meinen Schutzpolitik zu machen. Während der letzten Ge
neration, besonders seit 1890 ist die Woll- und Wollwarcn-Position
des Tarifs das Sturrazentrum der Schutzzoll-Kontroverse gewesen.
Die Eisenzölle, die früher am stärksten angegriffen wurden, sind
allmählich weniger wichtig geworden. Bei dem Zoll auf Wolle
und Wollwaren war auch diesmal wieder der Zoll auf Rohmaterial
der Angriffspunkt. Solange Wolle zollpflichtig war, konnte man
sich bei den Wollproduzenten, die einen erheblichen Teil der länd
lichen Wählerschaft bilden, darauf verlassen, daß sie für hohe
Zölle auf Wollwaren stimmen würden. Nachdem nun einmal der
Wollzoll abgeschafft ist, gehören sie nicht mehr zu den
Anhängern des Schutzsystems. Darum sind auch die Republi
kaner zugunsten des Wollzolls so unnachgiebig gewesen. Der
Wilson-Tarif von 1894 schaffte ihn ab und wurde dafür um so
heftiger angegriffen. Einer der Hauptpunkte in dem Programm
McKinleys, als er im Jahre 1896 Kandidat für die Präsidentschaft
war, war die Wiedereinsetzung des Wollzolls und er wurde auch
gleich nach seiner Ernennung in den Tarif von 1897 wieder aufge-
nommen und dann ohne Abänderung im Tarif von 1909 beibe
halten. Der jetzige Tarif hat ihn endlich gänzlich abgeschafft. Die
Demokraten haben sich geweigert, ein Kompromiß zu schließen:
oder richtiger ihr Führer, Präsident Wilson, weigerte sich, einen
i Vergleich zu machen. Wolle ist ein für alle Mal zollfrei!
Der Wunsch, den Lebensunterhalt zu verbilligen, war ebenso
maßgebend für die Zollfreiheit der Wolle wie für die schließlichc
Zollfreiheit des Zuckers. Wollene Kleidung ist in den Vereinigten
Staaten teurer als in jedem anderen Lande. Billigere Wolle wird
diese Differenz vermindern und billigere Konfektion zur Folge
haben. Die Änderung wird zwar bei Wolle nicht so auffallend
werden, wie bei dem Zucker. Im Durchschnitt wird der Unter
schied in den Preisen für Männerkleidung ungefähr einen Dollar
betragen.
Der Wollzoll führte natürlich insbesondere zu hohen Zöllen
auf Wollwaren. Der amerikanische Wollfabrikant mußte
wegen des Zolls auf Rohwolle höhere Preise für sein Rohmaterial
bezahlen, als der deutsche und englische Fabrikant. Für diese Er
höhung seiner Fabrikationsunkosten mußte er entschädigt oder
geschützt werden durch Extrazölle auf importierte Wollwaren.