Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft,
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Darlehen, das der französischen Regierung 518,00 Mill. Frcs. zuweist,
weiterhin durch Kursgewinne von seiten des Rückkaufes der 3 % %
Anleihe zu 91 % und der Konversion der 3 % Rente zu 66 % in 5 %
Anleihe. Durch die letzteren Transaktionen wurde die Staatsschuld
um mehr als 3 Milliarden Frcs. ermäßigt.
Mit Hilfe der Ausführungen des Schatzamtes wurden die beiden
ersten Kriegsjahre nach ihren finanziellen Anforderungen und deren
Befriedigung eingehend dargelegt. Als endgültiges Ergebnis ist der
restlose Ausgleich zwischen den Ausgaben des Schatzamtes und den
aus verschiedenen Quellen stammenden Einnahmen zu verzeichnen.
Das Defizit von 38 Milliarden Frcs. fand seine Deckung. Nunmehr
gilt es, den Anforderungen der finanziellen Kriegführung in den letzten
fünf Monaten des Jahres 1916 mit den zu Gebote stehenden Mitteln ge
recht zu werden, um die militärische Schlagfertigkeit nicht durch mangel
hafte Zufuhr aller notwendigen Güter und Kräfte zu beeinträchtigen.
Hierüber fehlen nun eine Anzahl von Daten, die durch vorsichtige An
nahmen ersetzt werden und daher die kalkulatorische Darlegung des
nachfolgenden Budgets in ein minder authentisches Licht setzen. Sie
sollen jedoch auch bloß eine Anschauung über die Aufgaben und die
Möglichkeit ihrer Lösungen vermitteln.
Als durchschnittliche Monatsausgabe für die Jahresperiode können
mit R i b o t 2696,00 Mill. Frcs. angenommen werden, so daß nach
Abzug der Kriegskosten für den Monat Juli, der doch in das zweite,
bereits betrachtete Kriegsjahr fällt, rund 15 000,00 Mill. Frcs. für
die restlichen fünf Monate verbleiben. Es entsteht die Frage, woher
diese 15 000,00 Mill. Frcs. zu beschaffen sind. Von den Steuerein
gängen sind 1500,00 Mill. Frcs. zu erwarten und die Notenbank lie
fert nach den vorausgegangenen Ermittlungen 500,00 Mill. Frcs., von
dem Schatzscheinabsatz sind 5000,00 Mill. Frcs. zu erwarten, so daß
im günstigsten Falle immer noch ein Defizit von 8000,00 Mill. Frcs. zu
decken ist. An diesem Betrage wird das Ausland einen hohen Allteil
nehmen. Während im Jahre 1915 nach R i b 0 t die durchschnittlichen
Monatszahlungen an die fremden Staaten noch gegen 250,00 Mill. Frcs.
ausmachten, sind sie um die Mitte des Jahres 1916 auf annähernd 600,00
Mill. Frcs. gestiegen. Es bestehen nach Lage der militärischen und wirt
schaftlichen Ziele die sichersten Aussichten, daß die immer größeren
Einkäufe der Regierung, die infolge der geringen Mitarbeit und Pro
duktion im eigenen Lande in verstärktem Maße in das Ausland gelegt
werden müssen und damit die monatlichen Reraittierungen stets schwie
riger zu bewirken sein dürften. Neben der Begleichung der effektiven
Gütersendungen in ihrem vollen Umfange durch Gegenwerte, also in Waren,
Kapitalien oder durch Krediteinräumung, stellen auch die Zinslasten der
schon recht hohen, vielseitigen Darlehen und Krediteröffnungen einen
nicht leicht zu erfüllenden Zahlungsdienst dar. Der Hinweis des Berichts
auf die Sparsamkeit, die jetzt im Lande und an der Front soweit es dort
möglich ist, geübt werden soll, der Ansporn zur gesteigerten Produktion