Full text: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 
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sammenfassung der bisher bewirkten Ausgaben. Nach der durch Gesetz 
vom 15. Juli 1914 bewilligten Budgetaufstellung für das Rechnungsjahr 
1914 waren die Ausgaben für 1914 mit 5191,00 Mill. Frcs. angesetzt 
worden. Die für das Jahr 1915 insgesamt bewilligten Kredite erreichten 
21907,00 Mill. Frcs., das Kriegsjahr 1914 (letzten fünf Monate) fordert 
6468,00 Mill. Frcs. Kredite, so daß insgesamt für den Krieg vom 1. August 
1914 bis 31. Dezember 1915; 28375,00 Mill. Frcs. gefordert und be 
willigt wurden. Hierzu sind die Kredite des Friedens-Budgets 1914 
für die letzten fünf Monate in der veranschlagten, gesetzlich zuge 
stimmten Höhe von schätzungsweise 2125,00 Mill. Frcs. hinzuzufügen, 
so daß die dem Schatzamte insgesamt eingeräumten Kredite vom 1. Au 
gust 1914 bis 31. Dezember 1915: 30500,00 Mill. Frcs. erreichten. 
Eine tabellarische Darstellung, wie sie auch der Finanzminister in 
seiner Rede am 16. September 1915 der Kammer vorlegte, ergibt für 
die gesamten Ausgaben des Schatzamtes in der Zeit vom 1. August 
1914 bis 31. Dezember 1915 ein überaus interessantes Bild. Zeigt die 
Tabelle im Gesamtbilde eine außerordentliche Steigerung der einzelnen 
Ausgabeposten, so führt die zweite Darstellung die rasche Steigerung der 
Monats- und Tagesausgaben deutlich vor Augen (vergl. beide Tabellen auf 
Seite 190). Es würde nun sehr interessant sein, den vom Finanzrainister 
angegebenen Durchschnittsausgaben auch die Einnahmen des Tresors 
aus der Notenbank und dem Verkehr gegenüberzustellen. Leider liegen 
über die monatliche Bewegung der Notenbankvorschüsse (bis Anfang 
1915) seit Kriegsbeginn und über die Absatzergebnisse der National- 
Verteidigungs-Wechsel und -Obligationen (hier finden überhaupt keine 
durchgehenden Bekanntmachungen statt) keinerlei zuverlässige Mit 
teilungen aus amtlicher Quelle vor. 
Für den Finanzminister dürfte zu diesem Zeitpunkte klar gewesen 
sein, daß mit der Fortführung des Krieges auch die Kosten immer stärker 
ansteigen müßten, trotz aller Einschränkungen im zivilen Dienste. 
Schon für jeden der drei letzten Monate des Jahres stellten sich die durch 
schnittlichen Monatsausgaben auf 2075,00 Mill. Frcs., d. h. pro Tag 
rund 70,00 Mill. Frcs., und wie der Finanzminister bereits in der Kam 
mer öffentlich zugab, beständen keine Aussichten, der steigenden Ten 
denz der Ausgaben Halt zu gebieten. Dieser Aussage kann man in 
der Tat die vollste Zustimmung nicht versagen. Denn der Krieg stellt 
immer neue Aufgaben. Soweit es die Kräfte zulassen, müssen aus dem 
Lande heraus neue Reserveformationen gebildet werden. Sie bedeuten 
für den Staat eine doppelte Last, denn er hat sie als Soldaten zu unter 
halten und für sie neue Ersatzkräfte einzustellen, denen er den unver 
minderten Gehalt, Lohn u. a. weiterzahlen muß. Weiterhin wird der 
Krieg auf neue, ferne Schauplätze verlegt. Der Munitionsverbrauch steigt 
ins Unermeßliche, die Wiederherstellung der Bewaffnung und viele an 
dere schwere Lasten sind zu tragen. Auch die neuen Staatspapiere 
erfordern einen stetig steigenden Zinsendienst. Andererseits wachsen 
die nicht rein militärischen Ausgaben, die aber den Krieg zur Ur
	        
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