Full text : Das Zolltarifgesetz der Vereinigten Staaten von 1913

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Schaffung  des  Zolles,  die  taktisch  gerechtfertigt  ist,  um  die  Kosten
der  Lebensweise  zu  verbilligen,  von  dem  Gesichtspunkt  aus  betrachtet ­
  werden,  daß  billiger  ausländischer  Zucker  besser  ist  als
teurer  einheimischer.  Darin  liegt  ja  der  Kernpunkt  des  Freihandels-Prinzips. ­

Von  keiner  anderen  Änderung  des  Tarifs  werden  wohl  so
erhebliche  wirtschaftliche  Wirkungen  ausgehen,  wie  von  dem
zollfreien  Zucker.  Obwohl  die  Produzenten  in  Louisiana  und  in
den  Rübenzuckerstaaten,  ihre  Abhängigkeit  vom  Schutzzoll  übertrieben ­
  haben  —  wie  dies  einheimische  Produzenten  gewöhnlich
zu  tun  pflegen,  wenn  sie  Gesuche  um  Zollerhöhungen  einreichen
—  so  hat  man  doch  den  Eindruck,  als  wenn  sie  der  ausländischen
Konkurrenz  nicht  auf  gleicher  Basis  begegnen  könnten.  Die  Produzenten ­
  von  Rohrzucker,  wie  auch  von  Rübenzucker  haben  gute
Jahre  hinter  sich,  das  beweist  schon  das  Anwachsen  ihrer  Produktion. ­
  Einige  von  ihnen  können  vielleicht  bei  freiem  Zucker
auch  noch  ihr  gutes  Auskommen  haben.  Dies  wird  besonders
für  einige  im  Westen  günstig  gelegene  Zuckerrübendistrikte  zutreffen. ­
  So  ist  z.  B.  bei  dem  Hawaii-Zucker  anzunehmen,  daß
sich  der  Umsatz  vermindern  wird,  aber  nicht,  daß  die  Zuckerproduktion ­
  eingestellt  werden  wird.  Hawaii  und  Porto  Rico  werden
einen  harten  Schlag  erhalten,  aber  sie  werden  kaum  gezwungen
werden,  den  Betrieb  einzustellen.  Kuba  und  Java  werden  wahrscheinlich ­
  mehr  importieren.  Jedenfalls  werden  die  Veränderungen ­
  in  der  Versorgung  erheblich  sein,
Was  über  freien  Zucker  gesagt  worden  ist,  gilt  auch  für  den
sofortigen  und  vollständigen  Fortfall  des  Zolls  auf  Wolle.  In
ihren  Tarifvorlagen  von  1911  und  1912  hatten  die  Demokraten
es  doch  nicht  gewagt,  in  ihren  Wünschen  soweit  zu  gehen;  sie
schlugen  nur  vor,  den  Wollezoll  auf  20%  herabzusetzen.  Dem
Einfluß  des  Präsidenten  Wilson  ist  es  zu  verdanken,  daß  man
jetzt  noch  weiter  ging  und  diesen  Zoll  ganz  und  gar  beseitigte.
Man  muß  bedenken,  daß  dies  die  einzige  radikale  Änderung  in  dein
unglücklichen  Tarif  von  1894  war.  Durch  diesen  energischen
Schritt  zeigte  Präsident  Wilson  den  unerschrockenen  Mut,  der
ihm  nicht  weniger  die  Achtung  seiner  Gegner  als  seiner  Freunde
gewann.
            
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