Object: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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In der Const. i Cod. Theod. de metallis et metallariis (X, 19) 
verfügten die Kaiser Constantin und Maximian an den Rationalis Africae; 
Secandorum marmorum ex quibuscunque metallis (also nicht bloß 
aus den auf eigenen Grundstücken belegenen) tribuimus (nämlich 
wir die Kaiser) facultatem, ita, ut qui caedere metallum atque 
ex eo quodcunque decreverint, etiam distrahendi habeant facultatem *. 
Diese Erlaubnis wurde durch die lex 2 Cod. Theod. de met. 
v. J* 363 vom Kaiser Julian auch auf den Orient ausgedehnt. In Ma 
kedonien und Illyrien hatten die Kaiser den Marmorbergbau vor 
dem Jahre 376 freigegeben; denn es heißt in der Const. 8 Cod. 
Theod. de met. aus dem genannten Jahre: 
Potestatem eruendi vel exsecandi de privatis lapidicinis 1 2 3 jam pri- 
dem per Macedoniam et Illyrici tractum certa sub condicione 
permisimus. 
Hierher gehört ferner die Const. 10 im zitierten Titel des Theo- 
dosianischen Kodex: 
Cuncti, qui per privatorum loca saxorum venam laboriosis effos- 
sionibus persequuntur, decimas fisco, decimas domino repraesentent, 
cetero modo suis desideriis vindicando. 
Würde diese Stelle voraussetzen 8 , daß der Bergbaubetreiber sich zu 
vor mit dem Grundeigentümer über die Gestattung des Bergbaues ge 
einigt habe, so dürfte nicht abzusehen sein, warum nicht auch die Höhe 
der an jenen zu zahlenden Entschädigung dem Privatabkommen über 
lassen ist 4 * * * . 
1 P. F. Girard, Manuel elementaire de droit romain (5) p. 257 : «Une Con 
stitution de Gratien et Valentinien pennet dans le dernier etat du droit ä celui 
un filon exploiter la inine malgre le proprietaire moyennant d’une indemnite d’un 
io« au proprietaire et un IV= au fix.» C 11, 7 de metallariis. 
2 Hier Marmorgruben. 
3 Dies nimmt allerdings Achenbach, Französisches Bergrecht S. 18, 19 an. 
* Zycha, Ältestes Bergrecht S. 39 will aus dem Worte „persequi“ folgern, 
daß die Stelle keine allgemeine Bergbaufreiheit, sondern nur die Weiterverfolgung 
einer auf eigenem Grund und Boden gefundenen Mineralader auf ein fremdes 
Grundstück vorschreibt, ebenso Westhofif (Zeitschrift für Bergrecht Bd. 50 S. 38). 
Dies widerlegt sich schon aus dem Worte „cuncti“ : alle, nicht bloß die, welche 
auf eigenem Boden gefunden haben. Sodann ist unerfindlich, weshalb der Fiskus 
seine decima nur erhalten soll, wenn es sich um die bloße Fortführung eines berg 
baulichen Betriebes handelt. „Persequi“ heißt soviel wie betreiben. Gegen Zycha 
s. auch Mispoulet, Le rdgime des mines ä l’epoque romaine et au moyen äge 
depuis les tables d’Aljustrel, 1908, p. 67, der andererseits in dieser Stelle die Berg-
	        
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