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Spar- und Leihkassen, die in den letzten Jahren als selbständige Institute
aufgehört haben zu wirken, sei es infolge Liquidation oder durch Anschluss
an eine andere, hier meist Kantonalbank. Es sei hier nur an die Fusions
bestrebungen der Kantonalbank von Bern und der St. Galler Kantonalbank
in der jüngsten Zeit erinnert.
Neben den erwähnten vollständigen Aufsaugungen von Klein- und
Mittelbanken durch Grossbanken hat der Konzentrationsprozess noch nach
einer andern Richtung auf die Lokalbanken eingewirkt, wir meinen durch
Anlehnung einer Lokalbank an eine Grossbank, die durch
Übernahme eines Teiles des Aktienkapitals der Mittelbank dauerndes
Interesse an ihr nimmt. Das ist gerade die Form der Konzentration, die in
jüngster Zeit wieder in Erscheinung getreten ist. Es sind namentlich zwei
Grossbanken, die in dieser Form ihren Machtbereich ausdehnen, die
Schweiz. Bankgesellschaft in Winterthur und St. Gallen
und die Aktiengesellschaft Leu & Co. in Zürich. Die Schweiz.
Bankgesellschaft hat auf diese Weise dauerndes Interesse genommen an der
Bank in Baden und der Aargauischen Creditanstalt in Aarau, die Aktien
gesellschaft Leu & Co. an der Berner Handelsbank und der Solothurner
Handelsbank.
Die 1863 gegründete Bank in Baden, die infolge zu grosser
Engagements ihrer Zürcher Filiale geschwächt worden war, trat 1905
diese Filiale an die Bank in Winterthur ab, die damit den gesuchten
Eingang in Zürich fand. Die beiden Institute schlossen zugleich eine
Interessengemeinschaft miteinander ab, die sich äusserlich darin zeigte,
dass die Bank in Winterthur mehr als die Hälfte des vier Millionen Franken
betragenden Aktienkapitals des Badener Institutes als dauernde Beteiligung
ins Portefeuille nahm. In den Verwaltungsrat der Bank in Baden traten
zwei Vertreter der Bank in Winterthur. Laut Vertrag soll der Zürcher Sitz
der Bank in Winterthur den Kunden der Bank in Baden dieselben Er
leichterungen leisten, wie vorher die eigene Filiale. Die Schweiz. Bank
gesellschaft, als Nachfolgerin der Bank in Winterthur, besass auf 31. De
zember 1912 für 2,101,000 Fr. (nominal) Aktien der Bank in Baden. Ein
noch engerer Anschluss fand 1913 statt, indem durch Umtauschangebot
an die Aktionäre der Bank in Baden die Schweiz. Bankgesellschaft in den
Besitz von 6844 Aktien (von im ganzen 8000) der Bank in Baden kam.
Diese Kombination bezeichnete der Verwaltungsratspräsident der Bank in
Baden als ein Idealgebilde für die Kundschaft der Bank, sie biete die Vor
teile der Gross- und Kleinbank. 1)
) Neue Zürcher Zeitung vom 1. April 1913.