200
Asche von Pflanzen, tierischen Stoffen und Brennstoffen.
etwas Wasser zeigen die Schnelligkeit der Gasströme an. Der Soda-Quarz wird an einer
Seite durch ein rundes Platinsiehchen (oder auch etwas vorher ausgeglühten Asbest) an der
anderen, den Dämpfen zugewendeten Seite durch einen längeren, spiralig gebogenen Platindraht
zusammengehalten.
Sobald das Bohr mit Soda-Quarz beschickt ist, legt man es in den Verbrennungsofen,
schiebt das oder die Schiffchen mit der gewogenen Substanz ein und verschließt mit dem
Kork, durch welchen die Zuleitungsröhre für Kohlensäure und Sauerstoff geht. Nun wird,
während ein langsamer Strom Kohlensäure (ohne Sauerstoff) in das Kohr eintritt, der Soda-Quarz
an der Seite, welche der Substanz zugewendet ist, zu sehr gelindem Glühen erhitzt,
die anderen Teile noch weniger; dann beginnt man mit dem Erhitzen der Substanz.
Sobald das Erscheinen von Dämpfen beginnt, öffnet man den Quetschhahn, welcher den
Eintritt von Sauerstoff in das seitliche Kohr erlaubt; man sieht, daß die Dämpfe
augenblicklich verschwinden, sobald sie in den heißen Teil der Röhre und in Berührung mit
dem Sauerstoff und der Platinspirale kommen. Bald sieht man eine Flamme erscheinen;
diese bleibt, falls genügend Sauerstoff eintritt, an der Seite der Substanz, und keine Spur
von teerigen oder kehligen Teilchen tritt auf, oder diese werden, falls bei ungenügender
Sauerstoffzufuhr einmal Dämpfe und Bräunung auftreten oder gar das Rohr oder der Soda-Quarz
sich schwarz färben sollten, sobald man den Sauerstoff-Quetsohhahn etwas mehr öffnet,
sofort vernichtet und alles wird wieder weiß.
Ist bei allmählich verstärkter Flamme die Substanz ganz verkohlt, so daß keine
Dämpfe mehr erscheinen, so öffnet man langsam den Hahn, welcher den Sauerstoff über die
Substanz selbst leitet, worauf man letztere erglühen sieht, die Kohle schnell verbrennt und
die Asche im Schiffchen hinterbleibt.
Nach beendeter Verbrennung wird das Schiffchen mit der darin befindlichen Asche
herausgezogen und dann der Soda-Quarz samt den Platin-Drähten und -Siebchen (oder dem
Asbest) in eine Porzellanschale gebracht. Das Rohr wird gut ausgespült, das Waschwasser
zu dem Soda-Quarz gebracht; letzterer wird unter einer aufgelegten Uhrschale mit Wasser
und verdünnter Salzsäure übergossen, die Flüssigkeit nebst unlöslichem Rückstände erst
auf einer Spiritusflamme eingedampft, dann im Wasserbade zur Trockne verdampft, der
Rückstand mit salzsäurehaltigem Wasser aufgenommen, filtriert, ausgewaschen, im Filtrat
die Schwefelsäure mit Chlorbaryum gefällt und der Niederschlag von Baryumsulfat nach
s S. 204 weiter behandelt.
3. Bestimmung der einzelnen Bestandteile der Asche, a) In der ohne jeglichen
Zusatz dargestellten Asche. Von den Pflanzenstoffen wird so viel verbrannt, daß
man etwa 4—6 g Asche erhält. Diese wird nach dem Weißhrennen und Wägen
aufs innigste verrieben; von dem Gemisch dient:
a) Zur Bestimmung der Kohlensäure etwa 1 g. Sie kann wie bei
Boden S. 15 aa am einfachsten aus dem Gewichtsverluste bestimmt werden. Am
genauesten ist die Austreibung und quantitative Auffangung in konzentrierter Kalilauge
(vergl. S. 16 a ß).
Wenn es auf eine ganz genaue Bestimmung des Chlors nicht ankommt und
dasselbe in der ohne Zusatz von Natriumkarbonat und Natronlauge dargestellten
Asche bestimmt werden soll, so kann man die Kohlensäure auch statt mit Salzsäure
mit salzsäurefreier Salpetersäure austreiben 1 ) und im Filtrat der salpetersauren
Lösung nach Ermittelung der Kohlensäure das Chlor durch Fällung mit Silbernitrat
oder maßanalytisch nach J. Volhard bestimmen.
ß) Sand, Kohle, Kieselsäure und Reinasche. Weitere 3—4 g Asche
befeuchtet man in einer Kochflasche mit konzentrierter Salpetersäure, übergießt
mit starker Salzsäure und behandelt eine Zeit lang bei anfangender Kochhitze.
Hierauf wird das Ganze in eine Porzellansohale gespült und bis zur Trockne, zu-')
Die Lösung darf aber mit Salpersäure nicht eingedampft worden, weil dadurch
Chlor ausgetrieben werden würde.