Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Frankreichs  Bank-  und  Finanzwirtschaft.

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drei  Schatzscheintypen.  Den  größten  Erfolg  weisen  immer  noch  die
kurzfristigen  National-Verteidigungs-Wechsel  auf,  die  unter  Ausscheidung ­
  aller  Rückzahlungen  und  Konvertierungen  am  31.  Juli  13  166,00
Mill.  Frcs.  einbrachten  und  deren  Absatz  verhältnismäßig  rege  ist.  Beachtenswert ­
  ist  die  erstmalige  Veröffentlichung  des  Ergebnisses  aus
dem  Verkaufe  der  National-Verteidigungs-Wechsel  zu  5  und  20  Frcs.,
von  denen  gegen  700  000  Stück  abgesetzt  wurden  im  Werte  von  etwa
7  Mill.  Frcs.  So  gering  dieser  Betrag  auch  ist,  so  zeigt  er  doch  die  Sparkraft ­
  in  den  kleineren  Schichten  in  einem  erfreulichen  Lichte.  Freilich
kann  dieser  Absatz  nicht  bis  zu  jenen  Höhen  hinaufgeführt  werden,
die  vielleicht  allgemein  erwartet  wurden,  obwohl  aus  den  Angaben  des
Berichtes  nicht  ersichtlich  ist,  ob  dieser  Betrag  den  Saldo  darstellt  —
die  kleinen  Abschnitte  können  bei  100  Frcs.  und  darüber  in  die  kurzfristigen ­
  Schatzscheine  eingetauscht  werden  —  oder  das  tatsächliche,
volle  Ergebnis  seit  ihrer  Emission.
Von  den  5  %  National-Verteidigungs-Obligationen  waren  1037,00
Mill.  Frcs.  untergebracht  unter  Ausschluß  der  Summen,  die  in  die  erste
5  %  Kriegsanleihe  konvertiert  wurden.  Gegen  283,00  Mill.  Frcs.  von
sechsjährigen  Obligationen  sind  bei  Verfall  jetzt  einzulösen.  Der  Absatz ­
  dieses  Typs  ist  ungemein  schwach,  er  konnte  auch  durch  kein  Mittel
aus  seiner  Stagnation  befreit  werden  und  soll  nach  einer  Meldung  der
„Frankfurter  Zeitung“  mit  der  Auflage  der  neuen  Kriegsanleihe  nicht
mehr  zur  Ausgabe  gelangen.
Für  die  Folgezeit  können  also  die  Obligationen  als  Einnahmequelle
außer  Ansatz  gelassen  werden,  und  der  Erlös  aus  den  Schatzwechseln,
der  mit  einem  monatlichen  Betrage  von  etwa  1000,00  Mill.  Frcs.  zu
schätzen  ist,  wird  demnach  für  die  letzten  fünf  Monate  gegen  5000,00
Mill.  Frcs.  einbringen.  Diese  Schätzung  wird  natürlich  gegenüber  der
Wirklichkeit  nur  annähernd  standhalten,  mußte  aber  vorgenommen
werden,  da  über  die  monatlichen  Absatzziffern  keine  zuverlässigen
Nachrichten  vorliegen.
An  dritter  Stelle  sind  die  Krediteröffnungen  bei  den  Verbündeten
und  befreundeten  Staaten  zu  nennen.  Im  Bericht  wird  als  Ergebnis
bis  zum  31.  Juli  aufgeführt:
Schatzscheine,  die  in  England  untergebracht  worden  sind,  in  Höhe
von  2315,00  Mill.  Frcs.,  Schatzscheine  in  Amerika  (Ver.  Staaten)  und
dort  erlangte  Kredite,  soweit  sie  realisiert  wurden,  gegen  1476,00  Mill.  Frcs.
Von  den  zahlreichen  anderen  Transaktionen  sagt  der  Bericht  kein
Wort.  Nun  wurde  bereits  der  Versuch  unternommen,  auch  nur  annähernd ­
  die  vielverzweigten  Kreditoperationen  mit  Unterstützung  der
Bankwelt  und  Gold-,  Effekten-,  Schatzschein-Sicherheiten  einheitlich  zu
erfassen  und  ihre  wahrscheinliche  Höhe  zu  bestimmen.  Dies  ist  und  bleibt
aber  ein  sehr  problematischer  Versuch 1 ).  Denn  es  ist  höchst  schwierig,
*)  Auch  die  „Frankfurter  Zeitung“  betont  diesen  Punkt  in  einer  Darstellung  der
Kredite,  die  Frankreich  zur  Stützung  der  Valuta  aufgenommen  haben  kann.  In  No.  256,
vom  15.  September  1916,  führt  sie  auf:

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