Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

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Wenn  also  um  diese  Zeit  sich  für  Weißgerber  ein  besseres  Verhältnis ­
  berechnet,  so  in  Ebern,  wo  um  die  Wende  des  18.  Jahrhunderts
neben  6  Rotgerbern  3  Weißgerber  und  Leimsieder  vorhanden  waren x ),
oder  wenn  gar  mehr  Weißgerber  vorhanden  sind  als  Rotgerber,  dann
kann  man  vielleicht  auf  ein  Überwiegen  der  Weißgerberei  über  den
lokalen  Bedarf  schließen.
So  waren  die  erteilten  Gewerbskonzessionen  in  Schweinfurt

Notgerber

Weißgerber

1788

—

1

1790

—

1

1794

2

—

1795

—

1

1797

—

1

1799

1

—

1803

1

—

1807

—

1

1809

—

2

1810

1

1

1811

1

1812

—

1

1813

1

—

1814

1

—

1816

1

2

1819

—

1

1820

—

1

1825

—

1

1828

1

1

1830

1

—

Sa.  11

15

und  tatsächlich  galt  früher  Schweinfurt  als  ein  Hauptsitz  der  Weißgerberei.
Die  Untersuchungen  über  die  Wanderungen  der  Gesellen
geben  uns,  wie  wir  gesehen  haben,  eigentlich  keinen  Anhaltspunkt  über  den
Standort  mittelalterlicher  Gewerbe.  Dagegen  lassen  vielleicht  das  Große
Handwerk  der  Weißgerber  zu  Frankfurt  a.  M.,  wie  auch  die  Beratungen
zu  Leipzig,  und  auch  die  übrigen  Orte,  welche  wir  im  Anschluß  an
die  interurbanen  Verbände  kennen  gelernt  haben,  einen  Schluß
auf  eine  dort  blühende  Weißgerberei  zu;  doch  können  in  diesen  Fällen
auch  politische  oder  Marktverhältnisse  maßgebend  sein.
Schließlich  sei  noch  eine  Wandertabelle  von  Weißgerbergesellen,
allerdings  erst  um  die  Wende  des  18.  Jahrhunderts,  angeführt;  die
Weißgerber  wandern  nach  Biedenkopf  in  Hessen,  Nürnberg,  Dinkelsbühl, ­
  Nördlingen,  Idstein  im  Nassauischen,  Prag,  Görlitz,  Salzburg,
Augsburg,  Wien,  Lüttich,  Bieberach,  Jnspruck,  Hamburg,  Erlangen,
Dänemark,  Rußland,  Engelland 3 ).
‘)  Ebenda.  5 )  Ebenda.  3 )  Beck  1807,  S.  208.
            
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