Full text: Die Aufgaben der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft

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Menschen überhaupt, sie ist zugleich aber auch die Haupt 
wurzel für die Wissenschaft, die sich mit dem Studium 
und der Erklärung des organischen Ineinandergreifens 
der menschlichen Einzelwirtschaften befaßt, der Sozial 
ökonomik oder Volkswirtschaftslehre. 
Daß Sozial-Ökonomik der beste Titel ist für die Wissenschaft, die 
wir im Auge haben, hat Heinrich Dietzel in unwiderlegbarer Weise 
nachgewiesen 1 ). Aber auch das Wort Volkswirtschaftslehre läßt sich 
rechtfertigen, wenn man bei dem Begriffe Volk eben an die mensch 
liche Gesellschaft, an das Volk denkt und nicht die nationalen Ver 
schiedenheiten entscheidend sein lassen will, wie man das tut, wenn 
man von den Völkern spricht. Diejenigen, die das Wort Volkswirt 
schaftslehre wählen, haben als Grund zudem für sich, daß sie ein 
Fremdwort vermeiden und deshalb auch dem Laien von vornherein 
das Verständnis erleichtern für das, worum es sich handelt zumal das 
Beiwort „sozial“ zu allerlei Mißverständnissen verleiten kann. Der 
Name National-Ökonomie läßt sich unzweifelhaft viel schwerer ver 
teidigen; von Mayr will allerdings gerade das Wort „national“ unter 
streichen. Die nationale Zusammenfassung des Wirtschaftslebens sei die 
bedeutsamste. Sie rage hervor sowohl gegenüber weltwirtschaftlichen 
Tendenzen, als gegenüber einseitigen Inseressenbestrebungen innerhalb 
des nationalen Ganzen. Dieser nationale Zusammenschluß des wirt 
schaftlichen Lebens sei die wichtigste Erscheinungsform der Volkswirt 
schaft, als des Komplexes der wirtschaftlichen Erscheinungen, die aus 
den Wechselbeziehungen der in diesen Zusammenschluß einbezogenen 
Einzelwirtschaften sich ergeben 1 2 ). Das trifft gewiß für die Wirtschafts 
politik und für die Wirtschaftsgeschichte zu, aber nicht für die Wirt 
schafts-Wissenschaft, wie sie hier aufgefaßt wird. 
Das Prinzip der Wirtschaftlichkeit ist an sich be 
trachtet, losgelöst von den Zufälligkeiten der Umgebung 
etwas festgegebenes. „Die Beschränktheit der verfügbaren 
und erreichbaren Güterwelt im Verhältnis zur Unbeschränkt 
heit des Begehrens ruft ein wirtschaftliches Verhalten der 
Menschen hervor, daß zu gesetzmäßigem Handeln auf 
1) a. a. O. S. 51 ff. 
2) Grundriß zu Vorlesungen über praktische Nationalökonomie, 
I. Teil, S. 9.
	        
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