Full text : Das Zolltarifgesetz der Vereinigten Staaten von 1913

18

Allerdings  kann  man  nicht  voraussehen,  bis  zu  welchem  Grade
sich  die  Preise  ändern  werden.  Natürlich  wird  die  Änderung
nicht  so  erheblich  sein,  wie  es  wohl  der  Fall  sein  würde,  wenn
der  Grundsatz  richtig  wäre,  daß  jede  Zollermäßigung  eine  entsprechende ­
  Preisänderung  herbeiführt.  Um  es  noch  einmal  zu
wiederholen,  der  Zoll  auf  Wollzeuge  war  in  der  Hauptsache  ein
Schutzzoll.  Inländische  Wollwaren  behaupteten  das  Feld  und  die
Konkurrenz  unter  den  inländischen  Fabrikanten  hielt  die  Preise
der  meisten  Ware  innerhalb  der  Grenzen  der  Fabrikationsunkosten. ­
  Diese  Fabrikationsunkosten  erhöhten  sich  fraglos  dadurch,
daß  das  Rohmaterial  —  Wolle  —-  durch  den  Zoll  im  Preise  erhöht
wurde.  Inwieweit  die  tatsächlichen  Fabrikationsunkosten  höher
waren  als  in  anderen  Ländern,  ist  schwer  anzugeben.  Wenn  der
35prozentige  Zoll  nur  die  höheren  Fabrikationsunkosten  innerhalb
des  Landes  zum  Ausgleich  bringt,  so  wäre  die  Änderung  im  Zoll
auf  Wollwaren  nur  nominell,  indem  sie  einen  tatsächlich  wirkungsvollen ­
  Schutzzoll  an  Stelle  eines  unnötig  hohen  Prohibitivzolles
setzt.
Scheinbar  haben  die  Demokraten  sich  in  diesem  Falle  bemüht, ­
  das  Wettbewerbsprinzip  anzuwenden.  Die  Untersuchungen
des  früheren  Tarifausschusses  und  einige  weitere  darauf
basierende  Kalkulationen  deuteten  an,  daß  ein  Zoll  von  35%  ungefähr ­
  der  Differenz  in  den  Herstellungskosten  der  amerikanischen ­
  und  ausländischen  Fabrikanten  entsprechen  würde.  Das  ist
aber  nur  eine  oberflächliche  Berechnung.  Bei  einigen  Waren  ist
der  Zollsatz  von  35%  mehr  als  hoch  genug,  so  daß  der  inländische
Fabrikant  sich  behaupten  kann.  Andere  Waren  werden  zum  Nachteil ­
  der  amerikanischen  Produktion  importiert  werden.  Prophezeiungen ­
  eines  allgemeinen  Unglücks,  das  aus  solchen  Änderungen
herrühren  soll,  werden  zwar  ohne  Zweifel  in  gutem  Glauben  gemacht ­
  und  durch  die  entstellenden  Berichte  über  die  Notwendigkeit ­
  des  hohen  Schutzzolls  hervorgerufen,  aber  sehr  oft
auch  nur  mehr  oder  weniger  vorgeschützt.  Denen,  die
solche  Behauptungen  aufstellen,  liegt  hauptsächlich  daran,
die  unwillkommenen  Änderungen  abzuwehren  oder  abzuschwächen. ­
  Der  größere  Teil  der  Woll-  und  Kammwoll-Webereien
  wird  bei  einem  Zollsatz  von  35%  wie  bisher
bestehen  können.  Einige  wenige  schwächere  Webereien  werden
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.