Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Frankreichs  Bank-  und  Finanzwirtschaft,

197

Darlehen,  das  der  französischen  Regierung  518,00  Mill.  Frcs.  zuweist,
weiterhin  durch  Kursgewinne  von  seiten  des  Rückkaufes  der  3  %  %
Anleihe  zu  91  %  und  der  Konversion  der  3  %  Rente  zu  66  %  in  5  %
Anleihe.  Durch  die  letzteren  Transaktionen  wurde  die  Staatsschuld
um  mehr  als  3  Milliarden  Frcs.  ermäßigt.
Mit  Hilfe  der  Ausführungen  des  Schatzamtes  wurden  die  beiden
ersten  Kriegsjahre  nach  ihren  finanziellen  Anforderungen  und  deren
Befriedigung  eingehend  dargelegt.  Als  endgültiges  Ergebnis  ist  der
restlose  Ausgleich  zwischen  den  Ausgaben  des  Schatzamtes  und  den
aus  verschiedenen  Quellen  stammenden  Einnahmen  zu  verzeichnen.
Das  Defizit  von  38  Milliarden  Frcs.  fand  seine  Deckung.  Nunmehr
gilt  es,  den  Anforderungen  der  finanziellen  Kriegführung  in  den  letzten
fünf  Monaten  des  Jahres  1916  mit  den  zu  Gebote  stehenden  Mitteln  gerecht ­
  zu  werden,  um  die  militärische  Schlagfertigkeit  nicht  durch  mangelhafte ­
  Zufuhr  aller  notwendigen  Güter  und  Kräfte  zu  beeinträchtigen.
Hierüber  fehlen  nun  eine  Anzahl  von  Daten,  die  durch  vorsichtige  Annahmen ­
  ersetzt  werden  und  daher  die  kalkulatorische  Darlegung  des
nachfolgenden  Budgets  in  ein  minder  authentisches  Licht  setzen.  Sie
sollen  jedoch  auch  bloß  eine  Anschauung  über  die  Aufgaben  und  die
Möglichkeit  ihrer  Lösungen  vermitteln.
Als  durchschnittliche  Monatsausgabe  für  die  Jahresperiode  können
mit  R  i  b  o  t  2696,00  Mill.  Frcs.  angenommen  werden,  so  daß  nach
Abzug  der  Kriegskosten  für  den  Monat  Juli,  der  doch  in  das  zweite,
bereits  betrachtete  Kriegsjahr  fällt,  rund  15  000,00  Mill.  Frcs.  für
die  restlichen  fünf  Monate  verbleiben.  Es  entsteht  die  Frage,  woher
diese  15  000,00  Mill.  Frcs.  zu  beschaffen  sind.  Von  den  Steuereingängen ­
  sind  1500,00  Mill.  Frcs.  zu  erwarten  und  die  Notenbank  liefert ­
  nach  den  vorausgegangenen  Ermittlungen  500,00  Mill.  Frcs.,  von
dem  Schatzscheinabsatz  sind  5000,00  Mill.  Frcs.  zu  erwarten,  so  daß
im  günstigsten  Falle  immer  noch  ein  Defizit  von  8000,00  Mill.  Frcs.  zu
decken  ist.  An  diesem  Betrage  wird  das  Ausland  einen  hohen  Allteil
nehmen.  Während  im  Jahre  1915  nach  R  i  b  0  t  die  durchschnittlichen
Monatszahlungen  an  die  fremden  Staaten  noch  gegen  250,00  Mill.  Frcs.
ausmachten,  sind  sie  um  die  Mitte  des  Jahres  1916  auf  annähernd  600,00
Mill.  Frcs.  gestiegen.  Es  bestehen  nach  Lage  der  militärischen  und  wirtschaftlichen ­
  Ziele  die  sichersten  Aussichten,  daß  die  immer  größeren
Einkäufe  der  Regierung,  die  infolge  der  geringen  Mitarbeit  und  Produktion ­
  im  eigenen  Lande  in  verstärktem  Maße  in  das  Ausland  gelegt
werden  müssen  und  damit  die  monatlichen  Reraittierungen  stets  schwieriger ­
  zu  bewirken  sein  dürften.  Neben  der  Begleichung  der  effektiven
Gütersendungen  in  ihrem  vollen  Umfange  durch  Gegenwerte,  also  in  Waren,
Kapitalien  oder  durch  Krediteinräumung,  stellen  auch  die  Zinslasten  der
schon  recht  hohen,  vielseitigen  Darlehen  und  Krediteröffnungen  einen
nicht  leicht  zu  erfüllenden  Zahlungsdienst  dar.  Der  Hinweis  des  Berichts
auf  die  Sparsamkeit,  die  jetzt  im  Lande  und  an  der  Front  soweit  es  dort
möglich  ist,  geübt  werden  soll,  der  Ansporn  zur  gesteigerten  Produktion
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.