Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Frankreichs  Bank-  und  Finanzwirtschaft.

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rierung  abzulassen  und  sogar  das  aufgesammelte  Geld  wieder  in  den
Verkehr  zu  setzen  bzw.  zur  Notenbank  zu  tragen.
Durch  wohlüberlegte  Vorsorglichkeit  und  unter  scharfer  Beobachtung ­
  der  Vorgänge  während  des  Krieges  vermochte  die  Notenbank
ihre  Aufgabe  als  Geldumlaufsregulator  ohne  größere  Störungen  zu  lösen.
Sie  hat  der  heimischen  Wirtschaft,  die  während  des  Krieges  zum  strengen
Prinzip  der  effektiven  Barzahlung  übergegangen  war,  das  äußere  Mittel
her  Wert-  und  Güterübertragung  in  reichlichem  Maße  und  zur  rechten
Zeit  zur  Verfügung  gestellt  und  auch  hierdurch  dem  Lande  schätzenswerte ­
  Dienste  geleistet.
Die  Arbeit  der  Notenbank  auf  den  beiden  Gebieten  der  Kriegsfinanzierung ­
  und  heimischen  Wirtschaftsführung  bleibt  nicht  ohne  Einwirkungen ­
  auf  die  gesamte  Struktur  der  Bank.  Aus  den  seit  dem  28.
Januar  1915  wieder  veröffentlichten  Ziffern  ist  leicht  ein  Bild  von  jenen
vielseitigen  Hilfsakten,  wie  sie  im  vorstehenden  geschildert  wurden,
zu  gewinnen.  Staatsvorschüsse,  Notenumlauf  und  Wechsel-  und  Goldbestand ­
  sind  die  hellsten  Strahlen,  die  aus  dem  Brennspiegel  der  Wochenbilanz ­
  reflektiert  werden,  und  die  in  ihren  zusammenhängenden  Bewegungen ­
  eine  genaue  Beachtung  erfordern.
Die  Notenbank  leistet  ihr  Werk  durch  die  Note.  Mit  wachsender
allseitiger  Inanspruchnahme  stieg  somit  natürlicherweise  der  Notenumlauf. ­
  Das  Kontingent  mußte  noch  zweimal,  den  Bedürfnissen  entsprechend, ­
  erhöht  werden.  Ein  Kammerbeschluß  vom  8.  Mai  1915  setzt
hie  am  4.  August  1914  normierte  Höchstgrenze  von  12  000  Mill.  Frcs.  auf
1 5ooo  Mill.  Frcs.  fest,  und  durch  ein  Dekret  vom  25.  März  1916  wurde
sie  auf  18  000  Mill.  Frcs.  hinaufgeführt.
Vergleicht  man  die  Bewegung  des  Notenkontingents  seit  den  letzten
Jahrzehnten  mit  dem  aufsteigenden  durchschnittlichen  Notenumlauf,
so  gewinnt  diese  Gegenüberstellung  beachtenswertes  Interesse  für  die
Beurteilung  des  Maßes  der  Arbeitsleistung  der  Bank  von  Frankreich
im  Frieden  und  während  der  Kriegszeiten.  Bei  Ausbruch  des  Krieges

R

Notenkontingent  und  Notenumlauf  von  1870  bis  1916.

Zeitbestimmung

Kontingent
Maximalgrenze

Höhe
des  Notenumlaufs

Kriegsausbruch  1870  .  .  .

I  800

1544

1870  .  .  .

2  400  -j-  600

Friedensschluß  1871  .  .  .

2  800  -f*  400

2  075

1872  .  .  .

3  200  -)-  400

2  401

1884  .  .  .

3  500  +  300

2  928

1893  .  .  .

4  000  -f-  500

3  475

1897  •  •  ■

5  000  4-  1000

3  es?

IQOÖ  .  .  .

5  800  -j-  800

4658

I9II  .  .  .

6  800  -j-  1000

5  243

Kriegsausbruch  1914  .  .  .

12  000-)-  5200

7  893

1915  •  •  ■

15  000+  3000

12  226

1916  .  .  .

18  000+  3000

16  197  (3.  August)

espondek,  Frankreichs  Bank-  und  Finanzwirtschaft.

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