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Eingehen. Es wird allgemein behauptet, selbst in Fabrikations
kreisen, daß die Anzahl jener schwächeren Betriebe dieses In
dustriezweiges nicht gering ist. Diejenigen Anlagen, die gut aus
gerüstet und gut verwaltet werden, werden sich vielleicht be
haupten können, aber sie werden sich den neuen Verhält
nissen anpassen und eine schwere Übergangszeit durchmachen
müssen. Die Fabrikanten von fertigen Kleidern, die am stärksten
von den Webereien gekauft haben und die künftig fraglos mit
fremden und inländischen Waren arbeiten werden, werden in
mehr oder minder beschränktem Maße kaufen, je nachdem sich
der tatsächliche Preis der inländischen und ausländischen Kon
kurrenz gestaltet, und zwischen den inländischen Fabrikanten
selbst wird die Konkurrenz schärfer denn je werden. Die zoll
freie Wolle wird die Verwendung von Fasern, die bisher nicht
benutzt wurden, gestatten und dadurch die Produktion einer neuen
Warengattung ermöglichen. Allerdings wird einige Zeit vergehen
müssen, vielleicht zwei oder drei Jahre, bevor sich die Fage
in der Wollindustrie unter den neuen Verhältnissen geklärt haben
wird. Einige Zweige der inländischen Wollfabrikation werden
wohl eingehen. Augenscheinlich sind die Fabrikanten der
feinsten Ware und der billigsten Ware am meisten gefährdet. Die
sogenannte Mittelware, die am stärksten fabriziert wird, wird sich
wahrscheinlich behaupten können. Die- besten und teuersten
Sorten von Männer- und Frauenkonfektion werden voraussicht
lich in erheblich größeren Mengen importiert werden und die ein
heimische Ware verdrängen. Einige ausländische Fabrikanten,
besonders deutsche, die durch die hohen Zollsätze von 1897 und
1909 verführt, ihre Fabriken nach den Vereinigten Staaten ver
legten, werden dem Anschein nach schwer zu leiden haben.
Die Ermäßigungen auf Baumwollwaren sind in bezug“
auf Charakter und Wirkung den WertsaTzen der Zölle auf Woll-
waren nicht unähnlich. Die Änderung des Zolltarifes ist bedeu
tend. Aber auch in diesem Falle werden die Folgen für Handel und
Industrie nicht so groß sein, wie der Unterschied in den Ziffern zu
sagen scheint. Der Zollsatz auf die niedrigste Sorte Baumwoll
garn beträgt nur 5%, für die billigste Sorte ungedruckter und un
gebleichter Baumwollstoffe 114%. Für feinere Sorten steigen die
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