Full text : Geldwert in der Geschichte

Geldwert  in  der  Geschichte.

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Entdeckers  körten  wir,  dass  nach  angesehenen  Forschern  die
Kaufkraft  seit  jener  Zeit  etwa  um  das  Vierfache  gesunken  sei,
wonach  also  der  Gulden  gleich  28  Reichsmark  gerechnet  werden
könne.
Das  Problem,  mit  dem  wir  es  hier  zu  tun  haben,  hat  man
wohl  die  nationalökonomische  „Quadratur  des  Zirkels“  genannt.
Es  beruht  bekanntlich  darauf,  daß  auch  das  Geld  nichts  weiter
ist  als  eine  Tauschware,  also  selbst  Wertschwankungen  ausgesetzt
und  darum  unbrauchbar  als  Maßstab,  dessen  Wesen  die  Unveränderlichkeit ­
  ist,  damit  das  Wechselnde  an  ihm  gemessen  werden
könne.  Wir  können  also  immer  nur  die  Relation  zwischen
dem  (nach  eigenen  Gesetzen  veränderlichen)  Edelmetallwert  und
dem  (ebenfalls  nach  eigenen  Gesetzen  veränderlichen)  Wert  der
anderen  Waren  darstellen.  Es  ist,  als  ob  das  Steigen  und
Fallen  des  Wassers  an  einem  Maßstab  gemessen  werden  müßte,
der  sich  aus  Gründen,  die  mit  dem  Steigen  und  Fallen  des
Wassers  nichts  zu  tun  haben,  fortwährend  nach  oben  oder  nach
unten  verschiebt.  So  hat  sich  in  den  Jahrhunderten  unseres
Beispiels  der  Maßstab,  nämlich  der  Edelmetallwert,  äußerst  merkbar ­
  verschoben:  die  Kaufkraft  des  Edelmetalls  ist  um  ein  Mehrfaches ­
  gesunken.
Über  die  Methoden,  nach  denen  man  zahlenmäßig  die  Veränderungen ­
  der  Kaufkraft  festzustellen  versucht  hat,  sowie
über  die  Bedenken  gegen  diese  Argumentationsweise  soll  unten
eingehender  berichtet  werden.  Alle  neueren  Methoden  wenden
das  Verfahren  an,  einen  Durchschnitt  aus  einer  größeren  Zahl
von  Preisen  zugrunde  zu  legen,  der  möglichst  genau  der  verschiedenen ­
  volkswirtschaftlichen  Bedeutung  der  einzelnen  Preise
Rechnung  trage.  Haben  wir  (wenn  ich  nach  der  Budgetmethode
in  ihrer  einfacheren  Form  exemplifiziere),  z.  B.  für  1400  und  für
1900  den  Jahresverbrauch  einer  mittleren  Normalfamilie  festgestellt, ­
  haben  wir  weiter  einerseits  die  Gulden,  andrerseits  die
Mark  auf  Edelmetallgewicht  reduziert  und  gefunden,  daß  die
Familie  um  1400  jährlich  viermal  weniger  an  Edelmetallgewicht
hingeben  mußte  als  eine  heutige  Familie  gleicher  Lebenshaltung,
so  sagen  wir,  die  Kaufkraft  des  Edelmetalls  sei  seit  jener  Zeit
um  das  Vierfache  gesunken.
            
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