenommen von diesen Bestimmungen sind nur
Meisterssöhne und die, welche Meisterstöchter oder Meisterswitwen heiraten;
für jeden, welcher einen Lehrjungen ausgelernt hat, wird ein Stillstand
von zwei Jahren festgesetzt, „damit das Handtwerck desto weniger
vberheüfft werde" Z; im gleichen Jahre wird ein Gesuch der Weißgerber
betreffend die Ausübung einiger Kürschnerarbeiten abgeschlagen,
es wird ihnen verboten, „das hinfüro ihrer keiner keinen Kürschner
seine grobe noch kleine fell, oder andere kürschner arbeit, weder
strecken bestraichen, noch sich inn andere weg in ihr handtwerck
schlagen, oder dessen thailhafftig machen soll, damit sie nicht dadurch
bey anderen außwendigen Werkstätten in nachtheil vnd gefahr ihres
handtwercks kommen"), und 1614 wird ihnen verboten, Kürschners
Gesellen weder• heimlich noch öffentlich in ihren Häusern zu beschäftigen
s ).
Es ist sehr beachtenswert, daß alle diese Beschränkungen nicht zu
der Zeit erfolgen, zu welcher wir den größten Zugang zum Handwerk
beobachten, sondern Maßregeln gegen eine Handwerksüberfüllung werden
erlassen zu der Zeit, wo der starke Rückgang im Handwerk längst eingetreten
ist; der Zusammenhang dieser Punkte mit den oben dargelegten
0 Nürnberg 1535, 7. Juli 1605. -) Nürnberg 1535, 27. Sept. 1605.
3 ) Nürnberg 1535, 26. Febr. 1614.