Full text: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Frankreichs Bank- und Finanzwirtsohaft. 
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Kursstand einiger Werte an bedeutsamen Tagen. 
Wertpapier 
Tag der Notierung 
1912 
1913 
1914 
30. Sept. 
ir. Okt. 
31. Dez. 
25- Juli 
30. Juli 
3 % ewige Rente 
90,40 
88,6z 
85,37 
78,00 
77,25 
Kons. Russen . . 
94,00 
88,55 
— 
82,50 
— 
4 % Serben . . . 
86,75 
68,35 
— 
71,00 
72,00 
4 °/ 0 unif. Türken 
89,50 
80,25 
85,80 
78,00 
76,20 
Cr6dit Lyonnais . 
1610,00 
1525,00 
1671,00 
1432,00 
1330,00 
Societe G6n6rale . 
840,00 
8r2,oo 
815,00 
680,00 
665,00 
Compt. National . 
1049,00 
975,oo 
1050,00 
942,00 
892,00 
Suez 
5940,00 
5600,00 
4955,oo 
4500,00 
4300,00 
M6tropolitain. . . 
660,00 
604,00 
591,00 
458,00 
440,00 
Rio Tinto .... 
2130,00 
1883,00 
2768,00 
1604,00 
1430,00 
War die Beteiligung am Börsengeschäft etwas lebhafter und mannig 
facher. Am 5. August wurden 80 und am 6. August 1914 bereits 120 Werte 
kotiert. Für die nachfolgende Zeit schwankt die Ziffer der gehandelten 
Papiere zwischen 100—130. 
Diesen ersten Börsentransaktionen darf jedoch keine zu große Bedeu 
tung beigelegt und damit etwa der Pariser Börse das Zeugnis ausgestellt 
werden, daß sie in der frühesten und schwersten Kriegszeit den 
Kassa oder Termin-Handel in Renten und anderen Werten aufrecht 
erhalten habe. Die Notierungen der in den Handel hineingezogenen 
Papiere sind vollkommen nomineller Natur, die ganz willkürlich hoch 
oder niedrig gesetzt werden, je nach Stimmungsbedarf für engere und 
weitere Kreise. Werden einmal tiefe Kursstände einzelner Werte ge 
meldet, so handelte es sich sicherlich um Zwangsverkäufe der Speku 
lation oder Verlegenheitsverkäufe von Inhabern, die auf jeden Fall 
verkaufen wollen, da sie Geld benötigen. Aus diesen „festgestellten“ 
und übermittelten Kursen dürfte also kaum der reale Wert der Effekten 
ersehen werden. 
Die Pariser Börse hatte seit dem Tage ihrer Wiedereröffnung 
einen schweren Stand. Und obwohl sie sich mit einer Reihe von Vor- 
sichts- und Schutzmaßnahmen umgab, war sie auf Grund der 
kriegerischen Ereignisse einfach nicht lebensfähig. Sie gefiel sich 
zwar in dem Scheine, trotz Krieg und Not zu arbeiten. Aber unter dem 
zwingenden Einfluß der Kriegsereignisse — die deutschen Truppen 
vollführten im August einen siegreichen Vorstoß über St. Quentin in 
der Richtung auf Paris — sank das Geschäft ungeachtet aller Gegen 
anstrengungen immer mehr auf den toten Punkt herab. Am 1. Sep 
tember 1914 war die Gesamtzahl der kotierten Werte auf 34 gesunken, 
nachdem sie, wie bereits ausgeführt, am 6. August 130 Papiere zählte. 
Unter dem Drucke dieser Verhältnisse beschloß die Syndikatskammer 
der Pariser Börsenmakler die Börse zu schließen. Der Polizeipräsident, 
durch Kriegsgesetze zu gesetzlichen Handlungen ermächtigt, schloß 
am 2. September die Pariser Börse. Sein Befehl lautete:
	        
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